Statt "Brötchentaste"

Stadt denkt über Handy-Parken nach

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10 Cent Parkgebühr kosten die ersten 15 Minuten an der Marktstraße. Wer nicht zahlt, muss 10 Euro Verwarnungsgeld überweisen.

Werl - Das städtische Ordnungsamt lässt prüfen, ob die Möglichkeit des Handy-Parkens eine brauchbare und sinnvolle Alternative für die Innenstadt sein kann. Das hat Amtsleiter Klaus Rosenkranz auf Anfrage bestätigt.

Handyparken – wer dies nutzt, lässt sich über sein Mobiltelefon registrieren und kann sich dann an allen gebührenpflichtigen innerstädtischen Parkplätzen einwählen und bargeldlos parken. Kehrt er zum Fahrzeug zurück, reicht ein weiterer Klick, und die Einwählzeit endet. Die Parkgebühr wird vom Konto abgezogen. 

„Es gibt verschiedene Varianten, die wir prüfen. Danach werden wir der Politik einen Vorschlag unterbreiten“, kündigt Klaus Rosenkranz an. Verworfen wurde im Rathaus dagegen die Möglichkeit der so genannten „Brötchentaste“, die kurzes Parken ohne Gebühr ermöglicht. 

Dieses Angebot bewege sich rechtlich in einer Grauzone, sagt der Amtsleiter, der natürlich weiß, dass es solche Angebote in zahlreichen anderen Städten – so etwa im benachbarten Hamm – gibt. In Werl wurde eine andere Variante beschlossen, die das Parken in der ersten Viertelstunde – beispielsweise an der Marktstraße – bewusst sehr preiswert zulässt.

Verwarnungsgeld in Höhe von 10 Euro

So kosten die ersten 15 Minuten dort nur 10 Cent, 30 Minuten 60 Cent und jede weitere Viertelstunde noch einmal 30 Cent. Macht für eine Stunde maximal 1 Euro; länger darf dort ohnehin nicht geparkt werden. Klar ist für die Ordnungsbehörde: Wer entlang der Marktstraße parkt, ohne die fällige Gebühr zu bezahlen, der muss das fällige Verwarnungsgeld in Höhe von 10 Euro berappen. 

Auch wenn er, wie kurz vor Weihnachten eine Werlerin, einen Zettel mit dem Hinweis hinter die Windschutzscheibe legt, er müsse nur kurz in die Apotheke und sei schnell zurück. Als sie wieder vor ihrem Auto stand, klemmte ein Knöllchen hinter dem Scheibenwischer. Versuche, dies im Wege einer „Weihnachts-Amnestie“ erlassen zu bekommen, scheiterten. 

Die Werlerin wandte sich daraufhin an Bürgermeister Michel Grossmann, der ihr versicherte, er könne ihren Unmut zwar nachvollziehen, gleichwohl sei die „Sach- und Rechtslage aus meiner Sicht hier eindeutig“. Wer dort parke, müsse das nötige Kleingeld zur Hand haben. Solche Probleme könnten sich mit dem Handy-Parken erledigen. Technisch wird sich auch das in einigen Jahren überholt haben. 

Moderne Bordcomputer in Fahrzeugen ersetzen dann die mobilen Telefone. Sie erkennen, wo man gerade parkt und welche Gebühr dort fällig wird. Per Klick kann der Autofahrer das dann aktivieren, bevor er aussteigt. 

Erwähnte Autofahrerin hätte zwar gern gewusst, wie weit die Wallfahrtsstadt für nicht gezahlte 10 Cent gegangen wäre, entschloss sich dann aber doch, das Verwarnungsgeld zu überweisen. Gleichwohl versteht sie nicht, warum Werl die so praktische „Brötchentaste“ nicht einsetzen will.

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