Ein Stück Heimat

„Garten der Kulturen“ erfreut sich großer Beliebtheit

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Mindestens zweimal pro Woche treffen sich Flüchtlinge mit Einheimischen zur Gartenarbeit. Initiator Roland Pastoor (rechts) nutzt den Kulturen-Garten auch zum Deutschunterricht unter freiem Himmel.

Werl - Mit dem "Garten der Kulturen" möchte Roland Pastoor den Flüchtlingen in Werl ein Stück Heimat zurückgeben. Die Idee zum Integrationsprojekt hatte Pastoor bereits Ende vergangenen Jahres mit Michaela Gärtner-Geisler von der Initiative Flüchtlinge Mittendrin. Jahrelang musste der Anwohner zusehen, wie die alte Streuobstwiese zwischen der Tankstelle Rubart und der Firma Holz-Rubarth verkam.

Seit sich die Gruppe aus Einheimischen und Flüchtlingen im März erstmalig zur Gartenarbeit getroffen hatte, hat sich viel verändert: Gespendete Gartenmöbel bilden nun eine Sitzecke, in der die Naturliebhaber bei bestem Wetter gemeinsam schlemmen und mit Hilfe einer kleinen Tafel Deutschunterricht machen. Steine, die auf dem Boden lagen, wurden von den Hobby-Gärtnern aufgetürmt. Sie dienen nun als Hochbeete, in denen Obst und Gemüse angepflanzt wird. 

Mindestens zweimal pro Woche arbeiten knapp 20 Menschen auf der Anlage. Neben Flüchtlingen sind auch ausdrücklich alle Werler zur Mitarbeit eingeladen, der Ertrag wird später gerecht unter den Mitwirkenden aufgeteilt. Das von Ehrenamtlichen getragene Projekt der Stadt Werl kam anfangs über das Sozialamt in Kontakt mit den Flüchtlingen. Mittlerweile haben viele Familien einen eigenen Schlüssel und sprechen sich in einer Chat-Gruppe über anstehende Gartenarbeiten ab. 

Tauschbörse, Grillevent und gemeinsame Abende

Roland Pastoor freute sich in der Vergangenheit über eine gut besuchte Pflanzentauschbörse, ein Grillevent und gemeinsame Abende mit kulinarischen Spezialitäten aus den Heimatländern der Teilnehmer. Trotz des Erfolgs in den ersten Monaten, gibt es im Kulturen-Garten noch eine Menge zu tun: Das Dach des Backsteinhauses auf dem Gelände soll bis zum Herbst neu eingedeckt werden, auch die Tür muss vermutlich ersetzt werden. Damit die Ehrenamtlichen die Geräte nicht immer selbst mitbringen müssen, soll das Haus als Unterstand dienen. Auch ein neuer Holzschuppen steht auf der Agenda. 

Fließendes Wasser gibt es im Garten bisher nicht: Der Vorpächter hatte ein Brunnenbohrloch angelegt, das nun verstopft ist. Schon bald soll das Bohrloch wieder frei sein, Wasser könnte dann durch eine Schwengelpumpe fließen. Bisher halfen die Stadtwerke und der Kommunalbetrieb dabei, das 1.000 Liter Fass wieder aufzufüllen. 

Besonders angetan waren die Flüchtlingsfamilien, die größtenteils aus Afghanistan stammen und mit den Ehrenamtlichen Deutsch sprechen, vom Mirabellenbaum im Kulturen-Garten. Aus der gelben Frucht soll Marmelade gemacht werden, die dann bei einem Kartoffelfeuer aufs Stockbrot geschmiert werden kann. Aktuell warten die Werler mit grünem Daumen aber noch darauf, dass die Kartoffeln reif sind.

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