Ausgerechnet in den Sommerferien

Stadt Werl  baut Basketball-Körbe an Schule ab - aus diesem Grund

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Frederik Rammelmann, Hendrik Wiese, Tobias Betz und Tom Koch (von links) können ihrem Hobby nicht nachgehen. Die Basketballkörbe am Freiplatz sind weg.

Werl - Jetzt ging es ganz schnell: Die Stadt hat am Mittwochmorgen die beiden Basketballkörbe an der Sälzer-Sekundarschule vorübergehend abgebaut. Aus diesem Grund.

Ruhestörungen, Vandalismus und eine Überwachungskamera mit „Flutlichtanlage“ haben dazu geführt. Die Basketballspieler sind sauer.

„Aufgrund wiederholter Anwohnerbeschwerden über Ruhestörungen durch Basketballspieler und wiederholter Polizeieinsätze zu nachtschlafender Zeit hat die Wallfahrtsstadt Werl in Absprache von Schulverwaltung, Ordnungsamt und Polizei beschlossen, zwei der auf dem Gelände der Sälzer-Sekundarschule befindlichen Basketballkörbe vorerst zu demontieren“, begründet die Stadt Werl in einer Mitteilung die Maßnahme.

Opfer von Vandalismus

Die Sälzer-Sekundarschule war in der Vergangenheit häufiger Opfer von Vandalismus geworden. Die Stadt reagierte, installierte eine Videoüberwachung mit Bewegungsmelder. Das Problem: Damit die Kamera nicht nur schwarze Bilder abliefert, wurde eine Lichtanlage gleich mitinstalliert.

Erfasst der Bewegungsmelder etwas, springt der Strahler an und erhellt den Basketballplatz wie eine Flutlichtanlage. Der Abbau der Körbe sei „die Maßnahme, die uns am geeignetsten erscheint, auch wenn es sicherlich nicht toll ist“, sagt Kai Strumann, Abteilungsleiter Bildung, Jugend, Sport und Kultur der Stadt Werl.

Basketball auch in der Nacht

Der Platz an der Sekundarschule wird aber nicht nur nachts von Basketballspielern benutzt, sondern auch zu regulären Zeiten. „Es ist ärgerlich, dass wir darunter leiden müssen, dass sich jemand Unbekanntes nicht an die Nachtruhe hält“, sagt Tobias Betz, der sich mit Freunden regelmäßig zum Basketballspielen trifft. Frederik Rammelmann unterstützt ihn: „Wir hoffen, dass die Körbe schnell wieder angebracht werden. Das Vorgehen ärgert uns sehr.“

Die Stadt will auf dem Gelände neue Überwachungskameras installieren. „Die Kameras können dann auch Bilder ohne externe Lichtquelle aufnehmen“, erklärt Kai Strumann. Strumann macht klar, dass die Zahl an Vorfällen keine andere Entscheidung zugelassen habe. „Die Einsatzkräfte von Polizei und Ordnungsamt haben sich vorrangig um schwerwiegende Sachverhalte als Ruhestörung zu kümmern, sodass hier vorübergehend zu Lasten der nicht vereinsgebundenen Basketballspielenden entschieden werden musste“, heißt er in der Mitteilung der Stadt.

Neue Kameras sollen kommen

Die neuen Kameras sollen in den Sommerferien angebracht werden. Anschließend kommen auch die Körbe zurück auf das Feld. Strumann betont, dass der Platz zu Schulbeginn wieder bespielbar sein solle, bis dahin gäbe es für die Basketballer Möglichkeiten, in den Sportpark auszuweichen. „Die Verwaltung verweist auf alternative Basketballplätze in der Stadt, aber diese sind unserer Meinung nach nicht gleichwertig“, sagt Hendrik Wiese von den Basketballern.

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