Gegen Kita im Quartier

Walburgisschule: "Betreuungshaus" ist vom Tisch

Werl - Der Weg ist frei für den Aus- und Umbau der Walburgisschule auf dem heutigen Areal.

Ein „Betreuungshaus“ in der benachbarten ehemaligen Paul-Gerhardt-Schule ist vom Tisch. Denn die CDU spricht sich „gegen die Planung einer Kita im Quartier der Walburgisschule aus“. Das umfasst beide möglichen Standorte: „Nach intensiver Prüfung kann aus Sicht der CDU weder neben der Walburgisschule, noch in der Paul-Gerhard-Schule eine Kita sinnvoll untergebracht werden“, sagt CDU-Vorsitzender Gerd Petermann, zugleich Vorsitzender des Schulausschusses.

Eher solle die Kita den zu erwartenden Bedarf der geplanten Neubaugebiete im Süden auffangen. Aus Sicht der CDU sei „eine Orientierung Richtung Norbertschule sinnvoll“. Es gebe viele Gründe für die Abkehr vom Kita-Standort im Bereich Walburgisschule. Wesentlich für die CDU: Eine Kita mit rund 80 Kindern und 12 bis 15 Mitarbeitern würde die ohnehin angespannte Verkehrssituation im gesamten Quartier deutlich verschärfen.

Erheblicher personeller Aufwand

Auch wenn die Kinder bei einer Abbindung der Paul-Gerhardt-Straße gefahrlos die Straße queren können, verbleibt ein Bereich, in dem sich Kinder und Fahrzeuge weiterhin begegnen könnten. Das führt zu erheblichem personellen Aufwand, da diese Bereiche nur mit Aufsicht passiert werden dürfen.

Die Schulentwicklungsplanung: Es wäre zu erwarten, dass Kinder aus dem ganzen Stadtgebiet die Kita besuchen und anschließend auch die Walburgisschule besuchen möchten.“

"Ungleichgewicht der Anmeldungen"

Das würde das schon jetzt erkennbare Ungleichgewicht bei den Schulanmeldungen noch verstärken. Denn schon 2024 werden laut CDU alle drei Innenstadtgrundschulen mit je drei Klassen zu je 25 Schülern voll ausgelastet sein. „Spätestens dann würde ein deutliches Ungleichgewicht der Anmeldungen zu Problemen führen.“ Eine durchgängige Vierzügigkeit einzelner Grundschulen solle wegen Folgeproblemen vermieden werden.

So würden die Einfachturnhallen an den Grundschulen nicht mehr ausreichen, sodass Folgeinvestitionen drohen. Ein wesentlicher Aspekt zur Kita-Prüfung sind aber auch die Finanzen: Die Förderung einer Kita in einem gemischt genutzten Gebäude wie der ehemaligen Paul-Gerhardt-Schule sei „erheblich erschwert“, haben Recherchen der CDU ergeben. Folge: Ein großer Teil der Kosten würde an der Stadt hängen bleiben.

Kostenobergrenze für die Baumaßnahme

Klar ist für die Christdemokraten: „Ohne die Kita ist die Option, die Paul-Gerhardt-Schule sinnvoll zu nutzen, nicht mehr gegeben.“ Die Nutzung der leer stehenden Schule nur für die Betreuungsangebote der Walburgisschule (Dinoclub, Ganztag und Schulkinderhaus) würde das Nachbargebäude nicht vollständig ausfüllen. „Die Schule müsste für eine halbe Nutzung trotzdem vollständig saniert werden.“ Das sei nicht wirtschaftlich.

Also sei die Planung des Anbaus der Walburgisschule nun „zügig weiter abzuarbeiten“. Die CDU betont: Sie habe trotz der überraschenden Kitapläne und der daraus folgenden Überprüfung „stets darauf gesetzt, die Planung des Umbaus nicht auszusetzen.“ Gleichwohl will die CDU eine Kostenobergrenze für die Baumaßnahmen.

Thema solle "zügig angegangen" werden

Die Christdemokraten nehmen aber auch die Verwaltung in die Pflicht, die eine Folgenutzung der Paul-Gerhardt-Schule als nicht so problematisch sieht wie die CDU. Das Thema müsse „zügig angegangen werden“. Die Verwaltung solle zudem eine Planung erarbeiten, wie der Trend zu mehr Kindern in den Grundschulen auch nach 2024 optimal aufgefangen werden kann.

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