Bernhard Zeppenfeld

Arbeit statt Ausruhen: Rentner aus Werl meldet mit 74 Jahren ein Gewerbe an

Bernhard Zeppenfeld
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Mit Hochbeeten kennt sich Bernhard Zeppenfeld aus. Nach einer Pause hat er jetzt noch einmal einmal ein Gewerbe angemeldet.

Die Rente mit 65, 67, 68 Jahren? Für Bernhard Zeppenfeld kein Thema. Er steht im 75. Lebensjahr und sagt: „Ich arbeite gern.“ Gerade hat er ein Gewerbe bei der Stadt angemeldet

Werl – Sich ausruhen, die Hände in den Schoß legen und sich dem lieben langen Tag ganz dem Rentnerdasein hingeben, das liegt Bernhard Zeppenfeld nicht. Er möchte arbeiten, ständig etwas um die Hand haben und sich mit Menschen umgeben. Deshalb meldet er mit 74 Jahren bei der Stadt noch einmal ein Gewerbe an.

In „Bernhards Atelier“ an der Soester Straße steht das Tor offen: Der Gärtner widmet sich dort den Pflanzen und sieht das natürlichen Material Holz als speziellen Schwerpunkt an – ein Werkstoff, der ihn begeistert. Die Ideen gehen dem Senior nicht aus. Er möchte noch das eine oder andere Projekt umsetzen.

Das Datum des Neustarts am heutigen Mittwoch setzte der Werler mit Bedacht: Denn am 16. Juni 1976 – genau vor 45 Jahren – lief der Betrieb an der damals neuen Adresse am Eingang zur Stadt an. Die Kunden freuten sich über das Angebot an Blumen und geschmackvollen Wohnaccessoires. Sie reisten, so erinnert sich Bernhard Zeppenfeld, auch von weither an, um sich umzusehen, dann auszuwählen und sich zuhause mit schönen Dingen zu umgeben. Das Geschäft mit der besonderen Architektur entwickelte sich zum Anziehungspunkt. Der Werler denkt gern an diese Zeit zurück, auch an den Schritt in die Selbstständigkeit, den er 1970 wagte. „Ich bin immer gut mit Menschen zurechtgekommen“, erzählt er, und er ist überzeugt: Wer rastet, der rostet!

„Wer aktiv ist“, meint er, „der bleibt auch jung im Kopf.“ Rege zu sein, das entspreche von jeher seinem Naturell, schildert der 74-Jährige. Und er sagt: „Man kann nur jedem gratulieren, der arbeiten kann. Er darf sich glücklich schätzen.“

Mit Geschick und profunden Kenntnissen baut Bernhard Zeppenfeld Hochbeete für Kräuter und Gemüse. „Handwerkliche Sachen liegen mir“, berichtet er. Weil er viel weiß, bietet er auch allen, die selber Hand anlegen wollen, seinen Rat an. Außerdem hat er das Drechseln für sich entdeckt und dürfte auch noch manch anderes Gebiet erkunden, so wie kürzlich das Aquaponik-Verfahren, das die Aufzucht von Fischen mit dem Anbau von Pflanzen kombiniert.

„Man lernt nie aus“, ist Bernhard Zeppenfeld überzeugt. Dass Übung den Meister macht, erfuhr er, als er sich früher einmal im Schreinern versuchte, aber zu dem Schluss kam: „Das ist nichts für mich.“ Dennoch gab er nicht auf – und erfuhr letztlich: „Man muss Geduld haben. Dann klappt das auch.“ Nun freut sich der rüstige, produktive Rentner auf Besucher, die ihm über die Schulter schauen und sich gern auch Tipps aus der Praxis holen.

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