Werler MG-Schüler laufen für "Nachbar in Not"

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Lehrerin Britta Rumpenhorst betreut den Sponsorenlauf für „Nachbar in Not“.

WERL - Sie wollen Runde um Runde laufen für Menschen, bei denen es nicht „rund läuft“ – und zwar mit vollem Herzen und vollen Lungen: Der Sponsorenlauf am Mariengymnasium soll den Menschen helfen, denen finanziell die Puste ausgegangen ist. Die Schüler laufen für „Nachbar in Not“.

253 Schüler der Jahrgangsstufen fünf und sechs werden sich am 30. Januar in den ersten beiden Schulstunden auf den Weg machen, um möglichst viel zu rennen in der Sporthalle. Zuvor sollen die Schüler Sponsoren suchen, die ihnen Geld je Runde bezahlen.

Gut zu wissen

„Nachbar in Not“ ist eine von Spendengeldern getragene Hilfsaktion des Soester Anzeiger. 2001 wurde sie für Werl, Wickede und Ense ins Leben gerufen – zunächst als Weihnachtsaktion.

Schnell wurde klar: Not hält sich nicht an Datumsgrenzen, also entwickelte sich eine Ganzjahresaktion. Geld, das in Werl, Wickede und Ense gesammelt wird, wird auch vor Ort wieder eingesetzt – jeder Cent. Verwaltungskosten entstehen nicht.

Anträge auf Hilfe werden in Zusammenarbeit mit dem Sozialämtern sowie sozialen Trägern geprüft. Es wird kein Bargeld ausgezahlt, sondern Sachleistungen im Bedarfsfall bezahlt, wenn kein anderer Rechnungsträger einspringen kann.

Außerdem wird Hilfe an anderen Stellen vermittelt.

Über die Einzelfall-Hilfe hinaus gibt es Hilfstöpfe an Kindergärten und Grundschulen sowie bei der VHS, außerdem fließt Geld in die Schulbedarfsbörse. Ein Aushängeschild ist die jährliche Weihnachts-Paketaktion. In Läden stehen 60 Sparschweine, die „Schweineleerer“ Georg Rinke zweimal im Jahr leert. Nichts geht ohne die Spender: etliche private Aktionen oder von Geschäftsleuten machen die Hilfe erst möglich.

Zum dritten Mal findet der Sponsorenlauf statt, er wird alle zwei Jahre wiederholt. Lehrerin Britta Rumpenhorst organisiert das Sportereignis am MG für den guten Zweck. „Es gibt auch hier in Werl Menschen, die dringend Hilfe benötigen“, sagte sie den Schülern am Donnerstagmorgen in der Aula.

Anonymisierte Einzelbeispiele helfen

Redakteur Gerald Bus, beim Anzeiger hauptverantwortlich für die Hilfsaktion „Nachbar in Not“, und der ehrenamtliche Mitarbeiter Georg Rinke waren gekommen, um den Schülern über die Aktion zu berichten.

Wie fing alles an, wie viel Geld wird gespendet, wie wird es verteilt, welche Aktionen gibt es? An anonymisierten Einzelbeispielen schilderten sie, welche Notfälle es sein können, in denen geholfen wird – und dass es wichtig ist, zwar groß für die Spenden zu trommeln, um dann aber im Stillen zu helfen.

Kleine Geschenke zu Weihnachten

Die Schüler staunten, dass allein in Werl, Wickede und Ense rund 40.000 Euro im Jahr gespendet und auch wieder ausgegeben werden – und dass es auch in ihrer Stadt Kinder gibt, die zu Weihnachten keine Schokolade oder gar ein Geschenk bekommen würden, gäbe es die Hilfsaktion nicht.

Viele Schüler wollten spontan helfen und Geld spenden – oder mitarbeiten bei der Aktion. Ein Engagement, was die Helfer und auch Lehrerin Britta Rumpenhorst freute.

Auch an die denken, die nicht so viel haben

Dass „Nachbar in Not“ den Nächsten betrifft, vielleicht sogar den Tischnachbarn in der Schule, kam an bei den Schülern. Zumal die Aktion in den Kontext passt, der Schulleiter Michael Prünte wichtig ist: Dass der Aspekt der „Nächstenliebe“ gelebt wird am MG.

Das soll der Sponsorenlauf mit Leben füllen. „Wir wollen den Schülern vermitteln, dass sie auch an die denken, die nicht so viel haben“, sagte Prünte. Wertschätzung und des Respekts seien Säulen, die das Leitbild der Schule tragen. „Und ein Schüler soll alles das, was er leisten kann, auch leisten dürfen.“

Die Schüler sind bereit und scharrten gestern schon mit den Füßen, Zuvor aber stellten sie in den 45 Minuten etliche Fragen, wie „Nachbar in Not“ so läuft – bevor sie nun selber bald loslaufen im Dienst der guten Sache. Um als „Dauerläufer“ ähnlich langen Atem zu beweisen, wie es die Hilfsaktion seit Ende 2001 tut... - bus

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