Klosterumbau auf der Zielgeraden

Aus dem Franziskaner-Domizil wird Pilgerheim und Nonnenkloster

Luftbild Wallfahrtsbasilika mit ehemaligem Franziskaner-Kloster, Werl,  Nordrhein-Westfalen, Deutschland
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Der Umbau des ehemaligen Franziskaner-Klosters zum Wallfahrtszentrum schreitet weiter voran.

Der Umbau des ehemaligen Franziskaner-Klosters zum Wallfahrtszentrum schreitet weiter voran. Läuft alles nach Plan, sollen die Bauarbeiten im September beendet sein. 

Werl - Zu knien ist man als Katholik ja gewohnt. Zum Niederknien fand das Wallfahrtsteam auch den Bodenbelag im einstigen Franziskanerkloster: „Wir alle sind hier auf den Knien rumgerutscht, um den Teppichkleber von den Fliesen zu knibbeln. Das war eine Arbeit, die wäre unbezahlbar gewesen“, erzählt Wallfahrtsseelsorger Markus Ende.

Wer das Franziskanerkloster bis zum Abzug der Mönche kannte, erkennt es derzeit nur an historischen Einzelteilen wieder. Wie an Glasfenstern, Türen oder Bodenbelägen: „Die Preissteigerung bei den Baustoffpreisen hatten zumindest auch etwas Gutes: Linoleum ist mittlerweile so teuer wie die Arbeitsleistung, um die Holzböden aufzuarbeiten“, freut sich Ende, dass die Böden in den Zimmern nicht zur Kostendämmung mit Kunststoff bedeckt werden mussten.

Wallfahrtseelsorger Markus Ende wüsste auch ohne die Baupläne, wie die einzelnen Bereiche eingeteilt wurden.

Die Bauarbeiten gehen auf die Zielgeraden zu. Im September sollen sie fertig sein. Die Eröffnung ist dennoch erst für den 12. Dezember geplant – sicher ist sicher.

Ende: „Wir nehmen jeden auf“, folgt die Einrichtung nicht dem unrühmlichen Beispiel eines Gastwirtes aus Bethlehem, „ob Christ oder nicht, ob Pilger oder nicht. Wir sind kein Hotelbetrieb, haben eher den Charakter einer Jugendherberge. Wir nehmen gegen Spende auf. Wer nichts hat, gibt nichts, wer was hat, gibt auch was. Das gleicht sich aus.“

Ganz im Sinne der Gastfreundschaft Franz von Assisis gibt es neben den Mehrbettzimmern mit Sanitäranlagen auf dem Flur (die für jeden öffentlich zugänglich sind) auch zwei Zimmer für Obdachlose, aber auch Einzelzimmer und drei kleinere Appartements, für deren – vergleichsweisen – Luxus die Besucher dann doch einen Obolus zahlen sollen. Eine Bewirtung gibt es nicht: „Der Küchenbereich ist zur Selbstversorgung, man kann sich auch Essen liefern lassen aus der hiesigen Gastronomie.“ Da man sich künftig stärker auch auf Fahrradpilger konzentrieren wolle, kommen auch Fahrradständer und Ladestationen für E-Bikes.

Das Haus wurde komplett entkernt und wieder zusammengesetzt: „Jede zweite oder dritte Zimmertür ist blind, weil dahinter Räume verbunden wurden“, erzählt Ende. Das Gebäude wird komplett barrierefrei, dafür sorgt unter anderem ein Aufzug, unter auf energetisch neuestem Stand eingerichtet. Rund 90 Kilometer Kabel wurden verlegt, schätzt ein Elektriker, „davon fast 20 allein für die EDV“.

Ins oberste Stockwerk ziehen die verbliebenen Ursulinenschwestern. Ihr Bereich wird natürlich für die Besucher gesperrt sein – ebenso wie die Wohnungen der beiden Geistlichen Pastor Dr. Gerhard Best und Stephan Mockenhaupt darunter.

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