„Riesenprojekt“

Seniorenheime werden mit Millionenaufwand saniert

Am Westuffler Weg in Werl liegen die Häuser Amadeus und Mozart.
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Am Westuffler Weg in Werl liegen die Häuser Amadeus und Mozart.

Stille gab es zuletzt. Und Trauer in der Folge von 27 verstorbenen Bewohnern, die mit oder durch Corona ihr Leben ließen in den Häusern Mozart und Amadeus. Die Pandemie riss Wunden. Nun aber wird es bald richtig laut in den Seniorenhäusern am Westuffler Weg. Dann reißen Bauarbeiter Wände auf und rüsten die Häuser Amadeus und Mozart für die Zukunft. Die seit etlichen Jahren geplante Sanierung der Häuser durch den Träger Korian beginnt im vierten Quartal des Jahres, sprich ab Oktober.

Werl - Das teilt Tanja Kurz, Sprecherin des Betreibers, auf Anfrage mit und spricht von einem „Riesenprojekt“.

Korian werde sich die Erneuerung der beiden Seniorenhäuser einige Millionen Euro kosten lassen; die Gesamtsumme steht noch nicht fest, zumal man auch die Baukostensteigerung einpreisen müsste. Die Detailplanung sei abgeschlossen, die Ausschreibungen für die Gewerke erfolgt. Nun trudeln die letzten Angebote ein.

Kernstück der Sanierung ist die Komplettsanierung von 82 Bewohnerbädern mitsamt aller Leitungen und er Elektrik, auch die Sanierung der Räume.

52 der Bäder in den beiden Häusern werden nach dem Umbau rollstuhlgerecht sein, verspricht die Korian-Gruppe. Am Ende werde man „hochmoderne Bäder“ für die Bewohner haben.

In mehreren Schritten werde man sich vorarbeiten, sich immer acht bis zwölf Zimmer gleichzeitig vornehmen. Denn alle Zimmer gleichzeitig, „das geht nicht“.

Los geht es im Haus Amadeus, später folgt das Haus Mozart. Nach den Innenarbeiten werden die Sanierungsarbeiten auch an den Häusern außen sichtbar sein. Auch die Gebäudehülle der Häuser am Westuffler Weg soll im Zuge der Maßnahmen erneuert und energetisch optimiert werden. Insgesamt rechnet Korian mit einer Bauphase von einem Jahr.

Dabei wird man die Bewohner für die Zeit der Arbeiten innerhalb der Häuser umquartieren. „Sie sollen so wenig wie irgend möglich unter den Einschränkungen leiden müssen“, sagt Tanja Kurz.

2019 gab es erste Arbeiten, die dann aber gestoppt wurden: Es hatte sich herausgestellt, dass es mit einer einfachen Sanierung nicht getan ist. „Nach den Analysen und Stichproben von Fachingenieuren ist es notwendig, die Sanitärräume nicht nur an der Oberfläche zu modernisieren, sondern insbesondere alle Leitungen und Installationen in den Häusern Amadeus und Mozart auszutauschen“, teilte die Korian-Gruppe damals mit. Die gesamte Haustechnik müsse neu geplant werden.

2020 verzögerte dann das Corona-Virus den Sanierungsstart erneut – und die Häuser stürzten durch die Pandemie und die 27 Todesfälle in beiden Werler Häusern in die tiefste Krise.

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