Heinrich Walentowski geehrt

Star-Auflauf bei Siederpreis-Verleihung

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Werl - Die Trophäe, die Heinrich Walentowski da am Mittwochabend stolz in die Höhe stemmte, sie hat einiges mit ihrem Empfänger gemeinsam. Die Ärmel hochkrempeln, anpacken und malochen.

Genau so ist aus dem Siederpreisträger einer der erfolgreichsten Galeristen Deutschlands geworden. Klein angefangen, das Ziel stets im Auge. Während die Salzsieder in Werl früher das „Weiße Gold“ produzierten, geht es bei Heinrich Walentowski wesentlich bunter zu. Und schriller. 

Dementsprechend ging dann auch der Siederschmaus selbst über die Bühne. Eine Bühne, die zunächst einmal zwei Männern gehörte. Andreas Stegmann, der als neuer Vorsitzender des Wirtschaftsrings zum ersten Mal dabei war, und Werner Schulze-Erdel, welcher als Moderator durch den gesamten Abend führte. 

YoungStage begeistert Anna Maria Kaufmann 

Als Showact mit Heimvorteil war zu Beginn das YoungStage-Musiktheater aufgetreten. Mit Szenen aus „Marie Antoinette“ und „Drei Musketiere“ wussten sie das Publikum zu überzeugen. Schwer beeindruckt war da auch Anna Maria Kaufmann. Die Opernsängerin saß als einer von vielen prominenten Gästen im Publikum. 

Siederpreis für Heinrich Walentowski in Werl

Werner Schulze-Erdel stellte den Besuchern die namhaftesten Vertreter der Showbranche quasi im Schnelldurchlauf vor. Smalltalk hier. Ein paar Fragen da. Egal ob Heinz Hoenig, Scooter-Frontmann H.P. Baxxter oder Wolfgang Fierek – jeder stellte sich gerne dem kompakten Kurzinterview. Einer plauderte da sogar spontan echte Hollywood-News aus. Harold Faltermeyer nämlich verriet: Tom Cruise dreht eine Fortsetzung seines Kino-Welthits „Top Gun“. Und die Musik? Für die sorgt Faltermeyer, der seit 2016 auch für Walentowski malt. 

Otto Waalkes und Frank Zander sorgen für musikalische Unterhaltung

Ex-Boxprofi Axel Schulz schwelgte in Erinnerungen an alte Zeiten. Und Sänger Marc Marshall? Der sorgte nicht nur bei den anwesenden BVB-Fans für den Gänsehautmoment des Abends. Er stand auf dem Stuhl und stimmte a-capella die Hymne „You’ll never walk alone“ an. 

Nachdem er den Preis von Salzkönigin Laura Marie Emig überreicht bekam, schnappte sich Walentowski das Mikro. Ein Dank für das Erreichte galt vor allem seiner Familie, seinen Freunden, aber auch den Mitarbeitern „ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre.“ Zum Schluss seiner Rede fügte er an: „Alle Getränke gehen auf mich. Jetzt lasst uns richtig feiern.“ Anschließend reichte er Hüte herum, mit denen Geld für die Anzeiger-Aktion „Nachbar in Not“ gesammelt wurde. 3.286,50 Euro kamen so zusammen.

Für musikalische Highlights sorgten Otto Waalkes, der den eigens getexteten „Walentowski-Blues“ schmetterte, oder Frank Zander, dessen Gassenhauer „Nur nach Hause geh’n wir nicht“ zum Sinnbild des Abends werden sollte. Bis in die Morgenstunden wurde in der Stadthalle gefeiert. 

Die Live-Band „Ten Ahead“ brachte Songklassiker ebenso toll rüber wie Lieder aus den aktuellen Charts. Als beliebtes Souvenir galt die Tischdeko. Mini-Staffeleien mit Bildern von Walentowski-Künstlern hatten für den typischen Galerie-Flair gesorgt...

Die Laudatio von Otto Waalkes:

„Jetzt kommt es zur Wahrheit, Herr Walentowski“, drohte Moderator Werner Schulze-Erdel in Richtung des Siederpreisträgers. Dann betrat Komiker und Künstler Otto Waalkes die Bühne der Stadthalle. Hier seine Laudatio im Wortlaut: 

Der Galerist – ein Porträt aus Malersicht. Zwischen Maler und Galerist gibt es ein ganz besonderes Verhältnis, wie zwischen Dichter und Verleger, oder Sänger und Komponist, oder Schweinchen und Metzger, oder Leber und Wurst. Der Maler malt so manches Bild, mal malt er zart, mal malt er wild. Er malt auf Holz, auf Leinwand, mal Mensch, mal Tier, mal Gegenstand. Ob akademisch, ob modern, der Maler malt nun einmal gern. Und wenn ihn mal der Ehrgeiz packt, dann malt der Maler auch mal nackt. 

Der Galerist hat eine Nase für Malers produktive Phase. Gerade im Taxieren fremder Werke liegt des Galeristen Stärke. Zudem hat er noch ein Talent, das man sonst nur von Basaren kennt. Er weiß, wie man mit Käufern handelt und Kunst in bares Geld verwandelt. Dann teilt man sich brav den Erlös und keiner ist dem anderen bös. 

Der Galerist, er lebt in Werl, gilt allgemein als Teufelskerl. Sein Name klingt wie Donnerhall, dank Dalí, Rizzi und Chagall. Mal Waalkes oder Lindenberg, sammelt er emsig Werk um Werk. Und liebt ein Käufer ein Motiv, wird’s auch geschäftlich lukrativ. Das Kapital wird angelegt in Sachen, die er gerne trägt. Mit Seidenhemden, gold bestickt, wird stolz die breite Brust geschmückt. Stiefel glänzen, Zähne strahlen in der Welt der hohen Zahlen. Vom Scheitel bis zur Ledersohle sieht jeder: Dieser Mann hat Kohle. 

Der Maler aber sieht das auch, er ärgert sich ein Loch in den Bauch. Der Mann da lebt in Saus und Braus und sieht selbst wie ein Künstler aus. Ich nage am Hungertuch, doch er hat mehr Geld als genug. Ach, diese Welt ist ungerecht, verdorben, falsch und grausamschlecht. Und letztlich schließt sich doch der Kreis: Ich kriege nichts, er seinen Preis. Er kann darüber jubilieren, ich muss auch noch gratulieren, und sage hier mit letzter Kraft: „Heinz“ Walentowski hat’s geschafft!

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