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Vereine sind alarmiert: Müssen Zuschauer außen vor bleiben?

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Von: Gerald Bus

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Nach dem Brand  der Zweifachhalle vor fast vier Jahren wird nun neu geplant. Aber was ist mit Zuschauern?
Nach dem Brand der Zweifachhalle vor fast vier Jahren wird nun neu geplant. Aber was ist mit Zuschauern? © Thomas Nitsche

Es geht um Zuschauer und ihre Plätze. Aber die beiden größten Werler Sportvereine wollen bei einer aus ihrer Sicht wichtigen Frage nicht nur zum Zuschauen verdammt sein. Eher werden der Werler TV und die DJK Grün-Weiß Werl aktiv in der Frage, ob die neue Zweifachhalle im Sportpark Platz für Zuschauer bieten soll oder nicht.

Werl - Zuletzt hatte die CDU das im Schulausschuss in Frage gestellt – was die Vereine aufschreckte. Sowohl Günter Korf (DJK), als auch Michael Kuge (TV) plädieren eindringlich für einen Zuschauerbereich in der Halle. Man sei froh über die Ankündigung der Stadt gewesen, dass das eingeplant werde, sagt Korf. Wenn die Politik das nun in Frage stelle, „dann schauen die Verantwortlichen in der Stadt zu kurz“, kritisiert der DJK-Chef. In Werl brauche es Visionen, man müsse nach vorne schauen. „Und wenn man die Gelegenheit hat, eine Zuschauerfläche ohne großen Aufwand zu schaffen, dann sollte man das nutzen“, sagt Korf – sonst werde man womöglich zu spät zu der Erkenntnis kommen, dass man das besser gemacht hätte.

„In der Overberghalle standen Zuschauen oft mit den Füßen im Spielfeld“, schildert Korf. Das sei nicht im Sinne des Sports. Wenn eine Tribüne zu teuer sei, reiche der DJK auch eine zusätzliche Fläche für Zuschauer. Aber auf die dürfe man auf keinen Fall verzichten. „Es geht um die Kinder und Jugendlichen, die keine Stimme haben und die sich auf die Politik verlassen müssen“, appelliert Korf an die Politik. Die müsse „mutiger sein“ – und den Zuschauerbereich einplanen. „Das muss ja nicht teuer sein, aber Nutzer und Zuschauer haben etwas davon.“

So sieht das auch Michael Kuge, Chef des Werler TV, der sich „definitiv für eine Tribüne“ ausspricht. Die müsse ja nicht groß sein. Aber zwei bis drei Reihen als Sitzgelegenheit für Zuschauer sei eminent wichtig. Dass das in der Overberghalle, die die neuen Zweifachhalle im Sportpark ersetzen soll, fehle, sei ja stets moniert worden. „Das war immer ein Mangel“, sagt Kuge. Dort sei es immer zu eng zugegangen. Ohne Tribüne seien längere Veranstaltungen für Zuschauer kaum zumutbar. „Die stehen sich ja die Beine in den Bauch.“ Eine Tribüne ist für den TV-Chef daher Pflicht. „Wir sollten nicht wieder die Fehler der Vergangenheit machen – am Ende des Tages ärgert man sich schwarz“, sagt Kuge. Außerdem, daran erinnert er am Rande, habe die alte Zweifachhalle im Sportpark auch Zuschauerplätze im Oberrang gehabt.

Wir wünschen uns auf jeden Fall eine Tribüne, es muss ja keine große sein.

Sandra Schenkel, Chefin der Sälzer-Sekundarschule

Für die Schulen macht sich Sandra Schenkel, Chefin der Sälzer-Sekundarschule, für Zuschauerplätze stark. Man sei dankbar, dass man bei einer Besprechung vor einigen Monaten von der Stadt als Schulträger zu dem Thema gehört worden sei. Dort habe sie sich auch nach Rücksprache mit der Sport-Fachschaft der Schule klar für eine Tribüne in der neuen Zweifachhalle ausgesprochen, bestätigt Sandra Schenkel. Und dabei ist es auch geblieben. „Wir wünschen uns auf jeden Fall eine Tribüne, es muss ja keine große sein.“ Aber das sei sinnvoll bei schulischen Veranstaltungen, zum Beispiel Fußballturniere. „Wo sollen die anderen Sportler denn alle sitzen?“ Nur eine Fläche für die Zuschauer „halte ich für nicht ausreichend“, sagt die Schulleiterin. Und sowieso: Viele Zweifachhallen hätten Tribünen. Außergewöhnlich sei das also nicht. Grundsätzlich sei sie dankbar, in die Planungen einbezogen zu werden, versichert Sandra Schenkel.

Das sagte die Politik zur Zuschauerfrage

Das Raumprogramm für die neue Halle hatte der Schulausschuss zuletzt einstimmig auf den Weg gebracht – als Grundlage für die Vorentwurfsplanung zum Bau. Darin ist ein Bereich für 199 Zuschauer vorgesehen, ohne dass die Ausgestaltung als Tribüne, ebenerdige Fläche oder Stufung näher festgelegt ist. Aber fest steht damit nichts. Gerd Petermann (CDU) hatte im Ausschuss angemerkt: „Wir sollten uns fragen, ob wir wirklich eine solche Zuschaueranlage brauchen.“ Er regte an, darüber nachzudenken, ob die für Zuschauer vorgesehene Fläche nicht besser für einen Mehrzweckraum genutzt werden könnte. Am Ende müsse man die Frage beantworten: „Was macht fürs gleiche Geld mehr Sinn?“ “ In derselben Sitzung hatte sich hingegen Paul Stewen vom Stadtsportverband deutlich für einen Zuschauerbereich ausgesprochen – zumal die Tribünenanlage in der Dreifachhalle nicht mehr allzu lange halten werde.

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