Prozess vor Gericht

Polizei findet Cannabispflanzen bei Wohnungs-Durchsuchung in Werl

Hanfpflanzen
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Bei einer Wohnungsdurchsuchung stießen Polizeibeamte bei einem 34-jährigen Werler auf Cannabispflanzen.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung stießen Polizeibeamte bei einem 34-jährigen Werler auf Cannabispflanzen. Zudem fanden sie bei dem Mann noch 3,8 Gramm Amphetamine.

Werl - Der Werler gab den Besitz der Betäubungsmittel vor Gericht zu. Sein Verteidiger erklärte, dass der 34-Jährige unter einer Krankheit leide und er Cannabis zu sich nehme, weil dies seinen gesundheitlichen Zustand deutlich verbessere.

Dies bestätigte auch die Bewährungshelferin. „Ein Warsteiner Arzt hat in seinem Gutachten geschrieben, dass der Angeklagte ein Kandidat ist, der Cannabis auf Rezept bekommen könnte“, berichtete sie. Seit seinem achten Lebensjahr leide der Angeklagte unter den Störungen. Er sei von seinem Stiefvater über einen längeren Zeitraum geschlagen worden und kam dann später in ein Kinderheim.

Schon mit 16 Jahren bezog er seine eigene Wohnung und lebte zwischenzeitlich auf der Straße. Einen operativen Eingriff lehne er ab, weil er befürchte, dass dieser Folgeschäden nach sich ziehen könnte. Auch die chemischen Mittel wolle er nicht nehmen, berichtete die Bewährungshelferin. Sie meinte, dass er einen Arzt finden müsse, der ihm Cannabis legal verschreibt.

„Ich glaube, dass ihm das besser hilft“, sagte sie. Sie teilte weiter mit, dass der Angeklagte psychische Probleme habe. Seit 2016 liefen Bemühungen, diese mit Cannabis auf Rezept zu verringern. „Jetzt muss er selber tätig werden und aktiv handeln“, sagte sie. Seine Vorstrafen sind nicht unerheblich. Seit 2001 hat er 14 Eintragungen im Bundeszentralregister.

Mehrfach ist er wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln verurteilt worden. In zwei Fällen hat er Drogen an Minderjährige unter 16 Jahren weiter gegeben. Wegen der zahlreichen Delikte hat er schon eine längere Haftstrafe abgesessen. Bei der Straftat im vergangenen Jahr stand er unter Bewährung. Die Staatsanwaltschaft forderte fünf Monate Freiheitsstrafe, dieser Forderung kam die Richterin allerdings nicht nach. Sie hatte ein Einsehen mit den körperlichen Einschränkungen des Angeklagten und verurteilte den Werler zu vier Monaten auf Bewährung und 200 unentgeltliche Arbeitsstunden.

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