Viel zu tun für den Briefwahlvorstand

Vater-Sohn-Gespann als Wahlhelfer in Werl

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Jonas (17) und sein Vater Ralf Longerich (58) mit den weiteren Wahlhelfern Werner Dittirch und Hendrik Weber im Wahllokal Norbertschule.

In den 19 Werler Wahllokalen sind 240 Wahlhelfer im Einsatz. Zahlreiche von den Unterstützern sind schon seit vielen Jahren bei den Wahlen dabei.

Werl - Ralf Longerich sitzt seit mehr als 20 Jahren bei jeder Wahl im Wahllokal der Norbertschule. Für den 58-Jährigen ist es schon zur Routine geworden, wenn der Wahlsonntag ansteht. Seinen ersten Einsatz hatte der Werler, als er Mitarbeiter der Stadt Soest war.

Da wurde er von der Werler Stadtverwaltung verpflichtet. „Damals war ich als Beisitzer dabei“, erinnert er sich. Ralf Longerich ist seit vielen Jahren bei der Stadt Werl beschäftigt. In seinem Wahllokal fungiert er als Schriftführer. „Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter der Stadt die Position des Schriftführers übernehmen. Wenn es am Montagmorgen zu Rückfragen kommt, sind unsere Mitarbeiter schnell und direkt zu erreichen“, begründet Alexandra Kleine die Besetzung.

Besonderer Einsatz: Wie der Vater, so der Sohn

Trotz der langjährigen Erfahrung als Wahlhelfer ist es für Ralf Longerich ein besonderer Einsatz. Zum ersten Mal hat sein Sohn Jonas den Dienst im Wahllokal übernommen. Der 17-Jährige hatte mit seinem Vater über die Tätigkeit gesprochen und Spaß daran, diesen Dienst mal kennenzulernen. „Für mich selbst war es ein tolles Erlebnis, live mitzubekommen, wie über die Zukunft der Stadt Werl entschieden wurde“, so der 17-Jährige.

„Ich konnte neue Erkenntnisse bei der Tätigkeit sammeln. Mit 17 Jahren habe ich nicht so viel Lebenserfahrung“, fügt er hinzu. Für Politik interessiere er sich auch. „Ich informiere mich über die politischen Themen und wenn die mich interessieren, beschäftige ich mich intensiver damit. Nur wenn die mich nicht ansprechen, bleibe ich nicht dabei“, erklärt Jonas Longerich.

Vor dem Dienst als Wahlhelfer war er im Gegensatz zu seinem Vater schon sehr aufgeregt. „Für mich war das eine neue Erfahrung“, so der 17-Jährige. Die Aufregung bei dem Heranwachsenden ist schnell verflogen. Die ersten Wähler stehen bereits um 7.55 Uhr vor der Tür. „Ich finde das schön und habe einen neuen Einblick bekommen. Ich würde das sofort noch mal machen“, sagt Jonas Longerich.

Dienst als Wahlhelfer eine Bürgerpflicht

Für seinen Vater ist der Dienst als Wahlhelfer eine Bürgerpflicht geworden. Schade findet er es, dass in seinem Lokal die Wahlbeteiligung nicht so hoch ist. „Wir hatten schon Wahlen, da lag die Beteiligung bei unter 20 Prozent“, berichtet er. Viele Wähler, die kommen, kennt er schon von ehemaligen Wahlen. Früher kam nach den Sonntagmorgenmessen ein großer Schwung ins Lokal. Das hat sich geändert. Heute kommen die Wähler über den Tag verteilt.

Die Wahl steht dieses Mal unter besonderen Voraussetzungen. „Mit der Corona-Krise hatten wir keine Erfahrungswerte, aber es ist alles gut gelaufen“, so der 58-Jährige.

Für Tobias Gebhard ist es am Nachmittag der erste Tag in einem Wahlbüro als Beisitzer. Die Leute machen es ihm leicht, sich zurechtzufinden. „Wir haben im Team einen guten Austausch und die Wähler, die kommen, sind alle gut drauf“, so Gebhardt.

Viele junge Leute gehen zur Wahl

Neben vielen Bekannten, die durch die Klassentür in der Walburigsschule kommen, findet er, dass viele junge Leute an der Wahl teilnehmen. „Einige Eltern bereiten ihre Kinder hier auf die kommenden Wahlen vor, und bringen sie mit, damit sie das Umfeld kennenlernen“, berichtet er.

Für die Schutzmaßnahmen und den Einbahnfußweg zeigen alle großes Verständnis. Tobias Gebhardt merkt die Spannung bei den Wählern. „Man spürt bei den Leuten, dass es ein wichtiger Tag für die Stadt ist“, teilt Gebhardt mit.

Die Wahlhelfer mussten vor dem Einsatz im Wahllokal an einer Schulung teilnehmen. Wegen der Corona-Pandemie sind die 240 Wahlhelfer an vier Terminen auf die Wahl vorbereitet worden. Alle Hände voll zu tun hat der Briefwahlvorstand. Rund 6300 Briefe müssen die Verantwortlichen ab 16 Uhr öffnen und die Wahlunterlagen später auf die Wahllokale verteilen.

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