Millionenpaket

Kloster wird zu Wallfahrtzentrum: Das sind die Pläne für den Umbau

+
Der Name „Klosterpforte“ bleibt – aber hinter den Mauern wird sich zwei Jahre lang viel tun beim Umbau zum Wallfahrtszentrum.

Werl – Ein Kloster wird zur Baustelle, die Neuregelung zum Kraftakt: Mit dem Weggang der Franziskaner kommen auf die neue Wallfahrtsleitung zwei Jahre zu, in denen um- und ausgebaut wird. Der zeitliche Fahrplan steht, auch das Konzept ist weitgehend festgezurrt. Ein Millionenpaket.

Längst nicht alles bleibt beim Alten, auch wenn das „Bewahren“ ein wichtiger Aspekt des Umbaus des Klosters zum Wallfahrtszentrum werden soll. Es gibt auch neue wortwörtliche „Bausteine“: So ist nach dem Abriss der alten Druckerei zum Steinergraben hin ein kleiner dreigeschossiger Anbau an den Klosterbau samt Dachterrasse vorgesehen.

Hier soll es im Erdgeschoss zwei Zimmer für die Unterbringung von Obdachlosen geben. „Denn es ist gut, wenn Menschen, die anklopfen, nicht abgewiesen werden“, sagt der künftige Wallfahrtsleiter Dr. Gerd Best auf Anzeiger-Anfrage zum Stand der Planungen. Durch den Abriss der Druckerei entstehen zudem viele Parkplätze.

Mehr Platz für Pilger

Ausgebaut werden sollen zudem die Unterbringungsmöglichkeiten für Pilger. Künftig sollen rund 100 Menschen im Wallfahrtszentrum neben der Basilika übernachten können – allerdings basierend auf einfachstem Standard. Kleine Zimmer mit Sanitärbereichen, aber eben auch funktionale Räume, in die nur Matratzen gelegt werden sollen, um sie zur Schlafunterkunft umzufunktionieren. „Wir sind ja kein Hotel“, sagt Best.

Stehen vor einem Jahr des Wechsels: Architekt Nils Oetter (von links), Pater Ralf Preker, Gemeindereferentin Ursula Altehenger und Dechant Gerd Best.

Nur wenige Räume werden im „gehobenen Gästebereich“ über einen eigenen Sanitärbereich verfügen. Man denke eher an die Unterbringung von Gruppen, für die man die Möglichkeiten ausweiten möchte – aber ohne „Kantine“. Zur Selbstversorgung der Wallfahrer wird es eine kleine Küche geben.

Dachgeschoss für Ursulinenschwestern

Das Dachgeschoss wird komplett den Ursulinenschwestern vorbehalten sein, die hier in einer Art „Kloster im Kloster“ unterkommen werden. Der Konvent soll hier seinen bewusst abgetrennten Bereich haben; für die heute noch gut zehn Schwestern wird es auch eine neue Hauskapelle geben.

Erzbistum übernimmt Kloster von den Franziskanern

Weitere Neuerungen: Der Eingangsbereich des Klosters wird größer und offener gestaltet und für die Besucher leichter zugänglich gemacht. Dort soll auch der Devotionalienhandel verstärkt werden. Den Namen „Klosterpforte“ wolle man aber beibehalten, weil er sich im Sprachgebrauch der Werler und Pilger fest eingeprägt hat. Außerdem ist ein barrierefreier WC-Bereich für die Kirchenbesucher und Wallfahrer vorgesehen.

Barrierefreier Zugang

Und überhaupt soll der gesamte Zugang zum Kloster, der heute nur über Treppen möglich ist, über eine Rampe barrierefrei werden. Zwei Wohnungen für die beiden Priester des dreiköpfigen Wallfahrtsteams werden im Kloster ebenso Platz finden wie das Dekanatsbüro (1. Obergeschoss) und ein Aufzug – auch der ist wichtig für die künftige Barrierefreiheit.

Insgesamt, so Architekt Nils Oetterer, wolle man so wenig wie nötig in den Bestand des Klosters eingreifen, um den Charme des Gebäudes zu erhalten. Dennoch werde es umfangreiche Arbeiten geben müssen, die zwei Jahre dauern werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare