Neustart nach Corona

Stadt verstärkt Stadthallen-Team und investiert ins Gebäude

Jörg Henne (Dritter von links) ist der Neue im Stadthallen-Team. Außerdem gehören Mario Schockenhoff (Zweiter von links), Fabienne Grewe (Dritte von rechts), Klemens Alscher (Zweiter von rechts) und Doris Schneider-Eckart (rechts) dazu. Fachbereichsleiterin Alexandra Kleine freut sich über die personelle Verstärkung.
+
Jörg Henne (Dritter von links) ist der Neue im Stadthallen-Team. Außerdem gehören Mario Schockenhoff (Zweiter von links), Fabienne Grewe (Dritte von rechts), Klemens Alscher (Zweiter von rechts) und Doris Schneider-Eckart (rechts) dazu. Fachbereichsleiterin Alexandra Kleine freut sich über die personelle Verstärkung.

Landwirte diskutieren mit der Landwirtschaftsministerin und „Rio – The Voice of Elvis“ sorgt für gute Laune – nach den ruhigen Corona-Monaten kehrt dieser Tage das Leben in die Stadthalle zurück. „Endlich heißt es wieder Licht aus und Bühne frei“, freut sich Fabienne Grewe vom Stadthallen-Management. Dieses wird pünktlich zum Neustart personell verstärkt: Jörg Henne tritt am 1. Oktober seine Stelle an und soll sich mit Grewe um Veranstaltungs- und Tagungsgeschäft kümmern. Die Bühne ist also bereitet – und das nicht nur sprichwörtlich. Dafür sorgten in der Corona-Pause die Haustechniker.

Werl - Jörg Henne (58) kommt aus Lippstadt und hat rund 30 Jahre selbstständig im Veranstaltungsbereich gearbeitet. Zum Beispiel organisierte er mehrere Jahre lang mit dem BV Bad Sassendorf eine große Schlager-Party und von 2006 bis 2018 zu WM und EM-Turnieren in Lippstadt das laut Henne „größte Public Viewing“ im Kreis Soest mit bis zu 4000 Zuschauern.

Auch privat organisiert der Vater eines erwachsenen Sohnes gerne. So engagiere er sich im Vorstand des Stadtsportverbands in Lippstadt und habe in dieser Funktion den Abend des Sports neu konzipiert. Und am Rande von Bundesliga-Spielen seines Lieblingsclubs Schalke 04 sei er auch schon als Moderator tätig gewesen.

„Gute Argumente“ für Einstellung

Seine Erfahrung und das große Netzwerk, das er sich über die Jahre aufgebaut hat – die Bekanntschaften zu vielen Künstlern – seien „gute Argumente“ für die Einstellung von Henne gewesen, sagte Fachbereichsleiterin Alexandra Kleine von der Stadt Werl bei der Vorstellung des Neuen.

Die Haustechniker Mario Schockenhoff (links) und Klemens Alscher haben den Bühnenboden in mehreren Arbeitsschritten neu aufbereitet.

Henne sagt, er „freue sich riesig auf die neue Herausforderung“. Die 40 Jahre alte Stadthalle, die er bis Freitag nur von außen kannte, habe ihn positiv überrascht. „Es ist eine schöne Halle, in die viel investiert wurde.“ Auch die Außenanlagen mit dem kleinen Park an der Gänsevöhde gefalle ihm. Hinzu komme die gute Parkplatzsituation, die es so nicht an jeder Stadthalle gebe.

Nun gehe es darum, die Halle wieder mit Leben zu füllen. Sie soll in die Region ausstrahlen und Menschen zeigen, das Werl eine attraktive Stadt ist, sagt Henne: „Eine Stadthalle ist für mich auch Stadtmarketing.“ Ideen, zum Beispiel für neue Veranstaltungsformate, habe er schon, die werde er aber zunächst gemeinsam im Team besprechen.

„Halle für die Werler“

Zurückgreifen kann Henne dabei zunächst auch noch auf den reichen Erfahrungsschatz von Doris Schneider-Eckart. Die langjährige Stadthallenmanagerin, die sich im Sommer in den Ruhestand verabschiedete, wird das Team zumindest noch bis Jahresende begleiten und insbesondere das Theater- und Kindertheaterprogramm betreuen. Für Schneider-Eckart ist es vor allem der Mix aus verschiedenen Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen, der die Stärke der Stadthalle ausmacht: Comedy, Theater, Märkte, Karneval, Wallfahrten, Abi-Bälle – all das gehöre dazu. Und Kleine ergänzt: „Es ist nicht zuletzt eine Halle für die Werler.“

Wichtige Funktion in der Pandemie

Der Unterhaltung diente die Stadthalle zuletzt zwar kaum, dafür konnte sie in der Pandemie andere wichtige Zwecke erfüllen. So nutzte das DRK die großen Räume zur Corona-konformen Blutspende. Rat und Ausschüsse tagten dort, und auch stark nachgefragte Impftermine fanden in der Halle statt.

Die Sorge, dass das Publikum nach der Corona-Pause nur zögerlich zurückkehrt, hat Schneider-Eckart nicht: „Der Rücklauf der Abonnenten ist gut.“ Und Fabienne Grewe bestätigt: „Ich habe den Eindruck, die Leute brennen darauf, wieder Veranstaltungen wie Konzerte zu besuchen und Corona mal einen Moment lang zu vergessen.“ Das gilt auch für Grewe selbst. Schließlich gehört sie erst seit zwei Jahren zum Stadthallen-Team und konnte wegen der Pandemie bislang kaum in ihrem eigentlichen Job arbeiten. Stattdessen unterstützte sie zum Beispiel die Stadtverwaltung bei Quarantäne- und Corona-Kontrollen.

Neue Garderoben, stabileres Internet

Auch die Künstlergarderoben wurden komplett neu gestaltet.

Die Haustechniker Mario Schockenhoff und Klemens Alscher nutzten die Corona-Zwangspause, um eine Vielzahl an Arbeiten in der Halle durchzuführen, die zum Teil bei normalen Betrieb gar nicht möglich gewesen wären. So haben sie in mehreren Arbeitsschritten den 40 Jahre alten Parkett-Boden der Bühne neu aufbereitet und die Sicherheitsbeleuchtung auf LED umgestellt. Auch hinter Bühne hat sich einiges getan. So wurden die Künstlergarderoben neu gestaltet und die vormals gelb-grünen Wände im Flur strahlen nun in einem hellen Weiß. Der Kassenbereich wurde renoviert und um einen kleinen Besprechungsbereich ergänzt, die ehemalige Einliegerwohnung wurde in Büros und Sozialräume umgewandelt.

Investiert wurde auch in die Hallentechnik. So wurde zum Beispiel die Mikrofon- und Tonanlage um zusätzliche mobile Geräte erweitert und eine zweite absenkbare Leinwand samt netzwerkfähigem Beamer neben der Bühne installiert. Der neue Glasfaseranschluss soll in Kürze nutzbar sein, das WLAN wird ausgebaut. So könne man künftig auch bei größeren Veranstaltungen stabile Internetverbindungen sicherstellen, erläuterte Schockenhoff. Im städtischen Haushalt sind für die laufenden Investitionen in die Technik jährlich 25.000 Euro vorgesehen.

Saalbeleuchtung mit 25.000 Watt

Deutlich teurer würde die Umstellung der Saalbeleuchtung auf LED-Technik. Deshalb prüft die Verwaltung Fördermöglichkeiten. Auf Dauer ließe sich mit dem Austausch der Halogen-Lampen viel Energie sparen. Insgesamt benötigen sie 25.000 Watt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare