Kurze, schwere Krankheit

Werler Pfarrer i.R. Manfred Rausch ist tot

Manfred Rausch 

Werl - Der evangelische Seelsorger Manfred Rausch ist tot, gestorben am Donnerstag nach kurzer, schwerer Krankheit. Er wurde 68 Jahre alt. 

Mit Manfred Rausch verliert die Hellwegstadt einen ihrer kritischen Geister. Einen Mann, gewiss nicht immer einfach im Umgang. Wenn er sich festbiss an einem Thema, dann legte er eine Hartnäckigkeit an den Tag, die seine Diskussionspartner auch schon mal als brüskierend empfanden. Doch es wäre fatal, würde man das Wirken des Pfarrers im Ruhestand darauf reduzieren. 

Manfred Rausch war gradlinig, konsequent. Billige Kompromisse um des lieben Friedens willen lehnte er kategorisch ab. Sein Bezug zu Gott, erzählte er uns mal im „Tischgespräch“, sei schon in früher Jugend gereift. Für die Organisation der Andachten am Gymnasium zuständig, habe er sich dabei ertappt, „schon richtige Predigten zu halten“, blickte er zurück auf seine Pennälerzeit. 

Manfred Rausch wurde am 26. Dezember 1948 in Thüringen geboren. Nach Werl, in die klassische Diaspora, führte sein Weg Mitte der 1980er Jahre. Rausch wurde Pfarrer, Ehefrau Dagmar arbeitete an seiner Seite als Pastorin. Das fügte und ergänzte sich gut. Als er vor fast auf den Tag genau sieben Jahren aus dem aktiven Dienst verabschiedet wurde, attestierte man ihm, er habe „in 25 Jahren ein großes Lebenswerk geschaffen“. 

Einführung des Gemeindebriefes, Turmsanierung an der Paulus-Kirche, neue Glocken, neue Orgel. Manfred Rausch hat dauerhafte Spuren hinterlassen, die weit über seinen Tod hinaus wirken werden. Dass sein Abschied nicht störungsfrei verlief, er nach heftigen Auseinandersetzungen mit dem Presbyterium letztlich einer möglichen Abberufung durch den Antrag auf Versetzung in den Ruhestand zuvor kam, darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. 

Unruhestand trifft es allerdings besser. Manfred Rausch blieb wach, blieb kritisch. Natürlich stand er ganz vorn in der Reihe der Demonstranten, als es galt, der AfD zu zeigen, wie unerwünscht diese Rechtspopulisten in Werl waren. Diskussionen mit unserer Redaktion liebte Manfred Rausch, er empfand sie als Streitgespräche auf Augenhöhe, wie er uns mal erzählte. Diese Gespräch werden uns fehlen...

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