Entwicklung wird kritisch beobachtet

Sie sind wieder da: So viele Krähen-Nester zählt die Stadt Werl

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Hoch oben in den Bäumen haben die Krähen ihre Nester bezogen. Für sie gelten strenge Schutzregeln.

Werl - Anfang April machten sie noch ziemlich geräuschvoll klar: Wir sind wieder da. Jetzt ist mehr oder weniger Ruhe eingekehrt in der Werler Krähen-Kolonie – Brutgeschäft geht vor.

Ein paar Nester mehr als 2018 hat der städtische Umweltbeauftragte in dieser Saison gezählt. Fast 40 verteilen sich momentan rund ums Rathaus und in der Engelhardstraße. Im vergangenen Jahr waren es „nur“ an die 30, berichtet Andreas Pradel.

„Wir beobachten die Entwicklung nach wie vor kritisch“, sagt er, „Handlungsbedarf sehen wir aber nicht.“ Den gebe es ohnehin nicht ob der strengen Schutzbestimmungen für die Vögel. Werl hat mit der kleinen Population ja noch Glück im Vergleich zur Nachbarstadt: 1.565 Nester wurden 2018 in Soest gezählt.

Turbulenter April

Die Werler Krähen haben also einen turbulenten April-Anfang beschert – gegenseitige Diebstähle von Stöckchen und anderem Nistmaterial inklusive. So ließ sich aus den Rathausfenstern beobachten, dass ein vorhandenes Nest am nächsten Tag schon nicht mehr da war und eine regelrechte „Nestbautruppe“ an anderer Stelle schon wieder an der Arbeit war.

So oder so, es ist momentan relativ ruhig bestellt um die heimischen Rabenvögel, denn es ist Brutzeit. Lange wird es aber nicht mehr dauern und die Jungtiere unternehmen ihre ersten Flugübungen. Dann dürfte auch die Geräuschkulisse wieder zunehmen, bevor sich die Tiere im Sommer endgültig ihn die heimische Feldflur absetzen. Die haben sie selbst für den Nestbau seit einigen Jahren auch in der Nähe der Deponie entdeckt.

"Ein perfektes Umfeld"

„Dort sind sie eigentlich bestens aufgehoben, ein perfektes Umfeld,“ so Pradel. Und dort würde die Stadt die Vögel auch am liebsten sehen und Fortzüge (aus der Stadt) der Vorzüge (zum Stadtrand) wegen begrüßen. 23 Krähen-Nester wie im Vorjahr scheinen dieses gute Quartier im Werler Norden aber immerhin zu bestätigen.

Bleibt noch der dringende Hinweis: Die Tiere bloß nicht füttern – auch nicht unbewusst, denn die Tiere lieben selbst das aus Gedankenlosigkeit weggeworfene Pausenbrot. „Es sind immer so viele Tiere da, wie Nahrung vorhanden ist“, sagen Krähen-Experten. Das gilt auch für die innerstädtische Krähen-Schar.

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