Besuch in der Sekundarschule

Moderatorin Mo Asumang spricht mit Werler Schülern über Rassismus

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Mo Asumang kam bei ihrem Besuch in Werl in Kontakt mit Schülern.

Werl - Die Moderatorin Mo Asumang hat eine deutsche Mutter und einen ghanaischen Vater. Deswegen erhielt sie Morddrohungen einer rechtsextremen Band. In dieser Woche war sie zu Besuch in der Sälzer-Sekundarschule in Werl.

 Ihren Film „Die Arier“ zeigte sie an der Sälzer-Sekundarschule und beantwortete im Anschluss die Fragen der Schüler. „Ich treffe mich mit Rassisten und spreche mit ihnen“, so stellte sich Mo Asumang den Schülern vor und sie stellte klar: „Ein modernes Land braucht Rassismus und Antisemitismus nicht.“

Während ihrer Recherchen sprach sie mit Leuten, die sie verachteten, ein amerikanischer Radiomoderator bezeichnete ihren Vater als „Gen-Entführer, der durch die Ehe mit einer weißen Frau seine Rasse aufwerten wollte.“ „Rassisten haben Schubladen, in die sie Menschen stecken. Die überprüfen sie aber nicht. Das Reden ist wie eine Waffe, die diese Menschen zum Umdenken bringt“, erklärt die Moderatorin.

 In dem Film besucht sie einen Mann, der sich selbst als Naturwissenschaftler bezeichnete und die Überzeugung vertritt, dass Arier ursprünglich aus dem Aldebaran-System kamen, mit sogenannten Reichsflugscheiben den Mond und den Mars besiedelten und eine große Basis am Südpol unterhielten. Ein anderer von Mo Asumangs Interviewpartnern erklärte ihr im Rahmen einer rechtsextremen Demonstration, wie seine Partei die Rückführung aller in Deutschland lebenden Ausländer plant. „Wie Sie Ihren Haushalt dann mitnehmen, das werden Sie dann privat klären müssen.“

Als Höhepunkt der Dokumentation traf sie in den Vereinigten Staaten ein Mitglied des Ku-Klux-Klans. Dieser erklärte ihr, dass er nichts gegen schwarze Personen habe. Er wolle nur nicht, dass diese die weiße Bevölkerung verdrängen.

Ob sich für Mo Asumang durch die Doku etwas verändert habe, wollte eine Schülerin nach der Vorführung wissen. „Wenn ich heute einen Rassisten auf der Straße sehe, laufe ich zu ihm hin und nicht weg.“

Zwar erhalte sie weiterhin Morddrohungen aus der rechtsextremen Ecke, doch habe sie auch einen Ausstieg aus dieser Szene begleiten können. „Chris war ein Nazi, heute ist er ein Freund von mir.“

Mo Asumang hat die tatsächlichen Arier in ihrer Dokumentation gefunden. Sie sind ein Hirtenvolk, das von je her auf den Hochebenen des Irans lebt. Mit ihnen kam Mo Asumang ins Gespräch. Sie waren amüsiert, als sie erfuhren, dass sich manche Rassisten stolz als Arier bezeichnen: „Wir Arier denken, Hitler war verrückt.“

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