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Impfpflicht: Seniorenheime zeigen sich zurückhaltend

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Von: Dominik Maaß

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Beim Thema „Impfpflicht“ zeigen sich die Seniorenheime in Werl zurückhaltend.
Beim Thema „Impfpflicht“ zeigen sich die Seniorenheime in Werl zurückhaltend. © Symbolbild: dpa

Der Bundesverband der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen (BKSB) forderte jüngst eine Corona-Impfpflicht für Menschen in Senioren- und Pflegeheimen. In den heimischen Einrichtungen wird dieser Ruf aber zurzeit nicht laut.

Werl - „Das ist ein schwieriges Thema, an dem sich wirklich die Geister scheiden“, sagt Daniel Romberg, Leiter des Caritas-Seniorencentrums St. Michael. „Wir setzen eher auf die Kraft der Überzeugung.“ Die hohe Impfquote im Seniorencentrum zeige, dass dieses Vorgehen auch erfolgreich ist.

98 Prozent der Bewohner und 95 Prozent der Mitarbeiter seien inzwischen gegen das Coronavirus immunisiert. Und unter den Bewohnern zeichne sich bei den Drittimpfungen eine genauso hohe Nachfrage ab, sagt Romberg.

Carsten Lambart, Leiter der Korian-Seniorenhäuser Amadeus und Mozart äußert sich ähnlich zum Thema Impfpflicht: „Die Impfung ist freiwillig. Für unsere Mitarbeiter haben wir von Beginn an auf umfangreiche Aufklärung gesetzt. Daneben erfolgen Informationsgespräche durch Behörden oder Ärzte.“ Durch intensive Gespräche und Aufklärung werde auch weiter daran gearbeitet, die Impfbereitschaft für alle Mitarbeiter, die für eine Impfung in Frage kommen, zu erhöhen.

Ungeimpfte Mitarbeiter tragen Maske

Zum Schutz der Bewohner würden alle Mitarbeiter täglich vor Dienstbeginn getestet. Ungeimpfte Mitarbeiter müssten zudem stets eine FFP-2-Maske tragen.

„Ein Risiko für eine Viruseinschleppung geht aber nicht nur von ungeimpften Mitarbeitern, sondern auch von ungeimpften Bewohnern, Angehörigen oder Besuchern aus“, stellt Lambart klar. „Zur Normalität werden wir erst zurückkehren können, wenn die Gesamtbevölkerung vor dem Virus geschützt ist. Deshalb ist impfen so wichtig.“

Aktuell haben in den Häusern Amadeus und Mozart laut Lambart rund 74 Prozent der Bewohner und über 70 Prozent der Mitarbeiter den vollen Impfschutz. Die Impfquote ändere sich durch den Ein- und Auszug von Bewohnern. „Sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter erhalten durch ihre Hausärzte in einem laufendem Prozess Erst-, Zweit- und Drittimpfungen“, erläutert Lambart. „Zusätzlich bieten wir jeden Freitag Impftermine in der Einrichtung an.“

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