Wettlauf mit der Zeit

Eine Grundschule zieht um: Handwerker erledigen letzte Arbeiten

Blick auf die Baustelle: Aus der Luft sind der neue Trakt der Walburgisschule und der Verbindungsgang zum Altbau gut zu erkennen. Am oberen rechten Bildrand sind die neue Gymnastik- und die neue Turnhalle zu sehen. Die alte Turnhalle (darunter) wird abgerissen, der Schulhof komplett neu gestaltet. Als nächstes steht nun die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Altbaus aus den 1950er-Jahren an.
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Blick auf die Baustelle: Aus der Luft sind der neue Trakt der Walburgisschule und der Verbindungsgang zum Altbau gut zu erkennen. Am oberen rechten Bildrand sind die neue Gymnastik- und die neue Turnhalle zu sehen. Die alte Turnhalle (darunter) wird abgerissen, der Schulhof komplett neu gestaltet. Als nächstes steht nun die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Altbaus aus den 1950er-Jahren an.

Während im Obergeschoss bereits die ersten Stühle, Regale und dutzende von Umzugskisten stehen, wird unten noch der neue Fußboden versiegelt. Die Arbeiten am Neubau der Walburgisschule und der Umzug sind ein Wettlauf mit der Zeit. Schließlich sollen dort schon am 18. August die Schüler lernen.

Werl – Doch Schulleiterin Andrea Humpert ist sich inzwischen sicher, dass die Beteiligten dieses Rennen gewinnen werden. Und Monika Vielberg, bei der Stadt Abteilungsleiterin für Hochbau, sagt: „Das kriegen wir hin.“ Insgesamt habe man bei dem Projekt Glück und kaum Probleme mit Lieferschwierigkeiten gehabt, so Vielberg. Doch die Lage im Bausektor ändere sich gerade – und das nicht zum Guten. Das bestätigte auch Humpert: So werden einige der neu bestellten Regale erst gegen Jahresende geliefert. Immerhin: Um die sonstige Einrichtung müssen sich Schüler und Lehrer keine Sorgen machen, werden die Möbel doch zum größten Teil aus dem Bestand übernommen.

Der Altbau muss komplett leer gezogen werden, weil dort nach den Sommerferien die Sanierung startet. „Nur der Flügel in der Aula darf bleiben“, sagt Humpert. Doch der werde gut verpackt, damit er keinen Schaden nimmt. Der Umzug von Betreuung und Klassen in die Paul-Gerhardt-Schule ist bereits abgeschlossen. Zurzeit läuft der Umzug in den Neubau. Das Inventar der Walburgisschule fülle insgesamt 1300 Kartons, sagt Kai Strumann, der für die Schulen zuständige Abteilungsleiter der Stadtverwaltung. Dabei hätten Kollegium und Hausmeister-Team bereits kräftig ausgemistet: 13 Tonnen Sperrmüll sind laut Strumann zusammengekommen.

Die ersten Möbel und Kisten waren am Donnerstagmorgen in den Klassen im Neubau bereits angekommen. Schulleiterin Andrea Humpert (Zweite von rechts), Bürgermeister Torben Höbrink (rechts), Monika Vielberg und Kai Strumann von der Stadtverwaltung verschafften sich vor Ort einen Eindruck vom Stand der Arbeiten.

Damit jede Kiste an ihren richtigen Platz kommt, gibt es ein Ampel-System. Kisten mit roten Aufklebern kommen in die Paul-Gerhardt-Schule, Kisten mit grünen Aufklebern in den Neubau und Kisten mit gelben Aufklebern werden vorübergehend in der Overbergschule eingelagert. Das betrifft zum Beispiel Materialien aus den Fachräumen, denn die werden der Schule während der Altbau-Sanierung nicht zur Verfügung stehen.

Während die Mitarbeiter des Umzugsunternehmens pausenlos Möbel und Kisten vom Alt- in den Neubau beförderten, verschaffte sich auch Bürgermeister Torben Höbrink einen Eindruck vom Stand der Arbeiten. Vor allem vom großzügigen und hellen Raumgefühl zeigte er sich angetan. „Spannend wird sicher sein, was die Kinder sagen.“

Yannick Lutze (rechts) vom Umzugsunternehmen Wilhelm Hörster war einer derjenigen, die Stühle, Tische, Kisten und sogar Staubsauger vom Alt- in den Neubau schleppten.

Eine Sonderführung gab es bereits für die Viertklässler, die jetzt die Schule verlassen haben. Schließlich hätten sie viele eigene Ideen eingebracht, so Andrea Humpert. Die Reaktion sei eindeutig gewesen: „Das sieht richtig gut aus.“ Vor allem die neuen Toiletten hätten für Begeisterung gesorgt. Abgesehen von den letzten Arbeiten am Boden ist baulich im Neubau nicht mehr viel zu tun. Letzte Schönheitsreparaturen und Malerarbeiten würden noch erfolgen, so Strumann.

Im Außenbereich sind die Pflasterarbeiten so weit gediehen, dass die Rettungswege inzwischen gut nutzbar sind. An den Außenfassaden von Neubau, Turn- und Gymnastikhalle fehlen noch die farblichen Akzente an den Fenstern.

Im Altbau warten noch dutzende Kisten. Ein grüner Aufkleber bedeutet: Die Kartons kommen in den Neubau.

Nun werden zunächst die Lehrer noch die Ferientage nutzen, um sich in ihren neuen Klassenräumen einzurichten. Zur Einweihung des neuen Gebäudes kommt am 18. August dann auch Propst Michael Feldmann.

Baustelle wird das Gelände Walburgisschule aber noch eine ganze Weile bleiben. So werden die Verbindungsgänge zwischen Alt- und Neubau, durch die zurzeit die Mitarbeiter des Umzugsunternehmens hin- und herflitzen, bald wieder zur Sackgasse werden. Solange, bis der Altbau von Schadstoffen befreit und komplett durchsaniert ist.

Das Projekt

Mit den Abriss von Laubengang und Gymnastikhalle startete der Um- und Ausbau der Walburgisschule im März 2020. Nachdem die Schüler in den neuen Anbau und in die frühere Paul-Gerhardt-Schule umgezogen sind, wird der Altbau saniert. Letzter Akt soll der Abriss der alten Turnhalle und die Gestaltung des Schulhofes werden. Die Stadt rechnet bislang mit Kosten von 16,5 Millionen Euro. Bis Sommer/Herbst 2022 soll alles fertig sein. Zumindest in der ersten Bauphase, also dem Bau des neuen Schulgebäudes und der neuen Gymnastik- und Turnhalle, bewegt sich die Stadt laut eigenen Angaben bislang im gesteckten Kostenrahmen. Ob dies auch für die Sanierung des Altbaus gilt, lasse sich aber noch nicht absehen.

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