Stempelaufdruck mit politischer Botschaft

Dieser Zehn-Euro-Schein wird in Werler Geschäft nicht angenommen

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Per Stempel wurde der Schein "verziert", um Werbung für politische Ansichten zu machen. 

Werl - Dieser Zehner wurde zum sprichwörtlichen „falschen Fuffziger“: Einen Stempelaufdruck mit einer politischen Botschaft entdeckte jetzt ein Werler auf einem Zehn-Euro-Schein. Oder besser: die Kassiererin eines Supermarkts in Werl, die genau jenen Schein deshalb nicht annehmen wollte.

Das sei schon der zweite Schein an diesem Tag, ließ sie den Einkäufer wissen. Dem bleibt vorerst nichts weiter übrig, als den den Schein zunächst wieder einzustecken und anderweitig zu bezahlen.

Aber was soll man machen, wenn einem ein solcher Schein unterkommt?

„Für die Polizei ist das kein Thema, wir sind dafür nicht zuständig“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Lückenkemper auf Anzeiger-Anfrage. Anders klingt das bei der Volksbank: Natürlich handele es sich um eine Straftat, „das weiß doch jeder“, sagt Wolfgang Jäger, Leiter des Bereichs Unternehmenservice der Volksbank Hellweg. Man dürfe Geldscheine nicht verändern durch Beschmieren oder Abreißen.

Schein soll bei der Bank abgegeben werden, aber..

Ein solcher Schein müsse bei der Bank abgegeben werden, sie nimmt ihn aber nur „unter Vorbehalt“ an – und dann wird es für den Kunden spannend: Die Volksbank reicht den Schein an die Bundesbank Dortmund zur Prüfung auf Echtheit und Umlauffähigkeit weiter. Hält die den Zehner noch für „umlauffähig“, wird der bedruckte Schein zwar aus dem Verkehr gezogen, der Kunde erhält sein Geld aber wieder.

Stuft die Bundesbank den Schein hingegen als nicht mehr umlauffähig ein und damit als Zahlungsmittel ungeeignet, hat der Besitzer Pech: Auch dann wird der Schein aus dem Verkehr gezogen, der Kunde bekommt den Schaden aber nicht ersetzt.

Mit dieser Wartezeit müssen Betroffene rechnen

So oder so muss der Betroffene mit einer längeren Wartezeit der Prüfung rechnen – gut eine Woche. Klar ist auch: Wissentlich darf er den Schein nicht mehr in Umlauf bringen. Wolfgang Jäger betont „Ich kann den Einzelhändler verstehen, der den Zehner nicht angenommen hat.“ Denn im Zweifel bleibe der Kaufmann auf dem Verlust sitzen. Spätestens beim Einzahlen an der Bank würden die Maschinen den Fehlläufer aussortieren. „Und das ist ja auch richtig so, weil das Bild verändert worden ist.“ Ohne Frage sei es ärgerlich, wenn Geldscheine missbraucht würden für politische oder andere Zwecke. 

Auch die Sparkasse Soest-Werl bietet Kunden an, solche Scheine abzugeben. Man werde sie zunächst auf Echtheit prüfen und sie dann umtauschen. So entstehe kein Nachteil für den Kunden, sagt eine Sprecherin. Ein so bedruckter Schein sei nicht mehr umlauffähig. Den Kontakt zur Bundesbank werde die Sparkasse intern suchen, vor allem, wenn Zweifel an der Echtheit des Geldes bestehen. Bislang sei noch kein „Stempelschein“ abgegeben worden, man sei aber dafür sensibilisiert und habe das Vorgehen bereits abgestimmt. 

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