Stadtwerke melden Verbrauchs-Rückgänge

Werler sparen bei Strom und Gas

Ein Sparschwein mit als Strom-Steckdose geformter Schnauze – so lässt sich der Spar-Effekt beim Verbrauch symbolisch darstellen.
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Ein Sparschwein mit als Strom-Steckdose geformter Schnauze – so lässt sich der Spar-Effekt beim Verbrauch symbolisch darstellen.

 Die Werler Bürger im Corona-Jahr 2020 Energie gespart – was sich auf die Jahresrechnungen niederschlagen wird. Demnach ging der Stromverbrauch um sieben und der Gasverbrauch sogar um zehn Prozent zurück. Das teilten die Stadtwerke auf Anfrage mit.

Werl - „Für viele gibt es eine positive Überraschung: Ihr Verbrauch war niedriger als im Vorjahr“, kündigen die Stadtwerke an. Gesparte Energie ist gespartes Geld: Viele Kunden können mit Erstattungen per Gutschrift rechnen. Wie üblich verrechnen die Stadtwerke das mit der ersten Monatsrate; die Abschläge für 2021 werden entsprechend der Verbrauchsabrechnung angepasst. Aber die Höhe der Abschläge können Kunden auch ändern lassen.

Ab Montag werden die 16 500 Kunden der Stadtwerke über ihre Jahresverbrauchsabrechnung für Strom, Gas und Wasser informiert. Natürlich, so Stadtwerke-Geschäftsführer Robert Stams, richtet sich die Rechnung nach dem individuellen Verbrauchsverhalten. Wer im Corona-Jahr deutlich mehr Zuhause war, zum Beispiel im Homeoffice oder durch ausgefallenen Urlaub, hat wohl mehr Strom verbraucht als im Vorjahr. Mehrkosten sind dann zumindest zu vermuten. Aber: „Durch Energiesparmaßnahmen der Kunden sinken in Werl die Stromverbräuche seit Jahren“, sagt Stams. 2020 habe es erstmals einen stärkeren Rückgang gegeben. „Der Gesamtverbrauch unserer Kunden lag knapp sieben Prozent unter dem Vorjahreswert.“ Das sei auf die Pandemie zurückzuführen – aber betrifft vor allem Industrie, Gewerbe und Einzelhandel, die im Lockdown weniger Strom abnahmen. Ob es Einsparungen im privaten Bereich gab und wie stark sie insgesamt sind, ist hingegen nicht ablesbar.

Verlust für die Stadtwerke

Ein belastender Faktor hat Corona aber auch gebracht: Von April bis Juni gab es einen Abnahme-Knick, der die Stromprognose der Stadtwerke verhagelte. Also mussten überschüssige Kapazitäten fast verramscht werden, da es zum Preisverfall an den Börsen kam – schließlich waren nicht nur die Stadtwerke Werl betroffen, sondern viele Versorger. Mit negativen Folgen: Der wirtschaftliche Verlust sei für die Stadtwerke „schmerzhaft, in keiner Weise in einer kritischen Größenordnung gewesen“, sagt Stams, der allerdings keine Zahlen nennen will. Dass die Prognose so sehr abwich, sei der Pandemie geschuldet: „Corona hat keiner kommen sehen.“

Auch geheizt wurde in Werl weniger. Der Gasverbrauch sei gegenüber 2019 um rund zehn Prozentpunkte gesunken. Stams sieht die Ursache beim Klima: „Das Jahr 2020 war wärmer als 2019. Somit musste weniger geheizt werden.“ Der geringere Verbrauch sei unabhängig von Corona.

Dass die Stadtwerke die gesenkte Umsatzsteuer von 16 Prozent an die Kunden für das gesamte Jahr 2020 weitergeben und „nicht nur für das zweite Halbjahr, wie von der Bundesregierung bestimmt“, lässt Stams nicht unerwähnt. Bereits im November hatten die Stadtwerke zudem mitgeteilt, dass sie für 2021 die Preise unverändert lassen.

Die Stadtwerke raten Kunden mit Änderungswünschen, das Onlineportal zu nutzen. Es biete in Pandemie-Zeiten einen kontaktlosen Service rund um die Uhr – ohne Wartezeiten. Wer sich online registriert, könne nicht nur den Zählerstand angeben oder Daten ändern, sondern auch den Monatsabschlagsbetrag anpassen.

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