Treppe soll weg

Parkplatz für die Werler Innenstadt geplant - es gibt Hürden

+
Die Treppe am ehemaligen Möbelhaus „Fredrich&Neuschäfer“ müsste für den Parkplatz-Bau weichen.

Sie hat eine gewisse Symbolkraft im jahrelangen Ringen um die alte Möbelhaus-Immobilie: Eine Treppe führt die Menschen von der Kämperstraße aus über einen Hof in die Innenstadt, seit Jahrzehnten.

Werl - So wie jene Treppe selbst könnte auch das Auf und Ab in den Planungen der umliegenden Grundstücke nun bald der Vergangenheit angehören.

Denn es gibt einen Kompromiss aller Beteiligten im Streit um den kleinen Parkplatz an der Kämperstraße. Mit einer „Kröte“, die auch die Stadt schlucken müsste: Jene Grünsandstein-Treppe würde dann verschwinden, weil Platz für die Bebauung benötigt wird.

Streit wäre vom Tisch

Mit der Lösung wäre aber ein drohender juristischer Streit vom Tisch – und die Politik, die sich bislang für einen Käufer hätte entscheiden müssen, aus der Zwickmühle. Sie muss einem alt eingesessenen Geschäftsmann nicht vor den Kopf stoßen. Und zugleich ist die Gefahr gebannt, dass der Investor für die Möbelhaus-Überplanung abspringen könnte, wenn die Politik dem Mitbewerber den Vorzug gegeben hätte.

Zwei Interessenten gibt es für die Bebauung des städtischen Parkplatzes: Die Investoren Wolfgang Behr und Michael Schröer vom Projektteam Gesellschaft für Grundstücksentwicklung GmbH wollen die „Fredrich&Neuschäfer“-Brache überplanen.

Klärendes Gespräch

Aber auch der Werler Bestatter Michael Wieschebrock hatte Anspruch auf die Fläche für die Erweiterung seines Betriebs angemeldet. Beide Interessen standen sich scheinbar unvereinbar gegenüber – nun aber hat ein klärendes Gespräch bei der Stadtverwaltung zu einem Kompromiss geführt.

Demnach teilen sich beide Interessenten die Parkplatzfläche und setzen ihre Bauten direkt aneinander, sodass ein geschlossenes Ensemble entsteht. Ein Kompromiss, den Stadtplaner Ludger Pöpsel auf Anfrage begrüßt. Jeder habe Abstriche gemacht – und dennoch lassen sich beide Vorhaben durchführen.

Architekten legen Konzept vor

Die Architekten werden nun zeichnen und dann der Stadt ein Gesamtkonzept vorlegen. Wenn es schlüssig ist, werde man das der Politik zur Abstimmung geben, sagt Ludger Pöpsel. Er zeigte sich „optimistisch“, dass der Kompromiss greifen wird. Rund ein Jahr für das Planungsrecht wird ins Land gehen, dann könnten die Maßnahmen ausgangs der Fußgängerzone Steinerstraße beginnen.

Die Gesellschaft für Grundstücksentwicklung aus Schwerte will den alten Möbelhaus-Komplex abreißen, allerdings unter Erhalt der beiden Denkmäler. Damit das auch wirklich so kommt, werde man einen Vertrag abschließen, sagt der Stadtplaner. 2018 hatte das Projektteam zugestimmt, die Denkmäler zu erhalten.

8 Millionen Euro Kosten

Die Gesamtentwicklung könne aber nur funktionieren, wenn der angrenzende städtische Parkplatz einbezogen werden kann. Nur durch einen größeren Bau sei die Wirtschaftlichkeit gegeben. Rund 8 Millionen Euro will das Projektteam in die Überplanung der Möbelhaus-Brache stecken. In dem Gebäudekomplex befand sich bis 1955/56 die Tischfabrik Franz Schmitz, erinnert sich ein Anzeiger-Leser.

Nach Neubau am Olakenweg sei Eugen Münsch der erste Mieter gewesen; danach wurden die Räumlichkeiten von Fredrich&Neuschäfer übernommen. Die Brache gehört aber einer Werler Familie. In den Denkmälern soll im unteren Bereich Gewerbe unterkommen. Der Rest des Ensembles wird abgerissen und neu bebaut.

33 Wohnungen sollen entstehen

33 Wohnungen sollen entstehen, zwischen 50 und 80 Quadratmeter groß im öffentlich geförderten Wohnungsbau. Zudem soll es eine Tiefgarage geben. Allerdings sind weniger Stellplätze als Wohnungen geplant. Der Werler Bestatter Michael Wieschebrock will die Parkplatzfläche für eine Bebauung nutzen, um sich für die Zukunft aufzustellen. Ein Gebäudekomplex für betriebliche Räume und für Wohnen soll entstehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare