Behandlung in Bochum

Umzug für Sicherungsverwahrte der JVA Werl

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Der Start der neuen der Sozialtherapeutischen Anstalt in Bochum hat auch Auswirkungen auf die Justizvollzugsanstalt Werl.

Der Start der neuen der Sozialtherapeutischen Anstalt in Bochum hat auch Auswirkungen auf die Justizvollzugsanstalt Werl.

Werl/Bochum - Denn die wird ihre Sozialtherapeutische Abteilung für die Sicherungsverwahrung („SoThA SV“) mit 15 Plätzen aufgeben. Verwahrte, die eine entsprechende Behandlung für eine Aussicht auf ein Leben in Freiheit brauchen und wünschen, sollen nach Bochum wechseln.

Das hat Thomas König, Leiter der JVA Werl, auf Anfrage mitgeteilt. Der Start ist am 1. November geplant. Der Wechsel solle freiwillig erfolgen; dazu werde sicher auch viel Motivationsarbeit nötig sein. Die Sozialtherapie soll die Gefährlichkeit von Untergebrachten reduzieren. Die sozialtherapeutische Behandlung, wie sie bisher in der JVA Werl angeboten wird, wird es so nicht mehr geben.

Natürlich aber werde man auch künftig die individuelle intensive Betreuung der Sicherungsverwahrten in Werl sicherstellen. Aber die JVA Werl werde für den Wechsel nach Bochum (78 Plätze) werben, weil dort die Behandlungsmöglichkeiten für die Sexual- oder Gewaltstraftäter besser seien. „Wir sehen das als weitere Optimierung der Intensivbehandlung der SVer mit noch besseren Möglichkeiten“, sagt der JVA-Chef zu den Gegebenheiten in Bochum.

Reicher Erfahrungsschatz

Dort könne man auf einen „reichen Erfahrungsschatz“ zurückgreifen. „Die Behandlung dort ist das Beste, was man bieten kann“. Auf eine entsprechende Behandlung lassen sich aber nicht viele SVer ein. Die Werler Abteilung sei nicht regelmäßig ausgebucht. Zugleich könne der Schritt als Nebeneffekt aber auch Platz im eigenen SV-Haus schaffen, der knapp zu werden droht.

140 Plätze hat das Haus 4 in Werl, über einen Ausbau hatte der Justizminister bei einem Besuch in Werl bereits laut nachgedacht. Auch in der Vergangenheit hatte die Werler Anstalt bereits Plätze in der SoTha Gelsenkirchen genutzt; zurzeit seien fünf Werler SVer dort. In Bochum sollen die SVer nicht mehr isoliert in einer Wohngruppe leben. Vielmehr gibt es eine Durchmischung mit Strafgefangenen. Zwar sollen die Vollzugsbereiche eigentlich strikt voneinander getrennt sein, weil Sicherungsverwahrte ihre Strafe bereits verbüßt haben, allerdings wegen der zu hohen Gefahr weiterer Straftaten verwahrt bleiben müssen.

Therapeutische Behandlung

Aber in der therapeutischen Behandlung mache der Gesetzgeber eine Ausnahme. Denn es gebe „gute therapeutische Effekte“, wenn die SVer bei Gefangenen „Licht am Ende des Tunnels“, sprich die Aussicht auf Freiheit, motivierend wahrnehmen, zum Beispiel durch Lockerungen. Das wirke sich positiv auf das Mitwirken in der Therapie aus und mache daher Sinn, sagt Thomas König. Natürlich sei die Frage, ob und wie die Werler SVer sich auf das neue Angebot in Bochum einlassen. Die Unterbringungsräume dort sind neu, aber, den Strafhaftvorgaben entsprechend, kleiner als die SV-Räume in Werl. Dafür aber winkt die schnellere Entlassung in die Freiheit.

Die Werler SVer dürfen testen: Eine Probewoche in Bochum ist möglich. Seit 2016 erfolgt der Vollzug der Sicherungsverwahrung in NRW zentral in der JVA Werl in einem eigens dafür errichteten Neubau mit 140 Plätzen. „Bei den in der Sicherungsverwahrung Untergebrachten handelt es sich um Hochrisikotäter, die nach Verbüßung ihrer Freiheitsstrafe nicht aus dem Freiheitsentzug entlassen werden, da bei ihnen – unbehandelt – von einem dauerhaft erhöhten Rückfallrisiko für die Begehung schwerer und schwerster Gewalt- und/oder Sexualstraftaten bei gleichzeitig ungünstiger Behandlungsprognose auszugehen ist“, heißt es auf der Homepage der JVA Werl.

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