Grüne fordern Sonderrat

"Skandalöses Auftreten": Werler CDU bekommt Widerstand in Sachen Walburgisschule

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Werl - Die BG fordert die „Rolle rückwärts“, die Grünen gar eine Sonderratssitzung zum Thema: Die Entscheidung des Schulausschusses, den Um- und Ausbau der Walburgisschule zu bremsen, schlägt im Nachgang hohe Wellen.

Die Grünen beantragen eine Sondersitzung „unter dem Eindruck des Schulausschusses“. Denn dort sei das beschlossene Verfahren zur Errichtung des Schulkomplexes „komplett infrage gestellt“ worden. Zudem habe der Ausschuss der Verwaltung „mannigfache Aufgaben beschert, die unnötig sind und den mühsam erreichten Prozess zur Errichtung des Schulkomplexes gefährden“, sagt Thomas Schulte.

 In der Vorwoche hatte der Ausschuss die weitere Umsetzung des über 12 Millionen Euro teuren Um- und Ausbaus der Walburgisschule ausgebremst. Vorwiegend die CDU forderte eine genauere Prüfung der Frage, ob in der benachbarten alten Paul-Gerhardt-Schule ein „Betreuungshaus“ mitsamt neuer Kita, Ganztag und Schulkinderhaus der Walburgisschule entstehen kann. Die ablehnende Erst-Prüfung des Projektsteuerers hatte die CDU nicht akzeptiert. Die anderen Fraktionen hatten sich kaum geäußert. 

Parteien melden sich zu Wort

Jetzt ist das anders. Die Nutzung der „dafür eigentlich ungeeigneten“ Paul-Gerhardt-Schule für Kinderbetreuungszwecke und der daher erforderliche Umbau würde „finanzielle Risiken mit sich bringen“, schreibt Schulte und nennt ein fehlendes Schadstoffkataster als Beispiel. 

Das ist die Ausgangssituation

Vor allem aber existiere ein Ratsbeschluss vom 26. April des Vorjahres, die Baumaßnahme auf dem Gelände der Walburgisschule durchzuführen; die Kostenabwägung sei längst erfolgt. „Jetzt diese Planungen grundsätzlich neu zu denken heißt, die Gesamtplanung infrage zu stellen und weitere Jahre zu verlieren“, fürchtet Schulte. „Das ist unzumutbar für alle Beteiligten.“ Aus Verantwortung gegenüber den Schulkindern, Eltern und Lehrern solle der Rat daher beschließen, „dass er an der abgestimmten Planung zur Walburgisschule festhält.“

Aufhebungs-Antrag der BG

 Auch die BG will die Entwicklung nicht hinnehmen und hat einen Antrag gestellt. Demnach soll der Rat am 7. Dezember die vom Schulausschuss gefasste Empfehlung wieder aufheben. Dann wäre die Forderung vom Tisch, „die Verwaltung solle zunächst weitere Optionen für den Bau einer Kita, die finanziellen Auswirkungen, die Erstellung eines Verkehrskonzeptes, die Nutzung der Paul-Gerhardt-Schule prüfen und vorlegen“. 

Nach dem Schulausschuss gab es jede Menge Ärger

Auch BG-Fraktionsvorsitzender Siegbert May verweist auf den gültigen Ratsbeschluss. Zudem gebe es „aus Gründen der Dringlichkeit, die sich aus dem Zustand des Altgebäudes und der Belastungen für die Kinder, Lehrer und Sportler ergibt“, keine Alternative. 

Da weiß sich May einig mit den Grünen, die „alle Kraft auf die überfällige Realisierung der Maßnahme“ verwendet sehen wollen. „Den Prozess neu aufzurollen heißt, Stillstand für mindestens zwei bis drei Jahre“, fürchtet Schulte. Zwar sei die CDU-Sorge um Finanzen „durchaus nachvollziehbar“, nicht aber, „einen selbst mitgetragenen Weg überfallartig derartig aufzurollen“.

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