Türen bleiben auch zur Michaeliswoche geschlossen

Streit mit Verdi: Turflon darf an Sonntagen nicht öffnen

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Büderich - So groß die Möbel auch sind: Turflon muss klein beigeben – Das Büdericher Möbelhaus hat schlechte Karten bei den verkaufsoffenen Sonntagen und kündigt weiteren Verzicht an. Und: Mit der Gewerkschaft Verdi will man sich auch juristisch nicht messen.

Das kündigte Turflon-Chef Guido Münstermann auf Anzeiger-Anfrage an. Nach der schon länger feststehenden Absage für das Siederfest kippt damit ein weiterer finanziell lukrativer offener Sonntag aus dem Veranstaltungskalender des Möbelhauses.

Dass Turflon auch am Münztag, dem vierten Werler Aktionstag mit offenen Geschäften an Sonntagen, außen vor bleiben wird, ist wahrscheinlich, auch wenn dazu noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist. Aus seinem Frust und der Verärgerung über die Gesetzesprobleme macht der Chef des Möbelhauses keinen Hehl. „Wir verstehen das nicht“.

Der Text zum Entfesselungsgesetz der Landesregierung, das durch den Wegfall der „Anlass-Bezogenheit“ eigentlich mehr Freiräume für den Handel schaffen sollte, sei ja nun mal offenbar nicht ausreichend gut formuliert; das, so Münstermann, schlage sich in der Rechtssprechung nieder. Dadurch werde oft mit zweierlei Maß gemessen.

„Flickenteppich“

Manche Klage der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gegen offene Sonntage habe Erfolg gehabt, oft auch schon die Klage-Androhung. In anderen Fällen hingegen hätten Möbelhäuser an offenen Sonntagen verkaufen dürfen oder aber auch anderer Fachhandel im Randbereichen von Städten – zuletzt in Lippstadt. „Das ist ein Flickenteppich“, moniert der Turflon-Chef – und sei nicht akzeptabel.

Daher hoffe man auf Nachbesserungen und ein „Umdenken“ der Landespolitik. „So etwas muss doch klar formulierbar sein.“ So lange das aber nicht so sei, bleibe nur der Verzicht. Zwar hatte Münstermann im März auch die Möglichkeit einer Klage gegen Verdi in Betracht gezogen, das aber mittlerweile verworfen. „Da sehen wir kaum Erfolgsaussichten.“

Probleme für Handel

Man müsse die Entwicklung weiter abwarten. Guido Münstermann hatte einen Antrag für die zweite Jahreshälfte, sprich die Michaeliswoche und den Münztag, aber zunächst bewusst offen gehalten. Nun bleibt es an der Kritik an fehlender Gleichbehandlung und Planungssicherheit. „An vier Sonntagen fünf Stunden Arbeit für die Mitarbeiter, das tut keinem weh – und das wollen die Mitarbeiter auch“, versichert Münstermann.

Ein Verzicht darauf Turflon aber schon: Für das Möbelhaus bedeuteten die Sonntage immer gute Umsätze auch durch auswärtige Kunden. Seit 2017 gibt es die Probleme – und sie werden bleiben. Das schmerzt nicht nur Turflon, sondern auch weiteren Fachhandel gerade vor dem Hintergrund des schwieriger gewordenen Marktes und der Online-Konkurrenz mit ihren Möglichkeiten des Rund-um-die-Uhr-Verkaufs.

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