Energieversorger spendiert Umzugs-Kartons und hofft auf Treue des Kunden

Stadtwerke als Umzugshelfer: Werler Ex-Knast-Arzt Joe Bausch nutzte Angebot

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Die neue Stadtwerke-Aktion „Umzugshelfer“ nutzte auch Schauspieler Joe Bausch.

Werl - So ein Umzug ist nicht von Pappe. Das weiß jeder, der seine Siebensachen und mehr packt, um in neuen Räumen neu Fuß zu fassen. Dabei wollen die Stadtwerke mit einer neuen Aktion helfen – und Umziehenden mit Pappe unter die Arme greifen.

Der Energieversorger spendiert Umzugs-Kartons. Und damit „vier Wände“ auf Zeit, die beim Transport helfen. Dabei ist Stabilität doppelt gefragt: Die Kartons müssen halten – und der Kunde soll dem Energieversorger die Treue halten. So die Idee.

Einer der ersten, der das neue Angebot der Stadtwerke annahm, ist Joe Bausch, bekannt als Gerichtsmediziner Dr. Roth aus dem Kölner „Tatort“. Er hat nach 32 Jahren als Gefängnisarzt der Justizvollzugsanstalt Werl seinen weißen Kittel vor geraumer zeit an den Nagel gehängt.

Umziehen, das kennt der Mann mit der Glatze zu genüge: raus aus der Arbeitskleidung in die des Schauspielers. Jetzt aber geht es beim Umziehen auch um Möbel und alles, was sich so angesammelt hat.

Raus aus der Dienstwohnung in einen anderen Ort

Der Mediziner zieht aus seiner Dienstwohnung aus und in einen anderen Ort in der Region. Mit im Gepäck: sein Energieversorger. 

„Umzugshelfer“ heißt das Programm der Stadtwerke Werl. Jeder Kunde, der bei Umzug seinen Strom- oder Gasvertrag mitnimmt oder neu abschließt, bekomme fünf Umzugskartons gratis, versprechen die Stadtwerke.

Das Angebot in Kooperation mit dem Umzugsunternehmen Ruhrmann gelte auch außerhalb Werls. Es gebe schließlich rund 200 Menschen, die im Monat in Werl um- oder einziehen. 

Ex-Knast-Arzt und Pfarrer unterlagen der Schweigepflicht

Das Ziel ist klar: Die Karton-Aktion soll Kunden binden. Seine Kartons hat Joe Bausch mittlerweile gepackt, der Umzugswagen stand schon vor der Tür. Er werde seine „tollen Nachbarn“ vermissen, sagt er. „Die Gespräche mit dem Pfarrer nebenan ganz besonders.“

Schließlich unterlagen sie beide der Schweigepflicht, fügt er schmunzelnd hinzu. 

Der packt auch etwas über seine Planungen aus: 66-Jährige hat als Autor, Sprecher und Schauspieler noch viel vor. Voraussichtlich 2021 erscheint sein drittes Buch. Es werde diesmal nicht von seinem (ehemaligen) Beruf im Gefängnis handeln. Ein biografisches Sachbuch soll es vielmehr werden, sagt Joe Bausch. 

Jetzt gilt es aber erst einmal, das neue Zuhause einzurichten und die Umzugskartons wieder auszupacken. Dafür ist viel Energie aufzubringen – und zwar in diesem Fall nicht aus der Leitung. Die aber hat Bausch trotzdem mitgenommen als ein „Stück Werl“.

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