Unerlaubte Spritztour endet vor Gericht

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Werl – Der syrische Familienvater, der jetzt vor der Strafrichterin des Amtsgerichts Werl stand, war sich zunächst keiner Schuld bewusst. „Ich habe nichts gemacht“, erklärte er.

Die Staatsanwältin konfrontierte ihn mit dem Vorwurf, einem Jugendlichen, der keinen Führerschein besitzt, im November des vergangenen Jahres das Fahren mit dem Pkw gestattet zu haben.

 „Dann erklären Sie uns einmal Ihre Sicht der Dinge“, so die Richterin und der Angeklagte ergriff die Gelegenheit gerne: „Ich hatte das Fenster geöffnet und wurde von meinem kleineren, 14-jährigen Sohn durch das offene Fenster gerufen, weil mein 16-jähriger Sohn den vor dem Haus abgestellten Wagen startete. 

"30 Meter weit"

Offenbar hatte er meine Autoschlüssel aus der Tasche meiner Hose genommen, die im Schlafzimmer lag“, so der Angeklagte. Dann sei er nach draußen geeilt und neben dem sehr langsam fahrenden Wagen gelangt. Es sei ihm dann gelungen, seinen Sohn zu überzeugen, das Fahrzeug zum Stehen zu bringen. „Er ist insgesamt höchstens 30 Meter weit gefahren“, so der Mann und vierfache Familienvater. 

Ein anderes Bild dieses unerlaubten Autoausflugs zeichneten jedoch zwei Zeugen. Demnach soll der Angeklagte schon des Öfteren mit seinem ältesten – keinen Führerschein besitzenden – Sohn am Steuer bis zum Ende der etwa 500 Meter langen Wohnstraße –und von dort wieder zurück – gefahren sein. 

Unsichere Fahrweise

Der von dem Zeugen als sichtlich stolz bezeichnete Vater saß auf dem Beifahrersitz. Am Tattag bemerkten die Zeugen sogar ein kleines, nicht angeschnalltes Kind auf dem Rücksitz. „Alle drei lächelten mich an“, so der Zeuge, der angesichts dieses Erlebnisses die Polizei benachrichtigte. Die Fahrweise des jungen Mannes am Steuer bezeichneten die Zeugen übereinstimmend als unsicher. 

„Als der Wagen an dem Tag an mir vorbei fuhr, berührte er fast den Meinigen“, so die Aussage eines jungen Mannes, der im Nachbarhaus seine Freundin besuchen wollte. „Als ich wenig später mit meiner Freundin vor dem Haus eine Zigarette rauchte, sah ich, wie der Wagen wieder zurückkam. Der Junge war noch immer am Steuer“, so der Zeuge. 

Unter Drogeneinfluss hinterm Steuer: So entscheidet das Gericht

Klare Aussagen, die auch der Angeklagte am Ende nicht weiter wegdiskutieren wollte. „Es tut mir leid, ich habe einen Fehler gemacht“, so der Angeklagte. Das Urteil – eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 15 Euro – akzeptierte der Mann noch im Gerichtssaal. Auch die Vertreterin der Staatsanwaltschaft verzichtete auf das Einlegen von Rechtsmitteln.

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