Stadtquellen-Projekt

Nach Debatte um bunte Bänke: Das ist der neue Entwurf für die Markt-Möbel

Die Visualisierung zeigt, wie die Sitzbank in W-Form aussehen soll. Mit drei weiteren Bänken soll sie den Schriftzug Werl bilden.
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Die Visualisierung zeigt, wie die Sitzbank in W-Form aussehen soll. Mit drei weiteren Bänken soll sie den Schriftzug Werl bilden.

Werls gute Stube wird neu möbliert. Der Verein „Historischer Stadtkern Werl“ stellte jetzt das überarbeitete Bankmodell vor, das den Stadtquellen auf dem Markt zur Seite gestellt werden soll. Am Ende sollen die vier Sitzmöbel in Buchstabenform den Schriftzug Werl ergeben. Nach der kontroversen Diskussion um den ersten Vorschlag mit bunten Bänken aus Hartschaum und Glasfaser gibt es nun ein etwas dezenteres Modell.

Werl - „Ich glaube, wir haben einen guten Kompromiss gefunden“, sagt Jens Lücke vom Verein „Historischer Stadtkern Werl“. Die vier Sitzmöbel sollen nun aus einem verzinkten Stahlrohruntergestell bestehen, das seitlich umlaufend mit Fassadenplatten verkleidet wird. Das „W“ wird in rot/orange verkleidet, die weiteren Buchstaben blau, grün und gelb. Durch die Sitzflächen aus Kiefernholz wirkt das Ensemble nicht ganz so bunt wie der erste Entwurf. „Trotzdem bleiben sie ein Hingucker“, so Lücke.

Im Schnitt kosten die Buchstaben gut 6000 Euro pro Stück. Das „W“ wird jetzt bestellt. Die Finanzierung ist bereits Teil des Gesamtprojekts. Lücke hofft, dass es zur Eröffnung nach den Sommerferien bereits aufgestellt werden kann. E, R und L sollen später durch Spenden finanziert werden.

Der Verein hatte auch andere Modelle, zum Beispiel aus Naturstein oder Beton, geprüft, so Lücke. Aber bei ihnen wäre eine der wichtigsten Voraussetzungen nicht erfüllt gewesen: die Mobilität. Zwar werden die Bänke dem normalen Marktbetrieb nicht im Wege stehen, für Großveranstaltungen müssen sie aber zur Seite gerückt werden können. Das verzinkte Untergestell des nun ausgewählten Modells wird mit Kufen aus Polypropylen ausgerüstet und ist mit dem Gabelstapler unterfahrbar. Das Gewicht für das „W“ liegt bei circa 300 Kilogramm.

Leuchtdioden in den Düsen ermöglichen ein Farbenspiel bei Dunkelheit.

Besonderen Wert habe der Verein auch auf die Nachhaltigkeit der Materialien gelegt. Die Fassadenplatten seien witterungsbeständig und bestünden zu 65 Prozent aus Naturfasern und Schnittresten der Holzindustrie. Sie enthielten keine Schadstoffe und könnten deshalb in modernen Heizanlagen verbrannt werden.

Das zertifizierte, heimische Holz der Sitzflächen wird mit Bioethanol behandelt und thermisch erhitzt, um es haltbar zu machen. Durch Verwitterung erhalte es eine leicht graue Färbung, was zum Schutz des Holzes beitrage. Holz und Stahl seien später recycelbar.

Thorsten Adams von der Firma Aquaactive (Zweiter von links) weist Nils Oetterer (links), Christoph Wimmeler (Zweiter von rechts) und Jens Lücke in den Technikraum der Stadtquellen ein.

Stadtquellen sprudeln im Testbetrieb

Die Stadtquellen auf dem Werler Markt sprudeln. Die Firma Aquaactive aus Detmold, die für die Endmontage zuständig war, übergab das Fontänenfeld am Mittwoch an den Verein „Historischer Stadtkern Werl“ und wies Vereinsmitglieder und Vertreter der Stadtwerke in die Technik ein. Noch handele es sich um einen provisorischen Betrieb, erläuterte Jens Lücke, einer der Ehrenamtlichen im Verein, die sich für das Projekt einsetzen. In den ersten Wochen wird von 8 bis 22 Uhr ein Testprogramm mit einer Schleife von sieben Minuten laufen. Die Feinabstimmung werde später erfolgen. Der Betrieb mit höheren Fontänen werde ohnehin erst möglich sein, wenn Ende Juli die Infostele mit Windwächter aufgestellt wird. Schließlich würde dieser das Wasserspiel bei starken Böen herunterregeln. An der Stele sind zudem sechs Infotafeln zur Stadtgeschichte angebracht. Die offizielle Eröffnung der Stadtquellen soll nach den Sommerferien stattfinden. Ein Termin stehe noch nicht fest, so Lücke. Das vom Verein auf den Weg gebrachte Stadtquellen-Projekt kostet insgesamt rund 275 000 Euro. Die Finanzierung erfolgt über Leader-Fördermittel und über Spenden.

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