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Rastplätze an A 44: Gutachten sorgt für eine „Zwangs-Pause“

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Die Zahl der Lkw-Stellplätze an den Rastanlagen Haarstrang Nord und Süd (rechts) soll nahezu vervierfacht werden. © Archivbild: Blossey

Werl - Raus fahren, Pause machen: Für Lastwagen-Fahrer ist das ein Muss. Aber wo? Parkraum ist knapp an den Autobahnen. Massive Beschwerden von zwei Grundstückseigentümern führen dazu, dass die Planungen zum Ausbau der Raststätten „Haarstrang“ Nord und Süd an der A 44 nun auch eine Zwangs-Pause eingelegen müssen. Nach Anzeiger-Informationen sagt ein Gutachten, dass die Ausbaupläne die Existenz eines Grundstücksbesitzers gefährdet. Nun muss nachgeplant werden.

Dem Vernehmen nach ist zumindest eines von zwei Gutachten nicht so ausgefallen, wie von den Planern erhofft. Die Planfeststellungsbehörde hält sich mit einer Stellungnahme zurück. In der Tat lägen die beantragten Gutachten vor, sagt Benjamin Hahn, Sprecher der Bezirksregierung. „Aber zum Inhalt sagen wir nichts.“ Aufhorchen lässt aber der Satz: „Wir werden mit dem Vorhabenträger Straßen NRW nochmal reden.“ Heißt: Es muss nachgearbeitet werden, um das Problem aus der Welt zu schaffen.

"Es gibt Lösungsmöglichkeiten"

Ob und wann es gelingt, den Knoten zu durchschlagen? Dazu äußert sich die Bezirksregierung nicht. „Aber insgesamt glauben wir, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen“, sagt Hahn. Ähnlich optimistisch zeigt sich Sandra Buschkühl vom Landesbetrieb Straßen NRW, die mit dem Vorhaben betraut ist. „Es gibt Lösungsmöglichkeiten“, sagt sie auf Anfrage – und der Landesbetrieb gehe davon aus, „dass wir das gelöst bekommen.“

Daran arbeite man, um dann zeitnah den nötigen Planfeststellungsbeschluss von der Bezirksregierung zu bekommen. Erst dann wäre das Vorhaben des Raststätten-Ausbaus auch beklagbar. Fakt ist: Ohne zusätzliche Grundstücke können die Parkplätze für allem für die zu knappen Lastwagen-Stellplätze nicht ausgebaut werden.

Zahl der Lkw-Stellplätze soll fast vervierfacht werden

Ihre Zahl soll nahezu vervierfacht werden, das braucht Platz. Eigentlich wollten die Planer an der A 44 bei Werl längst weiter sein, sollte der Beschluss, der zur Baureife führt, Ende 2017 vorliegen. Dann aber kamen die Existenzgefährdungsgutachten dazwischen. Grundstücksbesitzer, die durch den Ausbau Fläche verlieren, machten geltend, dass sie dadurch so sehr geschädigt würden, dass ihnen die Existenzgrundlage entzogen werde.

Ein externes Gutachterbüro wurde mit der Klärung der Streitfrage betraut. Der Landesbetrieb Straßen NRW in Meschede hatte stets betont, dass das Vorhaben vom Bund gewollt ist. An der A 44 gebe es große Parkprobleme. 12,3 Millionen Euro sollen an der A 44 verbaut werden. Die Bauzeit soll rund zwei Jahre betragen. Schon Anfang 2012 hatte das Bundesverkehrsministerium die Entwürfe zum Ausbau genehmigt. Dann aber kam es immer wieder zu Verzögerungen.

Stellplatz-Pläne:

„HAARSTRANG NORD“: 

Pkw: 67 (bislang 38)  Lkw: 105 (bislang 28)  Busse: 6 Pkw mit Anhänger: 6

„HAARSTRANG SÜD“: 

Pkw: 77 (bislang 40)  Lkw: 96 (bislang 24)  Busse: 6 Pkw mit Anhänger: 6

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