Skater-Projekt in Niederbergstraße droht am Widerstand im Ort zu scheitern

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Auf sehenswerte Sprünge, Grinds und andere Tricks werden die Skater in Niederbergstraße vielleicht ganz verzichten müssen. 

Niederbergstraße - Die Euphorie ist verflogen, die Einzelteile der Skater-Anlage sind verstaut in einer Scheune: Ob der kleine Werler Stadtteil Niederbergstraße doch noch zu einem Mekka der Skaterfreunde werden kann, steht in den Sternen – Optimismus versprüht der Initiator der Idee derzeit nicht.

Dabei hatte alles so spannend begonnen. In Bochum musste im vergangenen Jahr im legendären „Bermuda3Eck“ der Ruhrgebiets-Stadt eine große Skater-Anlage einem Fußballfeld weichen. Michael Czapla, Leiter der Wohngemeinschaft für Jungen „Roots“, hörte davon und sicherte sich die Anlage, zerlegte sie zusammen mit den Bewohnern der Einrichtung in ihre Einzelteile, die nach Niederbergstraße transportiert wurden. 

Dort stieß die Idee auf massive Vorbehalte, obwohl die Erfahrungen der Dorfbewohner mit den Bewohnern von „Roots“ bis dahin ausnahmslos positiv und frei von Konflikten lief. Hinzu kam, dass Czapla sich alles ein wenig unkomplizierter vorgestellt hatte. Dass er eine Baugenehmigung für die Anlage benötigte, erfuhr er erst später. Er werde sie schnellstmöglich im Rathaus nachreichen, sagte er damals zu – bis heute fehlen die Unterlagen. 

Dafür liegt der Stadt ein Brief vor, unterschrieben von vielen Bewohnern aus Niederbergstraße. Sie alle verdeutlichten mit ihrer Unterschrift, dass sie die Skater-Anlage nicht wollten in ihrem beschaulichen Dorf. Einer, der sich auskennt in Niederbergstraße, erzählt: „Da haben wichtige Leute unterschrieben.“ 

Dabei hatte der Leiter der Jugendeinrichtung klargestellt, dass das Skaten an sechs Wochentagen seinen „Jungs“ vorbehalten sein sollte; öffentlich nutzbar sollte der Skaterpark nur freitags sein. Ob er denn noch daran interessiert sei, die Anlage aufzubauen, wollte der Anzeiger wissen. Eine klare Antwort hört sich anders an. Michael Czapla möchte zunächst mal „in Frieden mit den Menschen hier leben“. In diesem Jahr habe er keine Pläne mehr mit der Anlage, bestätigt er. Im Dorf soll er schon mal angedeutet haben, er könne alles auch wieder verkaufen.

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