Auf Streife durch die Innenstadt

Corona-Patrouille des Ordnungsamts auf der Jagd nach Maskenmuffeln

Ordnungsamt Werl: Ute Flöter (links) und Bettina Fuhrmann (rechts) im Gespräch mit Passanten.
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Maskenträger unter sich: Ute Flöter (links) und Bettina Fuhrmann (rechts) im Gespräch mit Passanten.

Was erleben die Mitarbeiter des Ordnungsamts bei ihren Corona-Kontrollgängen? Wir haben sie begleitet.

Werl – Politesse Ute Flöter und Ordnungsamtsmitarbeiterin Bettina Fuhrmann haben einen sonnigen Tag für ihren Kontrollgang erwischt. Zu zweit stehen sie halb verdeckt hinter einem Lieferwagen und beobachten die Passanten. Solange diese die beiden Ordnungshüterinnen nicht sehen, werden munter Verstöße begangen: Ein Mann, Maske unterm Kinn, trinkt Kaffee, ein anderer raucht und ein dritter hat den Mund-Nasenschutz nicht einmal dabei. „Ich habe ihn im Auto vergessen“, rechtfertigt er sich. „Ich bin extra außen herumgegangen am Markt.“ Die beiden Frauen weisen alle drei auf die Maskenpflicht hin und belassen es bei der Verwarnung.

Zwei Verkäuferinnen auf dem Wochenmarkt tragen Visiere statt Masken. Die Trennscheiben aus Plastik haben sie ebenfalls nicht heruntergelassen. „Sie müssen eine Maske tragen, sonst dürfen Sie nichts verkaufen“, erklärt ihr Bettina Fuhrmann. Die beiden beeilen sich, die Visiere gegen Stoffmasken auszutauschen.

Maskenmuffel reden sich raus

Beim Blick in ein Friseurgeschäft werden die beiden wieder fündig. Der Friseur trägt Maske, sein Kunde nicht. „Den haben wir schon zweimal ermahnt. Diesmal trägt wenigstens er Maske“, sagt Fuhrmann. Ute Flöter übernimmt den Kunden: „Beim Haareschneiden dürfen sie die Maske nicht abnehmen, nur bei der Rasur“, erfährt er. Wieder werden keine Bußgelder erhoben.

Die Masse der Passanten trägt Maske. Wer es nicht tut und die beiden gut sichtbaren Ordnungshüterinnen in ihren Uniformen erkennt, setzt schnell eine Mund-Nasen-Bedeckung auf oder rückt die vorhandene zurecht.

Etliche Leute sparen nämlich die Nase aus. Manche reagieren gereizt auf die Ermahnung: „Ich steige gerade aus“, blafft ein Autofahrer und viele rechtfertigen sich: Radfahrer ohne, die „doch nur ganz schnell mal eben“ durch die Fußgängerzone fahren, Restaurantmitarbeiter, die „mal eben kurz“ draußen Stühle aufstellen und etliche mehr. Ein älterer Mann, der keine Maske trägt und diese nur widerwillig aufsetzt, fordert dann mit Blick auf eilige Radfahrer: „Die sollten sie mal am Arsch kriegen.“

Passanten wünschen sich härteres Durchgreifen

Mehrmals werden die beiden Frauen von Passanten angesprochen, die sie regelrecht anfeuern, Bußgelder zu kassieren. Manche klingen richtig aggressiv: „Das sind doch alles nur Ausreden, die wissen das ganz genau. Gleich 50 Euro kassieren“, schallt es den Kontrolleurinnen mehrfach entgegen. Oder: „Wir wollen Weihnachten unsere Familie sehen“, sagt ein älteres Ehepaar, das sich ebenfalls ein härteres Durchgreifen wünscht.

Flöter und Fuhrmann haben nur den Auftrag, Ermahnungen auszusprechen. Beide würden zumindest im Wiederholungsfall oder bei Unbelehrbaren gerne auch mal ein Bußgeld eintreiben. Etwa bei einem Mann mit einer zerfledderten Einmal-Maske am Rollatorgriff oder bei einer Frau auf einem E-Rollstuhl, die blitzschnell und ohne Maske an ihnen vorbeisaust. „Die kenne ich schon“, sagt Fuhrmann resigniert.

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