Hunde-Urin greift Metall an

Darum ziehen Bagger in diesen Tagen an mehr als 150 Werler Straßenlaternen

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Eine Spezialfirma untersucht derzeit die Standsicherheit der Laternen.

Westönnen/Oberbergstraße – Mit einem Minibagger testet eine Spezialfirma die Standsicherheit der Laternen in Westönnen und Oberbergstraße. Die Routinekontrolle wird im Auftrag der Stadtwerke Werl, dem Betreiber der Laternen, durchgeführt.

Jürgen Heinenberg startet das Programm an dem umgebauten Minibagger. Er schiebt den Steuerknüppel langsam nach vorn. Gemeinsam mit Prüftechniker Sebastian Eulitz testet Teamleiter Heinenberg die Standsicherheit der Laternen. Mit 5,2 Kilonewton Metern lässt Heinenberg den Bagger sanft vor die Laternen drücken. „Das sind ungefähr 572 Kilogramm. Das reicht hier aber nicht“, sagt Jürgen Heinenberg. 

Er steht mit dem Bagger vor einer Laterne in der Breite Straße in Westönnen. An der Laterne hängt ein Straßenschild. Das verändert die Messwerte, erklärt Heinenberg. Er muss mit knapp einem Kilonewton Meter mehr gegen die Laterne drücken, „das sind über 100 Kilogramm, alleine durch das Schild“, sagt der erfahrene Teamleiter der Spezialfirma „Roch Services GmbH“. 

Die Arbeit an den Laternen hat bereits vor einer Woche begonnen. Heute gehen die Arbeiten weiter. Die Firma aus Lübeck wurde von den Stadtwerken Werl beauftragt, dem Betreiber der Laternen. Dabei handelt es sich um eine Routinekontrolle, sagt Michael Jochade, Netzmeister der Stromabteilung der Stadtwerke. „Wir lassen fünf Prozent des Bestands testen“, erklärt Jochade. 

Prüfung im Vier-Jahres-Rhythmus

Im Vier-Jahres- Rhythmus wird jede einzelne Werler Straßenlaterne überprüft. Teilweise stehen die Laternen, die aus verzinktem Stahl gefertigt sind, seit 55 Jahren. Die Firma „Roch Services GmbH“ ist der einzige Anbieter, der mit dem speziellen Bagger arbeitet. „Den gibt es so nicht zu kaufen“, sagt Jürgen Heinenberg. „Die Technik ist patentiert.“  

Ein Wegnehmer leitet die Daten an den PC weiter.

Darüber hinaus gebe es noch zwei Methoden, um die Standsicherheit von Laternen zu prüfen: Mit Ultraschall oder einer „Rütteltechnik“. Große Werbebanner wirken wie ein Segel Jürgen Heinenberg und Sebastian Eulitz drücken und ziehen jeweils von zwei Seiten mit ihrem Bagger an den Laternen. Ein sogenannter Wegnehmer leitet die gemessenen Daten an einen Computer weiter. Jürgen Heinenberg sieht dann sofort, ob die Standsicherheit der Laterne gegeben ist. „Eigentlich ist das ein ganz einfaches System“, sagt Jürgen Heinenberg. Geprüft wird mit der doppelten Windlast, die eine Laterne aushalten muss. 

Bei Schildern erhöht sich die Windlast deutlich. „Große Banner an Laternen sind in Werl verboten“, sagt Michael Jochade, „die wirken wie ein Segel.“ Davon seien anderswo auch schon Laternen umgefallen. Da sich die Laternen im Besitz der Stadtwerke befinden, tragen diese auch die Verantwortung. Bislang haben Jürgen Heinenberg und Sebastian Eulitz an den Laternen in Westönnen und Oberbergstraße keine größeren Schäden gefunden. „Zwischen fünf und zehn Minuten brauchen wir für eine Laterne“, sagt Sebastian Eulitz. 

Hunde setzen Laternen zu

Zwischen 150 und 160 Laternen werden derzeit getestet. Hunde-Urin greift das Metall an Neben dem Wind setzen vor allem Hunde der Standfestigkeit der Laternen zu. Wenn Hunde an einem Mast immer wieder das Beinchen heben, werde durch ihr „kleines Geschäft“ nämlich das Metall angegriffen. Die langfristigen Folgen können Rostflecken und – im ungünstigsten Fall – Löcher sein. Um die nicht ständig austauschen zu müssen, haben die Stadtwerke Kunststoffmanschetten installiert. Diese Schützen das Metall vor Korrosion. 

Neue Laterne kostet 3.000 Euro

Heinenberg und Eulitz melden aber nicht nur die Standsicherheit, sondern auch Beulen. „Fahrerflucht ist ein großes Thema“, sagt Michael Jochade. Gefährden die Beulen die Standsicherheit, müssen die Masten getauscht werden. „Wir können den Stahl nicht ausbessern“, sagt Jochhade. Und dann wird es teuer: Rund 3000 Euro kostet eine neue Laterne.

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