Unseriöser Schädlingsbekämpfer

Werlerin fällt auf miese Abzocke herein: "Er hat mich total überrumpelt"

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Die Maulwurfhügel im Garten einer Werlerin werden immer mehr, das Geld auf ihrem Konto ist dafür weniger geworden.

Die mittlerweile 30 kleinen Erdhügel im frischangelegten Rasen nervten. Ein Schädlingsbekämpfer musste her. Nach kurzer Suche im Internet versprach eine Telefonnummer Hilfe.

Werl - „Ich dachte, ich hätte einen Schädlingsbekämpfer in Werl angerufen“, sagt die Hausbesitzerin heute. Im Endeffekt saß sie aber wohl einer typischen Abzocke auf, die sie teuer zu stehen kam.

1000 Euro stehen später auf der Rechnung, die der Bekämpfer, der offenbar aus dem Ruhrgebiet angereist war, ihr direkt nach dem Aufstellen von zwei Plastikkästchen im Garten präsentierte – und sie nötigte, das auch gleich zu zahlen. Soviel Bargeld habe sie nicht daheim, antwortete die verunsicherte Frau.

Worauf sich der redegewandte und großgewachsene Mann nicht einließ und jetzt auf Kartenzahlung bestand. „Er hat mich total überrumpelt“, erzählt die Werlerin von diesem unerfreulichen Erlebnis. Allein mit ihrem Kind im Haus fühlte sie sich so bedrängt, dass sie dann auch zahlte.

Die versprochene weitere Betreuung von einem halben Jahr für ihren Garten blieb indes aus. Über jene 0800er-Nummer versuchte die Werlerin Kontakt zu bekommen mit dem vermeintlichen Kammerjäger.

Alle Versuche, den Mann ans Telefon zu bekommen, scheiterten. Die Erdhügel im Garten werden derweil immer mehr und sehen weder nach Wühlmaus noch wie vom „Experten“ diagnostizierte Jungratten-Haufen aus. Ob sich die zwei, nun mit einigen 100 Euro bezahlten Plastik-Fallen bewähren, ist daher zweifelhaft.

Im Internet sind ähnliche Modelle übrigens für unter 10 Euro zu haben. Aus diese Erfahrung klüger geworden, ist die Frau schließlich zu Polizei gegangen und erstattete Anzeige wegen Betrugs. Ob das allerdings zum Erfolg führen wird, dadurch das investierte Geld wiederzubekommen, ist fraglich. Denn Lügen (im Internet) ist nun mal nicht verboten.

Ratsam ist daher, Angebote genau zu prüfen, ob beispielsweise eine Adresse vorhanden ist. Ebenso sollten die anfallenden Arbeits- und Anfahrtskosten im Vorfeld abgeklärt werden. Damit das böse Erwachen ausbleibt, von dem in anderen Fällen auch Betroffene von zugefallenen Haustüren nach dem Einsatz von unseriösen Schlüsseldiensten erzählen können.

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