Sexueller Missbrauch: Verfahren eingestellt

Rechtlich wird nicht geklärt werden können, ob am zweiten Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen den damaligen Internatsleiters etwas dran ist oder nicht.

WERL ▪ Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat das Ermittlungsverfahren gegen den früheren Werler Internatsleiters wegen sexuellen Missbrauchs eingestellt.

Das, so Oberstaatsanwalt Werner Wolf auf Anfrage unserer Zeitung, sage nichts darüber aus, ob an den neuerlichen Vorwürfen eines Internatsschülers gegen den Geistlichen etwas dran war oder nicht. Vielmehr liege eine Verjährung vor, wie die Prüfungen ergeben haben. „Daher dürfen wir gar nicht mehr weiter ermitteln.“ Eine endgültige Klärung wird es also nicht mehr geben – zumindest nicht auf rechtlichem Wege.

Ein ehemaliger Internatsschüler hatte beim Erzbistum Paderborn angegeben, vom damaligen Leiter des Jungeninternats „Collegium Aloysianum“ Ende der 70-er Jahre missbraucht worden zu sein. Nach dem Geständnis des Internatsleiters in einem ersten Fall war das der zweite Vorwurf sexuellen Missbrauchs gegen den Geistlichen gewesen.

Die vom Erzbistum Paderborn eingeschaltete Staatsanwaltschaft Paderborn hatte die Akten zur Staatsanwaltschaft Arnsberg weitergereicht. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet. Am Dienstag wurde dann aber der Schlussstrich gezogen. „Denn es gab keine Anhaltspunkte, dass in nicht-rechtsverjährter Zeit etwas passiert ist“, sagte Werner Wolf. Die Polizei habe den ehemaligen Schüler aufgesucht, um mit ihm zu sprechen. Weitere Angaben zum Verfahren habe der Mann den Beamten gegenüber aber nicht machen wollen. Daher, so Wolf, habe man sich allein auf die Aktenlage beschränkt. Und nach der musste die vorgeworfene Tat verjährt sein. Schließlich liegt der Verjährungszeitraum bei sexuellem Missbrauch bei fünf bis zehn Jahren. Die beginnen zwar erst, nachdem das Opfer das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der geäußerte Tatzeitraum liegt aber über 30 Jahre zurück.

Das Erzbistum hatte bei Bekanntwerden des zweiten Vorwurfs von einem „mutmaßlichen Fall sexuellen Missbrauchs durch einen Geistlichen des ehemaligen Internats“ gesprochen. Der Betroffene sei damals für mehrere Jahre als Schüler im Werler Knabenkonvikt gewesen.

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