Eltern starten Protestaktion

Petrischule: Abrisspläne sorgen für Verwirrung

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Mit einer Protestaktion wollen die Elternvertreter um Diana Oeste (links) ihren Unmut über die Abrissplanungen an der Petrischule ausdrücken.

Werl – In den Sommerferien sollen die Umbauarbeiten an der Petrischule beginnen. Die Abrisspläne wurden den Eltern nun in der Schulkonferenz vorgestellt – diese sind allerdings alles andere als begeistert. Mit einer Protestaktion möchten die Elternvertreter nun gegen die Planungen angehen. Die Stadt ist von der Kritik überrascht.

„Wir wollen eine vernünftige Lösung finden, eine bei der die Belastung für unsere Kinder so gering wie möglich ist. Warum es so gelöst werden muss, ist uns einfach nicht ersichtlich“, sagt Schulpflegschaftsvorsitzende Diana Oeste zu den Plänen.

Bevor das ehemalige Hauptschulgebäude für die Grundschüler umgebaut werden kann, müssen zwei Gebäudeteile der Petrischule abgerissen werden. Die Zweitklässler, die aktuell in den Klassenräumen unterrichtet werden, sollen dann in ein anderes Gebäude ausweichen. Um in den Pausen zum Schulhof oder zu den restlichen Klassenräumen der Petrischule zu kommen, müssten die Schüler dann an der Baustelle vorbei über den Schulhof laufen. „Da muss es doch eine bessere Lösung geben“, findet Oeste.

Ein Teil des Schulgebäudes mit insgesamt drei Klassenräumen soll abgerissen werden.

Zudem seien die Ausweich-Klassenräume eigentlich für die Erweiterung der OGS vorgesehen. Wie berichtet, gibt es auch dort einen höheren Bedarf. „Aktuell haben wir rund 15 Anmeldungen, die wir nicht mehr annehmen können“, erklärt Oeste.

Schreiben an Bürgermeister

In einem Schreiben haben sich die Elternvertreter nun an den Bürgermeister gewandt. Darin heißt es: „Die Schulkonferenz lehnt die Abrissmaßnahme der Stadt Werl, drei genutzte Klassenräume abzureißen und Klassen dafür behelfsweise für circa zwei Jahre in zwei für die OGS vorgesehene Räume umziehen zu lassen, in der vorliegenden Form ab. Die Situation der OGS wird in diesem Zusammenhang für ebenfalls untragbar gehalten.“ Der Vorschlag der Eltern: „Es würde doch reichen, nur einen Teil der Gebäude abzureißen, sodass zwei Klassenräume bestehen bleiben könnten. Dann könnten die anderen Räume für die OGS genutzt werden“, erklärt Oeste.

Das wollen die Eltern den Verantwortlichen nun in einem persönlichen Gespräch vorschlagen. „Wir haben den Bürgermeister, Frau Bogdahn und andere Verantwortliche zu uns eingeladen, um noch einmal über die Pläne zu sprechen. Bisher haben wir aber keine Antwort erhalten.“ Allgemein seien die Eltern von der Kommunikation der Verantwortlichen enttäuscht. „Das Meiste erfahren wir aus der Zeitung. Niemand hat uns im Vorfeld informiert, dann hätten wir früher etwas unternehmen können. Jetzt ist es ziemlich knapp“, so die Schulpflegschaftsvorsitzende. Mit der Plakataktion wollen die Eltern nun ihren Protest ausdrücken. In großen Buchstaben steht „Wir sagen Nein“ am Schulzaun. Begleitend dazu haben sie einen Elternbrief aufgesetzt, der über das Vorhaben und ihre Bedenken informiert.

Stadt überrascht

Die Stadt zeigt sich über die plötzliche Kritik der Eltern überrascht. „Wir hatten das Gefühl, dass alles gut läuft und alle Beteiligten mit den Planungen zufrieden sind“, sagt Beate Fuchs von der Abteilung Bauordnung und Hochbau der Stadt Werl. „Ich glaube, die Eltern haben da etwas missverstanden“, ergänzt Stadtplaner Ludger Pöpsel. Die Abrisspläne waren bereits im Schulausschuss im Januar vorgestellt worden. „Wir haben sie danach noch angepasst. Ursprünglich sollte mehr abgerissen werden“, erklärt Pöpsel.

Der Übersichtsplan verdeutlicht das Vorhaben. Die rot markierten Gebäudeteile sollen in den Sommerferien abgerissen werden. Die orange hinterlegte Fläche ist die Entwicklungsfläche auf der zukünftig die Härtling-Schule entstehen soll. Die blaue Fläche ist das Grundstück der Petrischule.

In den Sommerferien sollen zwei Gebäudeteile mit je zwei Klassenräumen fallen. Zwei der Klassenräume ständen allerdings aktuell leer. Sie müssen fallen, um Platz für den Anbau zu schaffen. Die Klassen der Zweitklässler auf der gegenüberliegenden Seite müssten abgerissen werden, da dort die Außenanlagen der neuen Grundschule entstehen sollen. „Wir könnten sie auch stehen lassen und erst am Ende der Arbeiten abreißen, aber dann müssten wir den Schülern eine unfertige Schule übergeben. Das wollen wir auch nicht“, erklärt Fuchs.

OGS Räume können genutzt werden

Es stimme, dass die Schüler die Ausweich-Klassenräume nur über den Schulhof erreichen können. „Wir werden die Baustelle mit einem Bauzaun abgrenzen, sodass die Schüler sich sicher zwischen den Gebäuden bewegen können“, so die Projektverantwortliche weiter. Das sei die beste Lösung für die Übergangszeit. Dass so etwas gut funktionieren kann, weiß Fuchs aus anderen Projekten. „In meiner Zeit in Essen mussten wir immer Container bestellen. Diese standen dann etwas abseits und waren auch von allem getrennt. Es hat immer gut geklappt, auch bei jüngeren Schülern. Hier haben wir sogar das Glück, bereits bestehende Räume zu haben.“

Dass durch diese Lösung die geplanten zusätzlichen Räume für die OGS nicht genutzt werden könnten, sei falsch. „Wir haben einen Raum für die OGS vorgesehen. Er soll gemeinsam genutzt werden. Morgens von der Schule, nachmittags von der OGS“, beschreibt Fuchs. „Es ist schade, dass die Eltern sich nicht zuerst bei uns gemeldet haben. Wir stehen bei Fragen immer zur Verfügung“, sagt Stadtplaner Pöpsel. Man werde auf jeden Fall das Gespräch suchen, um Missverständnisse zu klären und eine Lösung zu finden.

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