Alarm in Werl

Verdacht auf Delta-Virus-Mutante: Sekundarschule geschlossen - Quarantäne für alle Zehnerklassen - Freitag Neustart

Die Sekundarschule Werl ist geschlossen. Es gibt einen Verdachtsfall einer Corona-Mutation.
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Die Sekundarschule Werl ist geschlossen. Es gibt einen Verdachtsfall einer Corona-Mutation.

[Update 16.20 Uhr] Die Sekundarschule Werl ist geschlossen worden. Grund: Verdacht auf eine Corona-Mutation. Am Donnerstagmittag bestätigt der Kreis, dass die als gefährlich geltende Delta-Virus-Mutante bei Infizierten nachgewiesen worden sei, die familiären und freundschaftlichen Kontakt zu den Schülern haben. Die Schule ist geschockt. Freitag soll der Schulbetrieb aber wieder starten. Nur nicht für die Zehnerklassen. Die sind allesamt in Quarantäne.

Werl - Die Stadtverwaltung hatte den Vorgang am Donnerstagmorgen auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt.

StadtWerl
LandkreisSoest
Einwohner30.767

Im Mittag bestätigte der Kreis: Das Gesundheitsamt habe 123 Schülerinnen und Schüler der Zehner-Abschlussklassen der Sekundarschule Werl in Quarantäne geschickt, „weil im familiären Umfeld bzw. im Freundeskreis vier Corona-Infektionen mit der Delta-Mutante nachgewiesen worden sind“. Es sei auch geplant, Anfang der kommenden Woche die Klassen 5 bis 9 der Schule abzustreichen, gut 500 Kinder und Jugendliche.

Bereits am 15. Juni habe der Kreis Soest einzelne positive Corona-Fälle an Werler Schulen öffentlich gemacht, so Kreis-Sprecher Wilhelm Müschenborn. „Darunter waren auch zwei Betroffene, die Abschlussklassen der Sekundarschule Werl besuchen.“ Am späten Mittwochnachmittag seien im Gesundheitsamt vier Sequenzierungsnachweise der Delta-Virus-Mutante aus dem familiären Umfeld und dem Freundeskreis dieser zwei Abschlussklässler eingetroffen. Aus dem familiären Umfeld und dem Freundeskreis der beiden Abschlussklässler seien seit dem 10. Juni bislang insgesamt 14 Corona-Fälle gemeldet worden. 

Sekundarschule geschlossen: Delta-Variante bei Schülern noch nicht bestätigt

„Es ist derzeit noch unklar, ob auch die zwei positiv getesteten Abschlussklässler mit der Delta-Variante infiziert sind“, so der Kreis. Das Sequenzierungsergebnis bleibe abzuwarten. Vorsichtshalber habe die Schulleitung am 16. Juni „auf Anraten des Gesundheitsamtes“ entschieden, dass die Sekundarschule am Donnerstag geschlossen bleibt, und Home-Schooling auf den Stundenplan gesetzt. Auch, weil noch ein PCR-Befund nach einem positiven Schnelltest bei einem Fünftklässler der Schule ausstand.

Auch Fünftklässler infiziert: Sitznachbarn in Quarantäne

Das Labor habe diesen Schnelltest am Donnerstagmorgen bestätigt. „Deshalb gehen auch die betroffenen Sitznachbarn in Quarantäne“, teilt der Kreis mit. Am Freitag, „wenn ansonsten aller Voraussicht nach der Unterricht der anderen Klassen wieder aufgenommen wird, wird regulär bei allen Schülern ein begleiteter Selbsttest in der Schule durchgeführt“. Anfang der kommenden Woche werden die Klassen 5 bis 9, die nicht in Quarantäne sind, und das Lehrerkollegium einschließlich Integrationskräfte abgestrichen.

Für die Zehner-Abschlussklassen sei Quarantäne angeordnet worden, „weil sie im privaten Rahmen ihren Abschluss gefeiert haben und eine klare Kontaktpersonenverfolgung nicht möglich war. Vor diesem Hintergrund schließt das Gesundheitsamt weitere Infektionen nicht aus“, teilt der Kreis mit.

Weil es über ein Geschwisterkind eine Querverbindung zur Norbertschule in Werl gibt, wurden die Vorsichtsmaßnahmen rund um einen Positivfall dort ausgeweitet. Die zunächst nur für die Sitznachbarn angeordnete Quarantäne wurde auf die ganze Klasse ausgedehnt.  

Der erste Fall einer Delta-Virus-Variante im Kreis Soest war am 12. Mai bekannt geworden. Einschließlich der am Mittwochnachmittag eingegangen vier Sequenzierungsergebnisse gebe es mittlerweile sieben Fälle der Delta-Variante im Kreis Soest. 

Verdacht auf Corona-Mutation: Ganze Schule in Werl geschlossen

Die Schule sei am Mittwochabend vom Kreisgesundheitsamt in Kenntnis gesetzt worden, sagt Iris Bogdahn von der Verwaltung. Daraufhin hätten die Klassenlehrer dafür gesorgt, dass alle Eltern und Schüler informiert werden. „Wir wissen aber auch noch nichts Genaues“, hieß es am Donnerstagmorgen. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Die Rede war nur vom Verdacht einer Corona-Mutante. Man versuche händeringend, das Gesundheitsamt zu erreichen.

