Songwriter: Werler hofft auf Schlager-Hit

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Der Werler Songwriter Faid Katta schreibt sich seine Text-Ideen per Kurznachricht an sich selber.

Mit seinem Song „Zum Himmel und zurück“ will Martin März den Schlager-Himmel erobern. Der Liedtext stammt aus der Feder des Werler Songwriters Faid Katta.

März hat in Köln mittlerweile einen Plattenvertrag unterschrieben – von den geknüpften Kontakten profitiert auch Faid Katta. Der Werler steht im Supermarkt. Immer wieder taucht eine Verkäuferin neben ihm auf, die dort einräumt, wo er grade zulangen möchte.

Der Werler fühlt sich verfolgt – dann kommt ihm die Idee. „Ich habe es noch im Supermarkt einfach umgedreht und positiv gesehen“, sagt der Mann mit dem grau melierten Bart. Und so kam ihm die Idee zu seinem Lied „Überall, wo du bist, ist das, was ich brauche“. Noch ist das Stück kein Hit, auch produziert ist es noch nicht.

Plattenvertrag für Künstler

Da ist sein Text für das Lied „Zum Himmel und zurück“ schon ein Stück weiter. Mit dem Lied hat Martin März jetzt seinen ersten Plattenvertrag abgestaubt – bei dem Kölner Musiklabel Fiesta Records. „Martin ist ein positiv verrückter Mensch, der den Schlager lebt. Er ist authentisch“, sagt Faid Katta. Er traut März den großen Durchbruch in der Branche zu.

Am liebsten mit eingängigen Titeln, die er sich ausgedacht hat. Der Kontakt mit dem aus Rathenow in Brandenburg stammendem Künstler stellte der Musiker Joe Carpenter her. „Frag’ doch mal meinen Komponisten, hat Joe gesagt“, erzählt Martin März, der mit bürgerlichem Namen Martin Tschirnich heißt. Faid Katta hatte zuvor ein Dutzend Texte für das Album „Klappe! Die Zweite“ von Carpenter geschrieben. „Es hat einfach gepasst“, sagt Martin März, „seine Texte sind einfach, ergeben aber trotzdem Sinn. Das sind keine sinnlosen Ballermann-Hits. Sie sind authentisch, deswegen passen sie zu mir.“

Faid Katta lebt seit 1975 in der Wallfahrtsstadt. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Seine Leidenschaft ist die Musik. Mit zwölf Jahren hat er im Musikunterricht seinen ersten Text geschrieben. „Dafür habe ich eine Eins bekommen“. erzählt er auch Jahre später noch voller Stolz. Denn ein guter Schüler sei er nie gewesen. So richtig angefangen mit dem Schreiben von Songtexten hat er aber erst 1989. „Mittlerweile habe ich mehr als 400 Lieder geschrieben“, sagt Katta. Einfach hinsetzen und schreiben, das funktioniert bei Faid Katta nicht. „Ich bin ein Freigeist“, sagt er. Habe er aber die Idee für einen Songtext, befände er sich „im Tunnel“. „Die besten Songs sind in vier Minuten geschrieben“, sagt der Werler.

Werler schreibt sich selber Kurznachrichten

Mit Stift und Papier kann Katta nichts anfangen. Hat er eine Idee, schreibt er sich die Zeilen sofort per Kurznachrichtendienst Whatsapp an sich selbst. „Bin ich der einzige Mensch, der sich selber Nachrichten schreibt?“, fragt er. Seine Methode funktioniert. Und die ist ungewöhnlich: Eigentlich entsteht in der Musikbranche zunächst eine Melodie und dann der Text. Eine Melodie hat Katta zwar beim Schreiben im Kopf, die Umsetzung übernimmt aber sein Produzent Marius „Muri“ Müller aus Lünen.

Katta singt die Texte später in sein Smartphone und sendet sie an „Muri“. „Der macht den Rest“, sagt der Werler. So ist auch der fertige Song für Martin März entstanden. Das Lied hat Martin März mittlerweile schon häufiger präsentiert – unter anderem auf der spanischen Partyinsel Mallorca und bei einer Bootsfahrt über die Spree. „Das Lied kam gut an“, sagt März. Auch eine zweite Single hat der Rathenower schon aufgenommen, wieder mit einem Werler Text. Die erste Single ist ab dem heutigen Freitag bei allen bekannten Streamingdiensten zu hören. „Drei oder vier Monate später soll dann seine zweite Single erscheinen“, erklärt Faid Katta. Den Zeitplan hat das Musiklabel vorgeschlagen, „die haben einfach Erfahrung und Kontakte“, so Katta.

„Texte sind universell“

Einen Sommerhit für Martin März hat er schon in der Hinterhand. Von den Kontakten des Labels profitiert auch der Werler. „Der Chef hat mir die Kontakte zu einigen Künstlern gegeben“, sagt Katta. Der stöbert jetzt in seinem großen Archiv mit hunderten Texten – vielleicht passt ja einer. Hier und da muss Katta die Texte überarbeiten.

Denn Schlager-Hits wollte der Werler überhaupt nicht schreiben. Im Rock oder Deutschpop hat sich Katta mit seinen Songtexten gesehen. Doch eines steht für ihn fest: „Texte sind universell. Das Lied ‘Tage wie diese’ von den Toten Hosen könnte auch Helene Fischer singen.“

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