Von 5.000 bis 5.300 vor Christus

Alte Siedlungs-Spuren auf Westönner Feld vermutet

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Westönnen - Werl bleibt offenbar wortwörtliche „Fundgrube“ für Bauern-Siedlungen aus der Bandkeramik: Jetzt sind die Archäologen wohl erneut fündig geworden.

So sind bei Probegrabungen auf einem Feld in Westönnen zwischen der Weststraße und der Hohlen Straße deutliche Anzeichen einer früheren Siedlung zutage getreten, die aus der Zeit zwischen 5.000 und 5.300 vor Christus stammen könnten. Für das rund 7.500 Quadratmeter große Grundstück eines Landwirts, ein mögliches Bauentwicklungsgebiet, interessierte sich ein Investor.

Die Verwaltung hält das Areal auch wegen der integrierten Lage im Dorf für gut geeignet. Da aber archäologische Funde im Erdreich nicht ausgeschlossen werden konnten, wurde zuvor in den vergangenen Tagen eine Probegrabung einer Fachfirma gemacht, beauftragt vom Interessenten. Die wurde prompt fündig, teilte Stadtplaner Ludger Pöpsel im Planungsausschuss mit. Veränderungen im Boden deuten auf eine frühere Besiedlung hin. Daher muss nun ein Termin mit dem Landschaftsverband gemacht werden, um den weiteren Umgang mit der Fundstelle zu besprechen.

Siedlungsspuren keine Überraschung

Für Professor Dr. Michael Baales, Leiter der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen, steht der Fund zwar noch unter Vorbehalt, weil er das Areal selbst noch nicht in Augenschein genommen hat. Aber eine wirkliche Überraschung wären die Siedlungsspuren für ihn nicht. Schließlich habe man gar nicht weit entfernt vor einigen Jahren an der Soester Straße beim Bau der Autohäuser der RK-Autowelt ebenfalls bandkeramische Spuren gesichert.

 

Und schon damals habe man angemerkt, dass sich die Siedlungen wohl in größerem Radius herum befunden haben. Daher sei der aktuelle Fund, so er sich bestätigt, für ihn keine Sensation, sondern wortwörtlich „nahe liegend“. Gleichwohl werde man nun Gespräche führen und die Fundstelle in Augenschein nehmen. Zunächst ist die Erdöffnung wieder zugeschoben worden. Bis auf weiteres darf hier nicht gebaut werden. Erst muss geklärt werden, was mit dem potenziellen Bodendenkmal passiert.

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