Bildungs-Entscheidung

Absage an "Betreuungshaus" in der alten Paul-Gerhardt-Schule

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Betreuungsräume und neue Kita: Alles soll auf dem Gelände der Walburgisschule konzentriert werden, so will es die Verwaltung Werl. 

Da die negativen Aspekte überwiegen, soll die ehemalige Paul-Gerhardt-Schule nun doch nicht zum „Betreuungshaus“ für die Schüler der Walburgisschule und die neue Kita werden. 

Dabei gibt es ein entscheidendes Argument: Die Paul-Gerhardt-Straße, die zwischen den beiden Schulgebäuden verläuft und eine Gefahrenquelle für die Schulkinder ist. Der von der Schulleitung geforderte „verkehrsbefreite Raum“ fehlt. 

Daher schlägt die Verwaltung der Politik für den Schulausschuss am Dienstag vor, die Konzeption für den Aus- und Umbau der Walburgisschule samt Bau einer neuen Kita auf dem Areal der Walburgisschule zu belassen. 

Die CDU hatte zuletzt die Prüfung, ob ein „Betreuungshaus“ in der ehemaligen Paul-Gerhardt-Schule Sinn machen könnte, bei der Verwaltung beauftragt. Demnach könnten sowohl die neue Kita, als auch die Betreuungseinrichtungen der Walburgisschule (Offener Ganztag, Dinoclub und Schulkinderhaus) auf der anderen Straßenseite untergebracht werden. Die Hoffnung: Das könne Kosten sparen. 

Aber selbst das fällt nicht nennenswert ins Gewicht. Denn durch ein „Betreuungshaus“ in der alten Paul-Gerhardt-Schule könnte zwar der Anbau an die Walburgisschule deutlich kleiner ausfallen, weil dann nur noch zwei statt acht neue Klassenräume gebraucht würden - die anderen Klassen könnten dann in die frei werdenden Betreuungsräume gezogen werden. Aber: Auch im Gebäude der ehemaligen Paul-Gerhardt-Schule müssten umfangreiche Bauarbeiten und Sanierungen im Altbestand getätigt werden – Altlastengefahr inklusive. 

Die Verwaltung beziffert das Gesamtpaket bei Mit-Nutzung der Paul-Gerhardt-Schule auf rund 14,1 Millionen Euro. Konzentriert sich alles auf die Walburgisschule, liegen die Kosten bei 12,2 Millionen Euro. Wirklich vergleichbar sind diese Zahlen aber nicht, weil die Kosten alleine für die neue Kita, die der Kreis Soest als Jugendhilfeträger übernehmen muss, bei den 12,2 Millionen nicht mit eingerechnet sind.

Hinzu kommt, dass die alten Schulräume „nicht in Gänze“ den Empfehlungen zum Raumprogramm für Kitas entsprechen, „sodass gegebenenfalls auch bedingt durch die Vorgaben der Denkmalpflege unwirtschaftliche Kompromisse in der Grundrissgestaltung erforderlich sind“. 

Klarer ist die Argumentation der trennenden Straße. Die könnte man zwar auch beidseitig abbinden und jeweils mit einem Wendehammer versehen, Aber das würde, so heißt es in der Mitteilung an die Politik, nicht nur Verkehrsströme verändern, sonder die Paul-Gerhardt-Straße müsste in Richtung Taubenpöthen auch verbreitert werden, da sie heute als Einbahnstraße zu schmal ist. Nur eine Verbreiterung würde ausreichend Begegnungsverkehr problemlos ermöglichen, so die Verwaltung. Die Kosten, die das zusätzlich mit sich bringen würde, seien noch gar nicht berechnet worden. 

Letztlich gibt es auch das zeitliche Argument: Entstünde die neue Kita auf dem Areal der Walburgisschule, könnte sie zeitgleich mit dem Um- und Ausbau der Grundschule errichtet werden. 2012 könnte dann alles fertig sein. Würde aber die Paul-Gerhardt-Schule zum Betreuungshaus umgebaut, müssten die Arbeiten Zug um Zug erfolgen, weil es gegenseitige Abhängigkeiten beim Umbau gibt; dann wäre mit einem Abschluss der Gesamtmaßnahme frühestens 2023 zu rechnen. 

Bleibt alles auf dem Gelände der Walburgisschule, dann soll der Dinoclub ins dortige Obergeschoss einziehen und der Ganztag sowie das Schulkinderhaus in das Untergeschoss. Für die neue Kita auf dem Schulgelände würden 2 500 Quadratmeter Platz benötigt, so die Verwaltung, „jedoch ist auch die Einrichtung einer Kindertagesstätte an anderer Stelle in der Kernstadt denkbar.“

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