Sitzplätze im Freien gut gefüllt

Spätsommer: Glück für die Werler Gastronomie

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Im Byblos glaubt Adrian Berri nicht daran, dass ihm Heizpilze das Wintergeschäft retten.

Der warme Spätherbst ist ein Segen für die von Corona gebeutelte Gastwirte in Werl. Doch nichtsdestotrotz ist es nicht mehr lange bis zum Winter. Wie soll es dann für sie weitergehen?

Werl – Die Sonne lacht, die Innenstadt ist gut besucht. Glücklich sind die Wirte, die ihren Gästen draußen Sitzplätze anbieten können, denn die werden dankbar angenommen. An den Winter denken die meisten noch nicht. Zumindest haben die von uns Befragten noch keine Entscheidung getroffen. 

Sind Heizpilze die Lösung, um ängstliche Gäste zum Verweilen zu animieren - oder bringen die auch nichts? Was kann man stattdessen tun, um die Corona-bedingten Umsatzeinbußen zu minimieren und möglichst gut durch den Winter zu kommen? 

Weniger Sitzplätze im Freien

Eine zündende Idee hat der Chef von „Markt 20“, Wolfgang Farendla: „Wir erstellen gerade ein Konzept mit der Stadt Werl. Wir wollen nämlich in der kalten Jahreszeit ein elektrisch beheiztes Zelt auf die Terrasse stellen.“ Die Stadt Werl hat nichts dagegen: „Markt 20 ist ein Privatgrundstück“, sagt Stadtplaner Ludger Pöpsel unserer Redaktion am Telefon. „Soll ein Zelt auf öffentlichem Grund stehen, wird es komplizierter.“ Da stehe ein Konzept noch aus.  

Aktuell freut sich der Gastronom Farendla über die gut gefüllte Außengastronomie. Sein Geschäft läuft gut. Einziger, nicht unerheblicher Wermutstropfen: „Während des Lockdowns hatten wir acht Wochen geschlossen.“ Und: „Wir haben 40 Prozent weniger Sitzplätze auf der Terrasse als üblich, um die vorgeschriebenen Abstandsregeln einzuhalten.“ 

Gast Aswin Reimers genießt die Sonne im Markt 20, Agathe Cooney serviert kühle Getränke.

Bei der Pizzeria San Marco (Walburgisstraße 8) denkt Inhaberin Chiara Zara besorgt an den Winter: „Die Leute sind jetzt schon ängstlich und es kommen deutlich weniger als früher. Auch draußen sitzen weniger als vor Corona.“ An Heizpilze für den Winter hat sie noch gar nicht gedacht. 

Gäste erzählen von Angst

Adrian Berri, Inhaber des Restaurants Byblos und Anbieter Libanesischer Spezialitäten, bezweifelt, dass ihm Heizpilze das Wintergeschäft retten. Seine Beobachtung: „Selbst die Sitzplätze draußen helfen nur bedingt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Heizpilze wirklich etwas bringen. Unsere Gäste hören nur auf die Nachrichten. Wird gemeldet, dass die Fallzahlen steigen, bleiben sie weg. Ein älterer Stammgast aus Hamm, der sonst kam, war seit März nicht mehr hier. Als er endlich wieder einmal vorbeikam, hat er gesagt: ‘Ich würde gerne öfter kommen, aber ich habe Angst vor einer Ansteckung.’ Das kann man ja auch verstehen.“ 

Der Deutsch-Libanese findet allerdings, dass viele Leute zu ängstlich sind. Auch die Hamsterei zu Beginn der Pandemie hat ihn geärgert: „Da hat jetzt ein Privatmann hier angerufen und gefragt, ob wir 500 Kilogramm Mehl von ihm kaufen wollen.“ Das habe er abgelehnt. 

Cafés mit Heizpilzen gerne besucht

Vor einer Eisdiele an der Walburgisstraße stehen keine Stühle. Steffi aus Wickede sitzt mit Partner und Kinderwagen ein paar Meter weiter im Schatten unter einem Baum. Ihr Kommentar: „Schade. Hätten die Tische draußen, würden wir dort sitzen.“ Und im Winter? „Ich kenne andere Eisdielen und Cafés, die Heizpilze aufstellen. Da gehen wir immer gerne hin.“

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