"Runder Tisch" tagte:

Schicksal von Kettler noch nicht entschieden 

+

Werl/Ense - Der „runde Tisch“ hat getagt, die Parteien haben sich aufeinander zubewegt – aber die letzten Hürden konnten (noch) nicht aus dem Weg geräumt werden. Und so musste die Entscheidung über das Schicksal des Freizeitartikel-Produzenten Kettler erneut vertagt werden.

Die Situation bleibt also angespannt. Eines ist völlig unstrittig: Die Parteien – hier der interessierte Investor, dort der Vorstand der Heinz-Kettler-Stiftung, als vermittelnde Instanz die IG Metall – müssen sich bis zur Mitte der kommenden Woche auf eine Lösung verständigen. 

Denn nächsten Donnerstag beginnen bei Kettler in Werl und Ense die Betriebsferien. Und alle Beteiligten sind sich einig, dass man die mehr als 730 Mitarbeiter und deren Familien nicht in die Ungewissheit schicken will. 

In dieser hoch dramatischen Phase sind Auskünfte rar. Alfons Eilers, 1. Bevollmächtigter der IG-Metall Hamm-Lippstadt, hatte sich den Freitag ein wenig entspannter gewünscht;  Eilers ist in einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet worden. Allzu gern hätte er diesen Empfang mit einer Einigung in Sachen Kettler gekrönt, vermittelt selbstredend durch ihn. Doch das Leben ist bekanntlich kein Wunschkonzert. Und so blieb Eilers nur, im Telefonat mit dem Anzeiger jene Zuversicht zu bestätigen, mit der er in die Gespräche am „runden Tisch“ gegangen war. Anfang kommender Woche, so stellte er in Aussicht, werde es wohl eine Pressekonferenz geben. 

Stand der Dinge: Das mit Spannung erwartete Gutachten jenes Wirtschaftsprüfungs-Instituts, das vom Land beauftragt worden war und möglichst der Stiftung die Entscheidungsgrundlage liefern sollte, es kennt nicht nur schwarz und weiß, sondern auch und gerade jede Menge Grauzonen. Die Stiftung hat Anzeiger-Informationen zufolge ihre Rückschlüsse aus dem Gutachten gezogen und dies dem Investor – einer europaweit tätigen Finanzholding – mitgeteilt. Nun ist es am möglichen Käufer, seinerseits die notwendigen Hausaufgaben zu machen. 

Der Ball, so wird erzählt, liege „jetzt auf der anderen Seite“. Und es gibt wohl einen entscheidenden Knackpunkt, an dem alles gelingen, aber auch alles scheitern könnte. Hier fehle es bisher an der notwendigen Akzeptanz durch den Investor, heißt es aus Verhandlungskreisen. 

Andreas Sand, Vorstandsmitglied der Kettler-Stiftung, bestätigt, dass es einen besonders wichtigen Punkt gebe, bittet aber um Verständnis dafür, dass er inhaltlich dazu nichts sagen werde. Nur so viel: Auch er geht davon aus, dass sich das Schicksal des Unternehmens bis Dienstag oder Mittwoch entscheiden müsse. Tendenz: positiv. 

Man darf annehmen, dass bisher eine Einigung auf zwei wichtigen Feldern aussteht:

- beim Thema Standortsicherung, ohne die der Vorstand der Stiftung den erbetenen finanziellen Beitrag nicht leisten wird.

- beim Thema Investitionsbereitschaft des möglichen Käufers. Für die symbolischen 5 Euro, die in Rede stehen, dürfe „das unternehmerische Erbe von Firmengründer Heinz Kettler nicht in fremde Hände geraten“, hatte der Vorstand der Stiftung in einer Erklärung betont.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare