Stadt reagiert

Füttern der Enten im Werler Kurpark ist die Mutter aller Probleme

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Füttern verboten: Viele Menschen bringen mit ihren Kindern trotzdem immer wieder Brot in den Kurpark, um es den Enten zu geben.

Werl - Der Kurpark ist kein Tierpark. Das betont Werls Umweltbeauftragter Andreas Pradel. Dennoch lebten im Teich viel zu viele Enten – und die Tendenz ist steigend. Die Wurzel allen Übels: Das Füttern. 

„Den Menschen muss bewusst werden, was sie mit der Fütterung anrichten“, sagt Pradel. Man werde es zunächst weiter mit der Aufklärung versuchen, Leute ansprechen. Außerdem sollen demnächst die über 20 Jahre alten Hinweis-Schilder erneuert, beziehungsweise zumindest gesäubert werden, versichert Franz Josef Büker, Leiter des Kommunalbetriebs Werl (KBW). Andreas Pradel setzt auch auf die soziale Kontrolle: „Wenn andere Besucher des Kurparks darauf aufmerksam machen, bringt das schon eine Menge.“ 

Doch die Stadt behalte die ganze Situation im Auge und denke auch über stärkere Ordnungsamt-Kontrollen nach. Den Fütternden würde dann ein Bußgeld drohen. Zur Ahndung wolle man derzeit aber noch nicht greifen: „Der gute Wille hat immer Vorrang. Vielleicht bleibt am Ende aber nur ein energischeres Vorgehen.“ Dass die Mitarbeiter dabei nicht immer auf Verständnis stoßen, sei ärgerlich. „Das ist eine schwierige Geschichte. Oft kommt es zu wilden Debatten.“ Es gebe sogar Menschen, die im Winter etwas Warmes für die Tiere kochen. 

Enten werden zutraulich

Das Problem an der Sache: Durch das Füttern werden es immer mehr Enten – vor allem, weil viele Tiere von außerhalb mitbekommen, dass es im Kurpark etwas zu fressen gibt. Und der Lebensraum Kurpark sowie die dort vorhandenen, natürlichen Futterquellen reichten für eine derart große Population nicht aus. Zudem werden die Enten zutraulicher, der Fluchtinstinkt geht verloren und der Zugriff für „böse Menschen“ einfacher. 

Im Gespräch mit dem Anzeiger reagiert Pradel als Mitarbeiter der Stadt auch aufdie Forderungen der Tierschützerinnen Elke Hirschfeld und Julie Wieling. Dabei seien manche der Vorschläge in der Tat „gute Ideen“, andere Maßnahmen hingegen ausgeschlossen.

Problematische Eingriffe: Franz Josef Büker (links) und Andreas Pradel möchten einen „natürlichen“ Kurpark.

So zum Beispiel ein Radfahrverbot: „Die Leute, die mit ihrem Rad absichtlich Enten überfahren, die wollen das und tun das – auch wenn da ein Schild steht“, erklärt Pradel. Ähnlich verhalte es sich bei der Leinenpflicht von Hunden. Ein besonderer Hinweis würde, so Pradel, nichts ändern: „Hundebesitzer sollten das auch so wissen.“ 

Das ist der aktuelle Stand in Sachen Schwäne

Neue Schwäne werden übrigens definitiv nicht in den Kurpark geholt. „Und hoffentlich kommen sie nicht wieder“, sagt der Umweltbeauftragte. Was sich bald allerdings im Kurpark verändert, sind die kleinen Holzhütten der Enten und Schwäne auf der Insel in der Teichmitte. Diese werden im Frühjahr vom KBW entfernt, bestätigt Büker. „Sie werden nicht gebraucht und stammen aus einer Zeit, in der der Sinn für Tiere noch anders war. Das ist etwa 33 Jahre her.“ 

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Das Ziel der Verwaltung sei unter dem Strich, menschliche Eingriffe herunterzufahren und so den Entenbestand zu reduzieren. „Die Natur soll alles regeln“, fasst Pradel zusammen. Ein Entnehmen von Tieren ist laut Naturschutzgesetz ohne Genehmigung nicht erlaubt.

Wasserzustand "sehr gut" 

Das Wasser im Kurpark befindet sich nach Ansicht von Andreas Pradel und Franz Josef Büker „in einem guten Zustand“. Dass der Teich im Sommer gestunken hat, liege an der extremen Dürre und sei „normal“. Problematisch wäre für den Teich mit einer Zuleitung und zwei Quellen der Eintrag von zu viel organischem Material durch Enten-Kot oder das Futter. 

Diese Holz-Häuser sollen bald entfernt werden.

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