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Gefährlicher Kampf gegen Unkraut: Flammen bedrohen Wohnhaus und Gartenhütte

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Von: Dominik Maaß

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Die Feuerwehr Werl löschte in Hilbeck eine brennende Hecke.
Die Feuerwehr Werl löschte in Hilbeck eine brennende Hecke. © Feuerwehr Werl

Eigentlich wollte der Hausbesitzer dem Unkraut den Garaus machen, nun ist von seiner großen Thuja-Hecke im Garten nur noch ein schwarzes Gerippe übrig. Und beinahe wäre es noch schlimmer gekommen.

Werl-Hilbeck – Kurz nach 15 Uhr schallte am Mittwochnachmittag Martinshorn durch Hilbeck. Am Schinkenfeldweg war eine große Thuja-Hecke in Flammen aufgegangen. Weil durch die Flammen auch das Wohnhaus, eine Gartenhütte und die ebenfalls an ein Wohnhaus angrenzende Hecke des Nachbarn bedroht waren, wurde die Alarmstufe schnell erhöht. Zusätzlich zum Löschzug Hilbeck, Budberg, Sönnern rückten auch Kräfte des Löschzugs Stadtmitte an.

Wie schnell das Feuer hätte übergreifen können, wurde den Einsatzkräften beim Anblick der angekokelten Wand der Gartenhütte deutlich. Zum Glück habe die Hecke direkt an der Straße gestanden, sagte Feuerwehrchef Karsten Korte. So hätten die Einsatzkräfte der Löschgruppe Hilbeck das Feuer mit einem „Schnellangriff” rasch unter Kontrolle gehabt. Zusätzlich kühlten sie die Wand des Wohnhauses, an die die Flammen bereits herangereicht hatten. Die zusätzlich alarmierten Einheiten brauchten nicht mehr eingreifen.

„Im schlimmsten Fall verlieren Menschen so ihr ganzes Haus.”

Feuerwehrchef Karsten Korte

Gut sechs Meter Hecke seien den Flammen zum Opfer gefallen. Der Hausbesitzer habe selbst erste Löschversuche mit dem Gartenschlauch unternommen. Ausgelöst wurde der Brand laut Feuerwehr durch den Versuch, Unkraut mit einem Dachdecker-Brenner abzuflämmen. Der Hausbesitzer habe sich wohl weit genug von der Hecke entfernt gewähnt und dabei die Hitzeentwicklung und den Funkenflug unterschätzt, so Korte. Das komme leider immer wieder vor. Der Feuerwehrchef warnt eindringlich vor dem Nachahmen: „Im schlimmsten Fall verlieren Menschen so ihr ganzes Haus.”

Polizei hält Feuerwehr den Weg frei

Ausdrücklich gelobt hat Korte nach dem Einsatz die Zusammenarbeit mit der Werler Polizei. Diese habe kurzzeitig die Autobahnabfahrt Werl-Nord gesperrt und so verhindert, dass der Verkehr von der Autobahn auf die B63 nachfließen konnte. So hatten die nachrückenden Feuerwehr-Kräfte aus Werl und Budberg freie Fahrt in der für sie engen Baustelle auf der Bundesstraße, in der Überholen nicht möglich wäre. Was auf der A445 kurzzeitig zu einem Stau führte, hätte der Wehr im Falle eines größeren Brandes wertvolle Minuten gespart.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Kampf gegen Unkraut daneben geht. In Welver hatte der Einsatz eines Flämmgeräts ungewollte Folgen. Wenn so etwas geschieht, stellt sich die Frage: Wer bezahlt eigentlich den Einsatz der Feuerwehr?

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