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Rezept gegen kränkelnde Innenstadt: Aus Apotheke wird die „Neue Mitte“

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Von: Gerald Bus

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Das Haus der heutigen Bären-Apotheke wird spätestens 2024 zur neuen Stadtinformation und Heimat der GWS. Die Arztpraxis baut aus.
Das Haus der heutigen Bären-Apotheke wird spätestens 2024 zur neuen Stadtinformation und Heimat der GWS. Die Arztpraxis baut aus. © Uta Müller

Rezepte werden dort jeden Tag eingelöst. Nun aber soll das gesamte Haus der „Bären-Apotheke“ zum Rezept werden, um das im Bereich der Eigenwerbung kränkelnde Werl gesund und zukunftsorientiert aufzustellen. Das Ziel: Werl soll dauerhaft ein „gutes Pflaster“ sein Als „Werls Neue Mitte“ wird das Vorhaben bezeichnet, die Immobilie am Markt künftig als Unterkunft für die Stadtinformation, das Stadtmarketing und die Wirtschaftsförderung GWS zu nutzen.

Werl – Über den Stand der Pläne nach dem Kauf des Hauses informierte Förderkoordinatorin Anja Stakemeier jetzt den Planungsausschuss.

Demnach gelte es für alle Städte, sich dem unaufhaltsamen Wandel der Innenstädte anzupassen. Die neue, zentrale Informations- und Servicestelle im Herzen der Stadt werde helfen, die Stärken Werls herauszuarbeiten und bedarfsgerecht auf die Bewohner und Besucher auszurichten, sagte Anja Stakemeier unter Bezug auf Wallfahrt, Tourismus, Kultur, Freizeit, Gastronomie, Versorgung und Wohnen.

Aktuell ist die Stadtinfo im Gebäude des Restaurants Diers nur 28 Quadratmeter groß. Es gebe kaum Platz, schon gar nicht für Beratungen oder Gespräche.. Daher überlegte die Stadt den Ausbau, wollte ins benachbarte Tedi-Ladenlokal wechseln. Auf das hatte aber auch der Besitzer der Bären-Apotheke ein Auge geworfen, der ebenfalls mehr Platz rauchte.

Dem ließ die Stadt den Vorzug, um dann wiederum zu schauen, ob nicht die alte Apotheke am Markt auch in Frage kommt für die „Neue Mitte“.

So ist es nun, der Standort sei sogar „noch besser“, wegen der zusätzlichen Entwicklungsmöglichkeiten sogar „ein Glücksfall“, sagte die Förderkoordinatorin – und nebenbei habe die Stadt einen absehbaren Leerstand in zentraler Lage vermieden. Mittlerweile ist auch geplant, was wohin kommen soll. Das Ziel: „Wir wollen eine regionale Visitenkarte für die Besucher schaffen“. Dazu gehört auch die Förderung der klimafreundlichen Mobilität.

Erdgeschoss

Ein heller Eingang und jede Menge Platz für Informationen: So soll das Erdgeschoss aussehen. Der ebenerdige Zutritt bleibt wie heute an der Apotheke. Es soll innen liegende Schließfächer während der Öffnungszeiten geben. Vorne soll sich die Stadtinfo befinden, im hinteren Teil des Erdgeschosses das Stadtmarketing. Da Treppen auf eine Zwischen-Ebene führen, muss ein kleiner Aufzug her, um barrierefrei zum Citymanagement sowie zum Innenstadtbüro des Stadtentwicklungsprogramms ISEK (zum Beispiel Haus- und Hofflächenprogramm) gelangen zu können. Auch ein WC für behinderte Menschen ist dort vorgesehen, zudem Besprechungsräume. Umbauarbeiten im Innern sind vorgesehen, Leichtbauwände werden entfernt. Es soll auch eine Flickstation für Fahrräder geben und eine digital nutzbare Gepäckaufbewahrung im Außenbereich für eine Nutzung rund um die Uhr,

Obergeschoss

Im Obergeschoss des Hauses befindet sich eine Arztpraxis. Diese will nicht nur als Mieter bleiben, sondern sich ausdehnen auf das gesamte Obergeschoss

Dachgeschoss

In das Dachgeschoss wird die städtische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung (GSW) einziehen. Fünf Büros und zwei Besprechungsräume sind eingeplant, außerdem zwei Lagerräume sowie eine kleine Küche und Sanitäranlagen. Die GWS ist jetzt noch im Rathaus untergebracht.

Es sei von Vorteil, sie zentral in der Innenstadt zu haben, sagt Anja Stakemeier. Womöglich wird es auch ein weiteres Trauzimmer als Außenstelle des Standesamts im Dachgeschoss geben.

Keller

Für die Kellerräume in der alten Apotheke wird noch geprüft, ob Besucher dort ihre Fahrräder abstellen können. Lagerräume und Platz für Archivmaterial gibt es im Keller auch.

Wie es um die Energieeffizienz des Gebäudes bestellt sei, wollte Uwe Jansen (Grüne) wissen. „Da graut es mir vor den Kosten.“

Die Stadt als neue Besitzerin des Hauses werde „sicher einige Maßnahmen ergreifen und was machen müssen“, entgegnete GSW-Chef Gruschka. Anja Stakemeier verwies aber in dem Zusammenhang auf Fördermöglichkeiten beim Umbau von Denkmälern.

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