Parkscheiben-Streit

Politesse in Werl beleidigt: Soester Rentner verurteilt 

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Wegen einer Parkscheibe kam es in Werl zum Streit zwischen einem Soester Rentner und der Politesse. 

Werl/Soest - Das war dann doch eine Beleidigung zu viel. Eine Werler Politesse hat sich nun aber vor Gericht erfolgreich dagegen gewehrt. Weil sie einen glaubwürdigen Ohrenzeugen vorweisen konnte, ging die Gerichtsverhandlung für den angeklagten Soester Rentner nicht ganz nach dessen Wunsch aus.

Im Gegenteil: Der 68-jährige Mann wurde wegen Beleidigung der Politesse zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen á 15 Euro und einem dreimonatigen Fahrverbot verurteilt. Das ist das Ergebnis einer Auseinandersetzung auf dem Edeka-Parkplatz an der Unnaer Straße, die jetzt ihr Nachspiel vor dem Werler Amtsgericht hatte. 

Streitursache: eine batteriebetriebene Parkscheibe. Die zeigt stets die aktuelle Uhrzeit an. Daher muss das Uhrwerk bei Beginn des Parkens ausgeschaltet werden. Ein Komfort, der aber dann zum Nachteil gerät, wenn das Ausschalten vergessen wird und die Scheibe weiterläuft, die Parkzeit sich damit ständig verlängert. 

Weil diese „automatischen“ Scheiben aber auch grundsätzlich nicht erlaubt sind, fehlte es dem Soester Besucher an einer ordnungsgemäß ausgelegten Parkscheibe im Autofenster. Und daran entbrandete der Streit. 

Während die Werler Politesse von einer solchen batteriebetriebenen Parkscheibe überzeugt war und das Knöllchen bereits geschrieben hatte, bestritt der Besucher aus Soest das. Die Batterie darin fehle. Er setzte sich verbal und mit entsprechender Gestik zur Wehr – penetrant und aggressiv, wie vor Gericht jetzt deutlich wurde.

Und der Soester Rentner blieb in seiner Aussage dabei: Er habe nicht den Stinke-, sondern den Vettel-Finger (Zeigefinger) gehoben. Auch „blödeste Politesse“ will er so nicht gesagt haben. Die städtische Mitarbeiterin aber hatte im Zuge der Auseinandersetzung auf dem Parkplatz glücklicherweise ihren Kollegen im Rathaus „angefunkt“. 

Und der hatte am Handy alles mithören können. Glaubhaft und überzeugend wirkten Beleidigte und ihr Ohrenzeuge vor Gericht. Und das Nachsehen hatte der rabiate Rentner. Die Geldstrafe und das Fahrverbot will er aber nicht akzeptieren; er will Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

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