Unter Drogeneinfluss hinterm Steuer: So entscheidet das Gericht

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Werl - Wegen des Genusses von Rauschmitteln im Straßenverkehr hatte sich jetzt ein 30-jähriger Mann aus Bocholt vor dem örtlichen Amtsgericht zu verantworten.

Der Mann war am 20. September des vergangenen Jahres nach Werl gekommen, um einen Audi Probe zu fahren. Bei der Probefahrt verhielt sich der junge Mann jedoch so auffällig, dass eine Zivilstreife der Polizei ihn aus dem Verkehr zog. 

Zunächst war er beim Anfahren an einer Ampel von der Linksabbiegerspur auf die rechte Fahrspur gezogen und hatte dabei einen Kastenwagen behindert. All dies hatten die hinter ihm befindlichen Polizeibeamten beobachtet. Im weiteren Verlauf der Fahrt dann versuchte er noch einen unkontrollierten Überholvorgang und zwang dabei einen entgegenkommenden Motorradfahrer auf die Standspur auszuweichen, wie einer der als Zeugen vernommenen Polizisten aussagte. 

"Ich nehme keine Drogen"

Beim nachfolgenden Drogentest dann das für den Angeklagten nach eigener Aussage überraschende Resultat: 6,00 Mikrogramm Amphetamine wurden bei ihm gefunden. „Ich nehme keine Drogen“, so der Angeklagte und berichtete dann dem Gericht davon, wie es nach seiner Ansicht zu den Amphetaminen in seinem Blut gekommen ist. „Als ich nach Werl losfahren wollte, rief mich ein Freund an, der mir mitteilte, dass sich mein Cousin in Bocholt in schlechter Gesellschaft befindet. Ich suchte meinen Cousin darum auf, nahm ihm ein Brillenetui ab, und warf es in meinen Wagen, weil ich ja schnell zu dem Werler Autohaus musste“, so der Angeklagte. 

Während der Fahrt habe er dann das Etui geöffnet und sich an einer darin befindlichen Rasierklinge geschnitten. Dabei sei wohl das Pulver in seinen Blutkreislauf geraten, erklärte er dem Gericht. 

Das wollte diese Schilderung nicht so recht glauben. „Sie hatten so viele Drogen im Blut, dass dies auf einen längeren Missbrauch hindeutet“, so die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Sie wertete seine Aussage als Schutzbehauptung und beantragte eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu sechs Monaten sowie eine Sperrfrist für die Fahrerlaubnis von sechs Monaten. Ein Antrag, dem das Urteil der Richterin letztlich entsprach. 

Der Mann kann gegen diese Entscheidung nun Rechtsmittel einlegen.

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