Suche nach Weg aus der Krise

Händler sammeln bei „Zukunftswerkstatt Werl“ Ideen für die Innenstadt

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Wie kann Innenstadt stattfinden? Mit Zetteln sammelten die Händler Ideen bei ihrer Zukunftswerkstatt.

Werl -  Eingeladen worden war zur „Zukunftswerkstatt Werl“. Denn jetzt möchte man gemeinsam ans Werk gehen und etwas gestalten. Knapp über 30 Teilnehmer aus Einzelhandel und Wirtschaft nahmen an dem Treffen am Montagabend im Kompetenzzentrum teil. Auf der Tagesordnung stand die Weiterentwicklung der Innenstadt. Und die befindet sich bekanntlich aktuell in unruhigen Gewässern.

Claudia Tölle, die als Coach und „neutrale Person“ moderierend durch die Veranstaltung führte, fand daher auch die passenden Worte. Sie wolle hier und da helfen, „um Klippen herum zu Schiffen“. Zunächst ließ Adrian Gruschka von der Wirtschaftsförderung die bisher gelaufenen Maßnahmen und Umfrageergebnisse Revue passieren. Der Walburgisstraße attestierte er, dass es sich bei diesem Teil der Fußgängerzone inzwischen „nur noch dem Namen nach um eine 1-A-Lage“ handelt. „Große Ketten“ seien das „große Problem“, da diese kaum dazu zu bewegen seien, sich für den Standort Werl zu entscheiden. Die Zwischennutzung von Schaufenstern als „Galerie“ oder Ausstellungsfläche sei zwar positiv zu bewerten, könnte aber nur als „kosmetische Maßnahme“ dienen. 

Claudia Tölle hielt zu Beginn der „Zukunftswerkstatt“ ein Gehirn aus Kunststoff in die Luft. „Wir brauchen ihre Gedanken, Ideen und ihren Ärger“, animierte sie zur Mitgestaltung. Auch wurde deutlich: „Es gibt kein richtig und kein falsch“. 

Öffnungszeiten kritisiert 

Die Anregungen aus den Reihen der Anwesenden, sie sprudelten anschließend ordentlich. „Neugierde kommt von Neu“, hieß es etwa. Außerdem wurde der Wunsch nach einem „Konzept für die ganze Stadt“, inklusive Industrie, geäußert. Bemängelt wurden die unsortierten und unzuverlässigen Öffnungszeiten verschiedener Geschäfte. Mit Blick auf die Politik kam ferner die Kritik, dass keine Kaufleute im Rat vertreten seien. Hier fehle es an einem „Bindeglied“ oder „Sprachrohr“ zwischen Rathaus und Einzelhandel. Gründern und Neubürgern beim Start zu helfen und zu begleiten, war eine weitere fordernde Wortmeldung. 

Natürlich gab es bei allem Negativen auch positive Aspekte. Die Wallfahrt und der historische Stadtkern wurden als Werbefaktoren genannt. Der Kurpark allerdings sei für viele immer noch „Neuland“. 

Als bestes Beispiel dafür, dass es zu Erfolgen in der Geschäftswelt kommen kann, wurde die „Kinderburg“ genannt. Dieser Fachhandel hat jüngst seine Verkaufsfläche immens vergrößert. 

Die Länge der Fußgängerzonen war ebenfalls Thema. Ein Umdenken sei hier in Zukunft wohl kaum zu verhindern. 

Parken auf dem Marktplatz 

Ein weiterer „Klassiker“ kam ebenfalls aufs Papier: Den Marktplatz für parkende Autos freizugeben, sollte zumindest für die Wintermonate angedacht werden. 

Die Stellwände, sie wurden im Verlauf des Abends immer voller. Ein bunter Zettel nach dem anderen fand hier seinen Platz. Das freute auch Ulrich Canisius von der Werler Wirtschaftsförderung. „Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe, es geht nicht alleine“. Beim bloßen Sammeln von Vorschlägen soll es übrigens sicher nicht bleiben. Zwei solcher Treffen solle es gerne pro Jahr geben. Bis zum Frühjahr, spätestens Ende März 2019, werde man die ersten Ergebnisse präsentieren. 

„Sie haben sich einer riesigen Herausforderung gestellt“, bilanzierte Claudia Tölle. Ulrich Canisius lobte die „guten Ergebnisse“: „Auch wenn man nicht immer einer Meinung ist, müssen wir jetzt das Gebilde mit Leben füllen“. Dazu solle ein jeder „seinen Beitrag leisten“. Der größte Wert sei die gute Vernetzung innerhalb der Stadt.

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