Viele verschieben ihre Flugreisen

Werler Urlauber sind verunsichert - wohin soll die Reise gehen?

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Sabine Wanjura vom Tui-Reisecenter in Werl beschäftigte sich in den vergangenen Tagen und Wochen vor allem mit Reisestornierungen.

Viele Werler verzichten in diesem Jahr auf ihren Urlaub im Süden. Die Unsicherheit wegen der Corona-Pandemie oder Reisewarnungen machen dem Sommerurlaub 2020 einen Strich durch die Rechnung.

Werl - Pauschalreisen in beliebte Urlaubsländer wie Türkei, Ägypten und Tunesien sind bis Ende August alle abgesagt worden. Die Reisenden bleiben aber nicht auf ihren Kosten sitzen. „Da sind die Veranstalter sehr kulant“, sagt Sabine Wanjura vom Tui-Reisecenter in Werl.

Für die Kunden gab es mehrere Möglichkeiten. „Sie konnten die Reise auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, es gab Gutscheine, aber auch Barauszahlungen“, berichtete sie. Ihre Kunden hätten von all diesen Angeboten Gebrauch gemacht. „Sehr viele haben ihren Urlaub verschoben“, sagt die Reisefachfrau. In den vergangenen Wochen habe sie sich wie eine Verwaltungsangestellte gefühlt. „Ich habe hier nur gesessen und Bürosachen erledigt.

Zum Buchen von Reisen bin ich nicht mehr wirklich gekommen“, berichtet sie. Fast alles habe was mit Abwicklungen von gebuchten Reisen zu tun, die eigentlich nicht mehr auf der Tagesordnung gestanden hätten. Selbst Ferienreisende, die ihren Urlaub im Internet gebucht hatten, holten sich Auskunft bei ihr. „Auch denen haben ich geholfen. Die kamen bei der Hotline des Anbieters nicht durch“, erzählt sie. Viele, die ihre Flugreise für den Sommer in diesem Jahr nicht antreten, versuchen Ziele zu bekommen, die sie mit dem Auto erreichen können.

„Aber die Hotels in Deutschland dürfen nur die Hälfte der normalen Kapazität aufnehmen und daher sind diese fast alle ausgebucht“, teilt Sabine Wanjura mit. Wie sie weiter berichtet, wissen viele Kunden nicht, dass auch die heimischen Reisebüros Urlaube in der Nähe vermitteln. „Einige Kunden wundern sich, dass wir bessere Preise bei deutschen Hotels bekommen, als wenn sie da persönlich anrufen“, sagt sie. Das liege an den Kapazitäten, die sich die Reiseveranstalter gesichert haben.

Auch beim Reisebüro Velmer sind die Stornierungen der Pauschalreisen die Hauptaufgabe. „Die Leute sind verunsichert oder mögen es nicht, im Urlaub mit den Masken rum zu laufen“, berichtet Andreas Melon. Wie er aus Erfahrung erzählt, sind die Kunden schon genervt, wenn sie im Flugzeug die ganze Zeit die Maske tragen müssen. „Hinzu kommen dann noch die Corona-Regeln in den Hotels“, fügt er hinzu. Neben Deutschland und Holland ist Kroatien ein beliebtes Ziel der Urlaubssuchenden geworden. „Da können sie mit dem Auto hinfahren und die Sonne genießen“, so Melon.

Das kurzfristige Geschäft der Last-Minute-Reisen sei in diesem Jahr zum Erliegen gekommen. Gefragte Flugziele seien in diesem Sommer Griechenland, Bulgarien und Spanien. „Da kommen die Gäste schnell hin“, weiß er. Kunden, die sich aus dem Sommerurlaub melden, seien sehr zufrieden. „Die Strände sind leer und es ist nicht so schlimm, wie es hier erzählt wird“, sagen beide Reiseexperten. Für die Länder müssen die Reisenden vorher ein Formular ausfüllen, um einen Barcode zu bekommen, den man bei der Einreise benötigt.

Bei Fernreisen hat Andreas Melon weniger Absagen. „Einige wollten im Sommer in die USA. Die haben ihre Reisen verschoben“, erklärt Melon. Die fernen Ziele würden von den meisten Kunden erst im Herbst angeflogen und seien derzeit nicht von den Ausfällen betroffen. Zum Reisebüro Velmer gehören sieben Bahnagenturen. Die 26 Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Im April sei der Umsatz um 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. „Jetzt zieht es langsam wieder an. Im vergangenen Monat lagen wir bei 50 Prozent“, berichtet Mitinhaber Andreas Melon. Der Umsatzrückgang habe auch daran gelegen, dass in den vergangenen Wochen keine Schülerfahrkarten verkauft werden konnten, teilt er weiter mit.

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