Bitte Absteigen! An diesen Stellen müssen Radfahrer in Werl schieben

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„Wer sein Rad liebt, der schiebt“, dachte sich wohl dieser Werler.

Werl – Unterwegs sein in der Stadt – das erfordert Rücksichtnahme von allen Verkehrsteilnehmern. Ob Fußgänger, Auto- oder Radfahrer: Wer von A nach B kommen will, erlebt manchmal unschöne Szenen. Eine Werlerin, die ihren Namen lieber nicht nennen will, ärgert sich gerade über die Radfahrer.

Meistens würden sie in Schutz genommen. Das sehe sie oft anders, sagt sie im Gespräch. Im Werler Norden erlebe sie, dass viele Radfahrer einfach auf dem Bürgersteig unterwegs seien. Schon beim Gang aus der Haustür sei das problematisch, es fehle manchmal an der nötigen Rücksichtnahme.

Grundsätzlich ist die Polizei zuständig für den sogenannten „fließenden Verkehr“, wenn es Probleme gibt wie diese. Die Pressestelle der Soester Kreispolizei hat einmal zusammengefasst, was wichtig ist. Zunächst müssen sich, so die Polizei, Fahrradfahrer wie „alle anderen Verkehrsteilnehmer an sämtliche Vorschriften der Straßenverkehrsordnung halten“.

Außerdem dürfe der Bürgersteig grundsätzlich nicht von Radlern benutzt werden. Eine Ausnahme aber gebe es: „Gemäß der StVO (Straßenverkehrsordnung) darf ein Kind mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren, wenn es das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat.“

Bußgeld für Fahren auf dem Bürgersteig

Und wer sich nicht an diese Vorschriften hält, kann auch mit einem Bußgeld belangt werden.

Laut Polizei werden fällig für: 

Unerlaubtes Fahrradfahren auf dem Bürgersteig: 15 Euro

mit Behinderung: 20 Euro,

mit Gefährdung: 25 Euro,

und mit Unfallfolge sogar 30 Euro.

Eine Markierung auf dem Pflaster der Fußgängerzone weist auf den Radweg hin.

In „ausgewiesenen Fußgängerzonen“ sei das Radfahren verboten, so die Polizei, es sei denn, „dass eine Zusatzbeschilderung das Radeln zu Beispiel während der Nacht erlaubt“. In Werl darf zwischen 18 und 11 Uhr auch mit dem Rad die Fußgängerzone befahren werden. Verstöße gegen die Vorschriften können natürlich auch geahndet werden.

Radfahrer könnten sowohl mit Bußgeldern, als auch mit Punkten in Flensburg oder sogar mit Führerscheinentzug belegt werden, je nach Vorgang. Besonderheiten kann die Polizei für Werl nicht ausmachen, es werde „Fahrrad gefahren wie im Rest der Republik“. Dazu gehöre auch, dass es Klagen gebe. Statistiken über Kontrollen von Radfahrern würden nicht geführt. Die Polizisten kontrollierten natürlich bei Auffälligkeiten.

Gegenseitig Rücksichtnahme

Torsten Eickhoff, bei der Stadt Werl für Straßen- und Verkehrsplanung zuständig, verweist auch auf die gegenseitige Rücksichtnahme, die es einfacher mache, miteinander klarzukommen. Neuesten Erkenntnissen nach sei es für Radfahrer sogar sicherer, wenn sie – bei angemessenen Verhältnissen wie ausreichender Straßenbreite und nicht allzu hoher Verkehrsbelastung – auf der Fahrbahn fahren.

Aus Sicherheitsgründen gibt es in Werl unter anderem am Hansering, an der Hammer Straße, am Waltringer Weg und an der Wulf-Hefe-Straße separate Radwege im Seitenbereich der Straßen. Sogenannte Angebotsstreifen gebe es an der Soester und der Hedwig-Dransfeld-Straße.

Fahrradständer geplant

Dazu bräuchten die Fahrbahnen aber eine gewisse Breite, was unter anderem dazu geführt habe, dass in der Soester Jakobistraße eben dieser Streifen entfernt werden musste. Bei erlaubtem Fahren auf Gehwegen wie an der Soester Straße im Bereich des PengelPad sei natürlich immer klar, das Radfahrer Rücksicht zu nehmen haben.

Von 18 bis 11 Uhr darf man in der Fußgängerzone mit dem Rad fahren.

Bei der Straßenplanung, so Eickhoff, sei sowieso bei allen neuen Plänen an alle Verkehrsteilnehmer zu denken. Zudem gebe es in der Stadt Werl ja auch die Arbeitsgemeinschaft (AG) Radverkehr unter anderem mit Vertretern der Fraktionen, die sich ein paar Mal im Jahr zusammen setzen. In den vergangenen Jahren sei vor allem der Bereich der Bahnhöfe in den Blick genommen worden, wo es um die Abstellmöglichkeiten ging wie in Westönnen. Geplant seien aktuell Fahrradständer im Bereich der Basilika in der Werler Fußgängerzone.

Dem Thema Radfahren im Hobbybereich widmet sich die Stadt Werl zum Beispiel auf ihrer Homepage im Bereich Freizeit, Tourismus und Kultur.

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