Umbau hat begonnen

Stadtbücherei zurzeit nur im Mini-Format

Baustelle: Stadtbücherei Werl ist leergeräumt, Umbau hat begonnen
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Eine Baustelle ist zur Zeit die Werler Stadtbücherei.

Die Stadtbücherei ist vorübergehend auf ein Mini-Format reduziert. Das sei jedoch besser als gar nichts, finden Besucher und Leiterin Astrid Richter. 

Werl - Die Stadtbücherei, die eigentlich auf 650 Quadratmetern in der Steinerstraße 30 ansässig ist und ihren Service anbietet, wird zurzeit umgebaut. Es geht aber weiter im Haus Nummer 18, im ehemaligen „Tintenshop“, allerdings auf einen Bruchteil der normalen Fläche reduziert.

„Wir versuchen, alles für unsere Leser zu machen und unser Programm weiterhin aufrecht zu erhalten“, sagt Astrid Richter. Damit meint sie vor allem die Fernleihe, den Sommerleseclub und den Einkauf von neuen Büchern. Alles andere ist jedoch gar nicht so einfach.

Von den sonst 20 000 Medien sind zur Zeit nur knapp 1000 vor Ort. Der Rest ist in der Schützenhalle Sönnern beziehungsweise in der Overbergschule eingelagert. Darum kann nur das ausgeliehen werden, was vorhanden ist oder was Kunden vor dem Umzug ausgeliehen und zurückgebracht haben.

Die Mitarbeiter haben zudem nur einen eingeschränkten Zugriff aufs Computer-System. „Wir müssen mit dem Leser ans Regal gehen und schauen, was ausgeliehen ist und was nicht“, schildert Astrid Richter das Problem. Ein weiterer Nachteil ist das fehlende, feste Internet. „Es ist dann ein bisschen schwierig, wenn das manchmal ausfällt, da unser Programm immer online ist“, erklärt die Leiterin. Das Bücherei-Büro selbst musste sich ebenfalls verkleinern – auf nur zwei statt gewöhnlich fünf PC. Notfalls müsse man ins Rathaus ausweichen. Computer-Plätze, an denen Kunden recherchieren und arbeiten können, gibt es derzeit nicht. „Das war schon eine Umstellung für die Leser“, erzählt Frau Richter. „Doch auch das geht mittlerweile.“

Generell scheinen die Besucher zufrieden und glücklich darüber zu sein, dass die Bücherei überhaupt geöffnet ist. Das bestätigt auch Leserin Julia Weber, die die Bücherei zusammen mit ihren Kindern weiterhin besucht: „Ich bin ganz froh, dass die Bücherei eine Zwischenlösung gefunden hat und dass wir den Kindern auch in der aktuellen Coronalage trotzdem Bücher ausleihen können. Sie haben dann ein bisschen Abwechslung.“

Die Zahl der Kunden sei zwar kleiner, aber das hätte auch mit dem Sommer und Corona zu tun, erzählt Astrid Richter. Diejenigen Besucher, die vorbeischauen, sind zum größten Teil Stammkunden. Sie kommen weiterhin gerne. „Wir haben eine sehr treue Leserschaft, das muss man wirklich so sagen“, betont die Büchereileiterin.

Es gibt aber nicht nur Nachteile in der jetzigen Situation. Da die Mitarbeiter der Bücherei selbst ausgewählt haben, welche Medien ins Lager kommen und welche nicht, konnten sie neben Klassikern und Romanen aus dem aktuellen Jahr, auch auf selten ausgeliehene, eher unbekannte Bücher aufmerksam machen. „Wir haben versucht, den Fokus anders zu legen“, erläutert Richter ihre Vorgehensweise. „Standardwerke sind dabei auch mal in der Kiste gelandet.“ So können die Leser, die oft bei ihren gewohnten Autoren bleiben, auch mal andere entdecken und neue Bücher kennenlernen.

Doch auch das ginge nur eine bestimmte Zeit lang gut. Wenn die Baustelle Stadtbücherei länger als vorgesehen dauert und die Besucher alles durchgelesen haben, müsste über einen Austausch der Medien nachgedacht werden. „Das ist aber ein eher unwahrscheinlicher Fall“, sagt die Leiterin. Sie hofft, dass die Bücherei wie geplant im September in das renovierte Gebäude zurückkehren darf, wo alles neu strukturiert und aufgebaut werden kann und auch wieder mehr Kunden und ganze Familien kommen würden. „Das wäre definitiv eine Erleichterung. Anders geht es gar nicht.“

Der Umbau im angestammten Gebäude ist im vollen Gange. Es sei inzwischen komplett leer geräumt, sagt Silke Bünger von der Eigentümerfamilie, die die Räumlichkeiten langfristig an die Stadt vermietet hat.

Vom alten Fußboden bis hin zur abgehängten Decke und den Lampen ist alles raus. Jetzt wird am künftigen Gesicht der Stadtbücherei gearbeitet.

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