Am heutigen Donnerstag bleibt die Schule am Salzbach komplett geschlossen. Allerdings hat auch die Stadt nicht über die kurzfristige Schulschließung informiert. Die Entscheidung habe aber nicht in der Hand der Stadt gelegen, sagt Iris Bogdahn.

Schule in Werl dicht: Quarantäne für alle Zehnerklassen wegen Mutations-Verdachts

Bekannt war bis Mittwoch nur, dass zwei Schüler des Abschlussjahrgangs mit Corona infiziert seien und sieben Schüler in die Quarantäne geschickt wurden. Eigentlich sollte am Donnerstag der Abschluss-Gag der Zehnerklassen stattfinden und am Freitag die zentrale Entlassfeier der Abschlussschüler in der Stadthalle. Dazu wird es nicht kommen. Alle Zehnerklassen befinden sich in Quarantäne, die Verunsicherung unter Schülern und Eltern ist groß.

Auf der Schul-Homepage wird mitgeteilt, dass „unsere Schule bis auf Weiteres in den Lockdown“ geht. „Es werden an unserer Schule Mutationen des Corona-Virus vermutet. Bis zur Klärung des Sachverhaltes wird in Distanz unterrichtet. Sobald Näheres bekannt ist, werden neue Informationen bekanntgegeben.“ Ergänzend teile Leiterin Sandra Schenkel am Morgen mit, dass sie am Mittwoch am späten Nachmittag die Information erhalten habe, „dass unsere Schule zunächst für heute (Donnerstag, die Red.) geschlossen werden soll und der komplette 10er Jahrgang in Quarantäne gehen muss.“  

Am Freitag ist wieder Unterricht für die Jahrgänge 5 bis 9

Am Donnerstagnachmittag wies die Sekundarschule darauf hin, dass am Freitag der Unterricht für die Jahrgänge 5 bis 9 fortgesetzt wird. Nur die Abschlussklassen bleiben fern. Klar ist auch: Die Schüler müssen kommen, es besteht Schulpflicht. Der Mensa-Betrieb wird am Montag nicht stattfinden, darauf weist Sandra Schenkel bereits jetzt hin. Die Schüler werden dann um 13 Uhr nach Hause gehen, die letzte Stunde findet im Distanzunterricht statt.

Am kommenden Dienstag wird dann die Abstrichaktion in der Schule stattfinden für alle Schüler der Klasse 5 bis 9 sowie das Kollegium und die Verwaltung. Das bedürfe der intensiven Vorbereitung, sagt die Schulleiterin. Insgesamt seien die Verantwortlichen in der Schule nun nach der Aufregung „erschöpft“. Alles sei schnell gegangen und dann über die Schule geradezu hereingebrochen.

Eine Sorge hat Sandra Schenkel nun: Am Montag wird die Maskenpflicht auf den Schulhöfen landesweit aufgehoben. Zur Unzeit für die Sekundarschule. Daher erhebe der Appell an die Schüler, die Maske freiwillig weiterzutragen- auch außerhalb des Schulgebäudes.

„Gut, dass zumindest an Schulen weiter getestet wird“

Auch Schulpflegschaftsvorsitzende Angela Sommer spricht für ein weiter vorsichtiges Verhalten aus. „Im Grunde ist es gut, dass die Infektionen durch die Schnelltests festgestellt wurden.“ Viele Menschen fühlten sich inzwischen ziemlich sicher, deshalb ginge die Zahl der Tests außerhalb der Schule zurück. „Da ist es gut, dass zumindest an den Schulen weiter getestet wird.“ Die Rückkehr in den Distanzunterricht treffe manche Kinder natürlich härter als andere. „Viele Kinder waren in den vergangenen Wochen total froh, endlich wieder persönliche Ansprechpartner in der Schule zu haben“, sagt Sommer. Doch die Lehrer würden sich auch über die Distanz sehr gut um die Schüler kümmern. „Da ist die Schule wirklich gut aufgestellt“, findet Sommer.

Auch die Information der Eltern am Mittwochabend habe gut funktioniert, so Sommer. Sie selbst habe bislang wenige direkte Rückmeldungen von den Eltern erhalten. Viele Eltern hätten sich direkt an die Schule gewandt. Ihr eigener Sohn sei von der plötzlichen Schulschließung nicht direkt betroffen gewesen. Der Neuntklässler absolviere noch bis zu den Sommerferien ein Praktikum.

Für die Abschluss-Schüler sei der Ausfall der geplanten Feierlichkeiten sehr schade. Die vergangenen Monate ohne Feste, ohne das regelmäßige Treffen mit Freunden, seien ohnehin für die Jugendlichen hart gewesen. In Abstimmung mit der Schule spiele man zurzeit alle möglichen Szenarien durch, um den Zehntklässlern doch noch einen gelungenen Abschluss ihrer Schulzeit zu ermöglichen. Zurzeit müsse man aber auch noch abwarten, wie sich die Lage weiter entwickelt.

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